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Eine frei begehbare Wasserfläche, ein hölzerner Steg und Grünflächen mit Sitzgelegenheiten: So soll der neue Lindenplatz vor der Bäckerei Hauser (oben rechts) im Herzen Bad Wiessees aussehen.

Endgültig steht die Optik aber noch nicht fest

Abgesegnet: Der Lindenplatz bekommt ein neues Gesicht

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Bad Wiessee - Der Lindenplatz in Bad Wiessee bekommt sein „Facelift“. Der Gemeinderat hat die Umgestaltung – inklusive einer Querungshilfe in der angrenzenden Bundesstraße – am Donnerstag auf den Weg gebracht.

Ein „Facelift“, so meinte Wiessees Städteplaner Eberhard von Angerer zu Beginn der Debatte, habe der Lindenplatz im Herzen des Kurortes dringend nötig. „Der Platz ist in die Jahre gekommen, der Brunnen undicht“, fasste er zusammen. Handlungsbedarf auch auf der benachbarten B 318. „Wir haben hier einen hohen Querungsbedarf“, machte von Angerer deutlich. Weil die beiden vorhandenen Zebrastreifen dem nicht gerecht werden, ist nun eine lang gezogene Verkehrsinsel mit integrierter Fußgängerampel geplant. Letztere war eine Forderung des Behindertenbeauftragten. Nach Umsetzung der Maßnahme gehe er von einer deutlichen Verbesserung des Verkehrsflusses aus, meinte der Städteplaner. 

Eine lang gezogene Verkehrsinsel soll an der breitesten Stelle der Bundesstraße 318 entstehen.

Die Neugestaltung des benachbarten Lindenplatzes kostete den eigens gegründeten Arbeitskreis viel Mühe. Mehrfach wurde die Planung überarbeitet und verfeinert – und auch die jüngste Variante ist noch nicht der Weisheit letzter Schluss: Angedacht ist eine freie, begehbare Wasserfläche, die sich zum Garten der Bäckerei Hauser hin orientiert. Dazu ein Steg, kleine Mauern und großzügige Grünflächen mit Sitzmöbeln. Im Beschluss wurde allerdings festgehalten, dass die Gestaltung des Brunnens möglicherweise nochmal überarbeitet wird. Die Kosten für das Gesamtpaket Lindenplatz sind im aktuellen Haushalt mit 1,14 Millionen Euro veranschlagt. Das Gute daran: Die Maßnahme wird durch die Städtebauförderung bezuschusst. Rund die Hälfte der Mittel kommen damit von der Regierung von Oberbayern. 

Florian Sareiter (CSU), der selbst im Arbeitskreis mitgewirkt hat, dankte von Angerer und betonte: „Es hat viel Spaß gemacht.“ Ihm sei durchaus bewusst, dass es noch andere Baustellen – wie etwa die Seepromenade – gebe, denen sich Bad Wiessee widmen müsse. „Trotzdem kann ich diese Planung so absegnen“, meinte Sareiter zum neuen Lindenplatz. Ähnlich sah es Fraktionskollege Kurt Sareiter. Allerdings müsse man den Wiesseer Bürgern, die das Projekt zum Teil offenbar recht kritisch sehen, richtig vermitteln, warum der Lindenplatz nach 15 Jahren schon wieder erneuert werde. „Das soll etwas Besonderes werden, das kann sich der Bürger vielleicht noch nicht so vorstellen“, meinte Kurt Sareiter. 

Fritz Niedermaier (Wiesseer Block), der nach langer schwerer Krankheit erstmals wieder am Ratstisch saß, hielt ein engagiertes Plädoyer für die Verschönerung der Ortsmitte: „Wenn wir wollen, dass sich bei uns im Zentrum wieder etwas rührt, dann müssen wir investieren.“ 

Zwei Gremiums-Mitglieder stimmten am Ende dann aber doch gegen die Pläne. Ingrid Versen (CSU) hatte mit der Maßnahme angesichts des Schuldenbergs der Gemeinde „erhebliche Bauchschmerzen“. Der Querungshilfe hätte sie zwar zugestimmt, so Versen. „Allem anderen aber nicht.“ Die zweite Gegenstimme kam von SPD-Gemeinderätin Klaudia Martini. Sie fände die Maßnahme in ihrer Gesamtheit zwar in Ordnung, sagte Martini. Nicht einverstanden sei sie aber mit der Gestaltung des Lindenplatzes: „Die ist mir zu städtisch.“ Vize-Bürgermeister Robert Huber (SPD), der die Sitzung für den erkrankten Rathaus-Chef Peter Höß leitete, meinte abschließend: „Ich wünsche uns das nötige gestalterische Glück.“

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