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Das neue Badehaus soll neben dem Badepark entstehen. Hier werden künftig die Jodbäder verabreicht. Das Bild zeigt die Pläne von Mattheo Thun.

Gemeinde investiert in die Zukunft

Wiesseer Badehaus erfordert Millionenkredit

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Bad Wiessee - Es war die Rede von einem „epochalen Werk“: Einen Haushalt mit einem Volumen von fast 30 Millionen Euro hat der Gemeinderat Bad Wiessee verabschiedet. Geprägt ist er auch vom Bau des neuen Badehauses.

Euphorisch wäre zu viel gesagt. Aber zufrieden war Wiessees Kämmerer Franz Ströbel mit dem Haushaltswerk 2016 allemal. Die Steuereinnahmen seien sehr positiv, „wir können alle Investitionen tätigen“. Allerdings ist heuer auch eine Kreditaufnahme in Höhe von 3,8 Millionen Euro nötig. „Hauptsächlich wegen des Neubaus des Badehauses“, erläuterte der Kämmerer im Gemeinderat. Dennoch habe der Abbau der Schulden weiterhin oberste Priorität, betonte Ströbel. 

Der Schuldenstand Bad Wiessees betrug zum Ende des Jahres 2015 satte 28,5 Millionen Euro. Er sei eigentlich kein Freund neuer Darlehen, meinte Kurt Sareiter (CSU). Im Falle des Badehauses sei es aber die richtige Entscheidung gewesen, das Projekt selbst in die Hand zu nehmen. Wie berichtet, hatte die Gemeinde zunächst einen Investor für die Realisierung des Neubaus gesucht und wollte selbst Mieter sein. Die monatliche Pacht wäre mit 30.000 Euro allerdings horrend gewesen. Insgesamt war die CSU mit dem Haushaltsplan fürs laufende Jahr einverstanden – lediglich die Pläne für ein Holzfällermuseum am Zeiselbach möchte sie kippen. 

Fragen warf auch die Tatsache auf, dass die Erneuerung der Seepromenade, Teilabschnitt eins, zwar mit 100.000 Euro im Haushalt veranschlagt ist, die Sanierung der Pergola am See aber nicht mehr auftaucht. Solange Unternehmer Thomas Strüngmann seine Hotelpläne an der Seepromenade nicht verwirkliche, habe man das Thema zurückgestellt, teilte Ströbel mit. „Wir wissen ja nicht, ob das dann überhaupt noch dazu passt.“ 

Klaudia Martini (SPD) wies auf das große Investitionsvolumen hin, das die Gemeinde stemme. „Das machen wir nicht aus Jux und Tollerei“, betonte sie. Bad Wiessee tätige hier Investitionen in die Zukunft. Das sei gut ausgegebenes Geld. Eine solche Investition war vor etlichen Jahren auch der Neubau der Spielbank für damals 28 Millionen Euro. „Die Spielbank ist nach wie vor das Rentabelste, was wir haben“, sagte Kurt Sareiter.

Tatsächlich ist der Anteil an der Spielbankabgabe für die Gemeinde neben der Einkommensteuer der größte Einnahmeposten. 2016 beträgt der Posten laut Haushalt rund 2,9 Millionen Euro. Das bedeutet sogar eine Steigerung gegenüber dem Vorjahr, als die Spielbankabgabe 2,77 Millionen Euro in die Gemeindekasse spülte. Zu den Mehreinnahmen kommt es, weil Bad Wiessee mittlerweile auch die Anteile der anderen Tegernseer-Tal-Kommunen einbehält. Derzeit läuft deshalb aber eine juristische Auseinandersetzung (wir berichteten). „Wir können stolz sein, dass wir die Spielbank haben“, meinte auch Vize-Bürgermeister Robert Huber (SPD), der die Haushalts-Sitzung in Vertretung des erkrankten Rathaus-Chefs Peter Höß leitete. Gegen die Stimme von Ingrid Versen (CSU) wurde der Haushalt 2016 schließlich abgesegnet.

Die wichtigsten Zahlen des Haushalts 2016

Der Verwaltungshaushalt schließt in Einnahmen und Ausgaben mit rund 19,5 Millionen Euro, der Vermögenshaushalt mit 10,4 Millionen Euro. Die größten Einnahmen: Beteiligung an der Einkommensteuer: 2,4 Millionen Euro, Anteil an der Spielbankabgabe: 2,9 Millionen Euro, Grundsteuer B: 1,3 Millionen Euro, Gewerbesteuer: 1 Million Euro. Die größten Umlagen und Ausgaben: Sach- und Betriebskosten: 6,8 Millionen Euro, Personalkosten: 4 Millionen Euro, Kreisumlage: 3,1 Millionen Euro. Größere Investitionen: Neubau Badehaus: 4 Millionen Euro, Umbau Lindenplatz: 1,14 Millionen Euro, Wasserversorgung: 474 000 Euro, Badepark: 346 000 Euro, Planungskosten: 230 000 Euro, Umlegung Heißenbach: 155 000 Euro. Sonstiges: Badepark Einnahmen: 1,4 Millionen Euro, Ausgaben: 2,8 Millionen Euro. Steuer-Hebesätze: Grundsteuer A: 230 von Hundert (seit 2005), Grundsteuer B: 340 von Hundert (seit 2012), Gewerbesteuer: 350 von Hundert (seit 2011). Schuldenstand 2015: 28,5 Millionen Euro (2014: 30,1 Millionen Euro).

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