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Robert Huber ist jetzt Verwaltungsrats-Vorsitzender des Kommunalunternehmens.

Harsche Kritik von der CSU

Kommunalunternehmen: Huber hat nun doch Oberaufsicht

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Bad Wiessee - Jetzt ist Robert Huber doch Verwaltungsrats-Vorsitzer des Kommunalunternehmens in Bad Wiessee. Mit 9:7 Stimmen wählte ihn der Gemeinderat - allerdings teilweise nicht ohne Murren.

Wäre es nach Wiessees Bürgermeister Peter Höß (Wiesseer Block) gegangen, dürfte sein Stellvertreter Robert Huber sich heute Vorstandsvorsitzender des Kommunalunternehmens Bad Wiessee (KBW) nennen. Doch dagegen erhob neben der CSU auch das Landratsamt Miesbach einige Einwände. Den Vorstandsvorsitz hat nun Patrik Zeitler, der als Angestellter der Gemeinde die Geschäfte führt.

Aufsichtsorgan des KBW ist der Verwaltungsrat, bestehend aus sieben Gemeinderäten. Der Vorsitz kommt laut Satzung dem Bürgermeister zu. Schon vor einem Jahr hatte Höß dem Gemeinderat empfohlen, diese Aufgabe seinem Stellvertreter Huber dauerhaft zu übertragen. Der ist als Aufsichtsratsvorsitzender der Baugenossenschaft Lenggries bestens mit dem Metier vertraut. Der Gemeinderat wehrte ab. Schließlich ist der Verwaltungsrats-Vorsitz durchaus eine Führungsposition. Das Gremium gibt den Kurs vor, zudem ist der Mann an der Spitze auch Stellvertreter des Vorstandsvorsitzenden.

Das erste Projekt: Das Kommunalunternehmen lässt das Haus Dr. Scheid-Straße 7 sanieren.

In der Praxis hat Huber den Bürgermeister jedoch in allen Verwaltungsratssitzungen bis auf eine vertreten. Er habe zu wenig Zeit, erklärte Höß, und zudem könne Huber in dem Gremium „sein unglaubliches Knowhow“ einbringen. Um der Ehrlichkeit willen solle Huber aber auch ganz offiziell als dauerhafter Vertreter des Rathauschefs diese Position übernehmen.

„Das mit der Arbeitsüberlastung nimmt Ihnen keiner ab“, schleuderte Kurt Sareiter (CSU) Höß entgegen. Er möge doch seine Aufgabe wahrnehmen. Das Überlastungs-Argument zog auch bei Florian Sareiter (CSU) nicht. „Ich hoffe, wir müssen uns keine Sorgen machen“, merkte er spitz an. Seine Kompetenz hätte Huber im Übrigen als einfaches Mitglied des Verwaltungsrates einbringen können, so Florian Sareiter. Als solches habe Huber dem Gremium aber nicht angehören wollen. Ein Stil nach dem Motto „Chef oder nix“, der ihn an die Kreistagswahl 2014 erinnere, als Huber nach der verlorenen Landratswahl sein Mandat als einfaches Mitglied des Kreistags nicht antreten wollte, meinte Sareiter: „Das finde ich kindisch.“

Die alten Vorwürfe wieder aufzuwärmen, fand Bernd Kuntze-Fechner (SPD), „einfach unmöglich“. Im KBW sei die Zusammenarbeit mit den Kollegen der CSU doch sehr konstruktiv. „Die Mieter warten jetzt darauf, dass sich etwas tut“, erklärte Kuntze-Fechner. Die CSU habe von Anfang an gegen Huber geschossen, meinte Fritz Niedermaier (Wiesseer Block). „Aber dass Du ihn jetzt noch persönlich beleidigst, haut dem Fass den Boden raus“, ließ er Sareiter wissen. Auch Jupp Brenner (Wiesseer Block) wies die Vorwürfe zurück. Es sei doch ehrlich von Höß, Huber den Posten auch ganz offiziell zu geben.

Huber selbst blieb ungerührt. Er danke für das Vertrauen, sagte er nach seiner Wahl mit 9:7 Stimmen. Auch wenn manche gegen seine Berufung votiert hätten, werde dies für die praktische Arbeit im KBW keine Auswirkungen haben. Er danke da auch der CSU, die ihre Kompetenz einbringe.

Zu tun gibt’s beim KBW viel. Das Unternehmen hat schwer sanierungsbedürftige Wohnungen übernommen. Probleme macht auch die große Spannweite bei den Mieten. Teils sind recht gute Wohnungen ungemein günstig und sogar billiger als stark renovierungsbedürftige Bauten. „Da müssen wir Erblasten ausgleichen“, sagt Huber. Es stehen Mieterhöhungen an, die für Unruhe sorgen. Und es wird renoviert: Als erstes sind die Wohnungen im Haus Dr. Scheid-Straße 7 an der Reihe.

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