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Muss für den schönen Hotel-Blick weichen: die Spielarena in Bad Wiessee.

Gemeinde fügt sich Investoren-Wunsch

Wegen Gesundheitshotel: Spielarena wird abgerissen

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Bad Wiessee - Euphorie, Stolz und Entschlossenheit: All das mischte sich, als der Wiesseer Gemeinderat jetzt das neue Gesundheitshotel auf den Weg brachte. Einen Haken gibt es allerdings.

„Was wir da sehen, ist etwas Großartiges“, schwärmte Robert Huber (SPD) mit Blick auf den Bebauungsplan, den es zu verabschieden galt. Auf dem Gelände des Jodschwefelbads will das Schweizer Unternehmens Sport Medicine Excellence Group (SME) ein Gesundheitshotel mit 114 Zimmern errichten, verteilt auf zwei Flügel. Ein drittes Gebäude beherbergt ein medizinisches Zentrum mit zwei OP-Sälen und Therapieräumen, zudem ist ein Personalhaus auf den jetzigen Tennisplätzen geplant. 

Im Juni soll der Bebauungsplan rechtskräftig sein, Weihnachten 2018 könnte der Komplex stehen. Was den Blick aus manchen Hotelzimmern beeinträchtigt, ist die Spiel-Arena. Der wenig ansehnliche Bau soll 2021, wenn der Pachtvertrag mit Josef Niedermayer ausläuft, abgerissen werden. 

Im Gremium war man sich – fast – einig: Die Planung passt. Auch Florian Sareiter (CSU) sprach von Stolz und Euphorie. „Aber das schlägt jetzt in Entschlossenheit um“, machte er deutlich Und: „Noch stolzer werden wir sein, wenn etwas eingeweiht werden kann.“ Rolf Neresheimer (ranBW) teilte die Euphorie ganz und gar nicht. Die Gemeinde mache dem Investor gegenüber zu viele Zugeständnisse, kritisierte er. Nicht genug damit, dass dieser das 18.000 Quadratmeter große Jodbadgelände sehr billig bekomme – SME muss rund sieben Millionen Euro zahlen –, nun beschneide man für das Projekt auch noch die Freizeitangebote. Spiel-Arena und Tennisplätze seien für den Ort wichtig. Für den Investor sei der Komplex doch eine Wertschöpfungsmaschine. Und am Ende ergehe es der Gemeinde mit dem Unternehmen dann wie mit der Klinik Medical Park Hubertus, die ihren Hauptsitz nach Amerang verlegt habe, merkte Neresheimer an. 

Letzteres wirke sich für die Gemeinde aber nicht negativ aus, versicherte Bürgermeister Peter Höß (Wiesseer Block). Als Klinik sei der Medical Park von der Gewerbesteuer befreit, die Gemeinde verliere durch die Verlegung des Sitzes also nichts. „Für uns ist es wichtig, dass ein Unternehmen Erfolg hat.“ Erfolg wünscht man auch der neuen Sportsclinic Germany. Darum entsprach das Gremium dem Wunsch der Investoren, den Abriss der Spiel-Arena für 2021 festzuschreiben. Auf Antrag von Klaudia Martini (SPD) votierte der Gemeinderat mit 9:7 Stimmen dafür, das im Bebauungsplan festzuhalten. Florian Sareiter hatte vergeblich darum gebeten, dies offen zu lassen: „Wir müssen uns doch keine Fußfesseln durch ein Datum anlegen.“ 

Für Josef Niedermayer, der als Zuhörer bei der Sitzung dabei war, ist die Abrissverfügung völlig unverständlich. Damit entscheide das Gremium schon für einen Gemeinderat, der 2020 neu gebildet werde, sagte Niedermayer: „Vom Demokratieverständnis her ist das total daneben.“ Niedermayer hat übrigens noch keine Pläne für die Zukunft der Spiel-Arena, die viele Besucher anlockt. Er ist auch Betreiber der drei Tennisplätze, die dem Personalhaus geopfert werden. Deren Verlust schmerzt ihn aber kaum – die Nachfrage ist gering. Ihm bleiben zwei Plätze in der Traglufthalle und ein Außenplatz. 

Daneben beschäftigte das Gremium die Stellplatzfrage. Städteplaner Eberhard von Angerer stellte das Konzept vor. Vorgesehen sind 355 Stellplätze, davon 190 in einer Tiefgarage. Zusätzlich können 100 Stellplätze südlich der Wandelhalle angelegt werden. Dies nur vorübergehend: Nach dem Abriss der Spiel-Arena ist dort Platz für Stellflächen oder ein Parkhaus. Zudem ist eine Tiefgarage mit 40 Plätzen beim Personalhaus geplant. Bei Bedarf, regte Birgit Trinkl (Wiesseer Block) an, könnte die Gemeinde dort mit einsteigen und die Tiefgarage deutlich vergrößern.

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