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Auch  an der Seepromenade in Bad Wiessee soll das künftige Grünkonzept umgesetzt werden.

Bad Wiessee will seine Bepflanzungen ändern

Neues Grünkonzept: "Olivenbäume sind der falsche Weg"

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Bad Wiessee - Heimische Wildkirschen statt südländischer Olivenbäume, naturnahe Gärten statt architektonisch angelegter Zierbeete: Bad Wiessee will sich ein naturnahes Grün-Konzept verordnen.

In Bad Wiessee ist vieles im Umbruch, und auch beim Thema Bepflanzung soll sich einiges ändern. Die SPD-Fraktion hat zwar noch keine konkreten Vorschläge, aber eine grundsätzliche Vorstellung: „Wir haben viele Flächen, die anders gepflegt werden könnten“, sagte Klaudia Martini im Gemeinderat, als sie den Antrag der Fraktion zur Erarbeitung eines Konzepts zur landschaftsverträglichen, naturnahen Bepflanzung und Pflege der gemeindlichen Grundstücke vorstellte. Martini ist überzeugt: Die Touristen wollen Natur und Landschaft am Tegernsee sehen. Von Olivenbäumen, die gerade in Mode seien, halte sie nichts. Es sei einiges aufzuholen und vorwärts zu bringen, sagte Martini. Sie wünscht sich eine „Philosophie für den Ort, die sich durch alle Planungen zieht.“ Das Konzept könne ihrer Meinung nach entlang der Uferpromenade, beim Jodschwefelbad, bei allen neuen Hotels im Ort, am Lederer-Areal sowie an allen Plätzen und öffentlichen Stellen umgesetzt werden. Sie sei sich sicher, so Martini, dass sich auch Haus- und Grundbesitzer an dem Konzept orientieren werden. 

In dem Antrag argumentieren Martini, Bernd Kuntze-Fechner und Robert Huber damit, dass im ländlichen Raum zunehmend Pflanzen und Gewächse sowie Bäume gepflanzt würden, die für Insekten und Vögel immer weniger an Nahrung und Zuflucht bieten. Eine angepasste Bepflanzung mit heimischen Blumen, Gehölzen und Bäumen sei im Hinblick auf Fauna und Flora von entscheidender Bedeutung. „Ein Umsteuern hin zu einer naturnahen Grüngestaltung könne ein wertvoller Beitrag zum Erhalt und zur Stärkung der Vielfalt von Tier- und Pflanzenwelt sein.“ Der Gemeinderat könne durch sein Vorbildverhalten ein Zeichen setzen, ist die Fraktion überzeugt und bat daher um Zustimmung am Ratstisch. 

"Blumenampeln machen mehr Arbeit"

Die bekam sie, wenngleich Kurt Sareiter (CSU) wissen wollte, mit welchem personellen und finanziellen Aufwand zu rechnen sei. Martini versicherte, dass die Umsetzung nicht kostenintensiv sein werde. „Im Gegenteil“, so Martini. Eine Blumenampel produziere viel mehr Arbeit und Kosten. Die Gemeinde will also möglichst viele Grünflächen naturnah gestalten – die Aktion der Nachbarn in Gmund, die den Seeglas-Kreisel zur Bienenweide umfunktioniert haben, kommt allerdings nicht gut weg: Sie wurde als „Schaugeschichte“ belächelt. Georg Erlacher (CSU) konnte dem SPD-Antrag nur beipflichten und sich dafür bedanken: „Mit Gewächsen wie Olivenbäumen, die es bei uns nicht gibt, sind wir ohnehin auf dem falschen Weg.“ Birgit Trinkl (Wiesseer Block) unterstützte den Vorschlag des Bürgermeisters, die Untere Naturschutzbehörde am Landratsamt in die konkreten Planungen einzubeziehen. „Damit wird uns vieles leichter fallen.“ Dass das Konzept auch tatsächlich umgesetzt werde, hielt Florian Sareiter (CSU) für wichtig. Er schlug jedoch vor, die Anlagen des Kommunalunternehmens bei der Umsetzung auszuklammern. Die Gemeinde könne hier keine Weisungen geben. Bernd Kuntze-Fechner wünschte sich, dass alle an einem Strang ziehen. Vielleicht könne ja die Öko-Modellregion, der Bad Wiessee angehöre, Unterstützung leisten.

Nach ausführlicher Diskussion stand fest: Die Verwaltung wird zusammen mit dem Bauhof ein Konzept erarbeiten – und zwar bis zum Herbst, damit es zur nächsten Vegetationsperiode umgesetzt werden kann. Alle Gemeindebetriebe und die Untere Naturschutzbehörde werden mit einbezogen. Der SPD-Antrag war damit einstimmig angenommen.

gr

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