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Wiesseer Bauausschuss sagt Nein: Mitarbeiterwohnheim scheitert auch im zweiten Anlauf

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Von: Gabi Werner

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Das bestehende Gebäude im Bergerweg soll abgerissen und durch ein Wohnheim für Arbeitnehmer ersetzt werden. Die Pläne überzeugten aber noch nicht.
Das bestehende Gebäude im Bergerweg soll abgerissen und durch ein Wohnheim für Arbeitnehmer ersetzt werden. Die Pläne überzeugten aber noch nicht. © Thomas Plettenberg

Eigentlich sind Personalwohnungen im Sinne der Gemeinde. Die Pläne für ein geplantes Mitarbeiterwohnheim in Bad Wiessee hat der Bauausschuss jetzt trotzdem zum zweiten Mal abgelehnt.

Bad Wiessee – Wann der erste Spatenstich für das Senioren-Wohnprojekt auf dem Grundstück des ehemaligen Hotels Edelweiß in Bad Wiessee erfolgt, ist weiterhin unklar. Um aber schon einmal fürs Personal vorzusorgen, plant der Investor – das Immobilien-Unternehmen OSWA aus Ingersheim (Baden-Württemberg) – parallel zu dem Hauptprojekt auch ein Mitarbeiterwohnheim am Bergerweg. Soweit so gut – ein solches Vorhaben ist im Sinne der Gemeinde. Trotzdem lehnte der Bauausschuss die Planung jetzt zum zweiten Mal ab. Mit 4:4 Stimmen.

Mehr Parkplätze, schönere Optik: Bauherr hat bei Personalhaus nachgebessert

Wie Bauamtsleiter Anton Bammer in der Sitzung erläuterte, soll auf dem knapp 1700 Quadratmeter großen Grundstück das Bestandsgebäude abgebrochen und durch ein etwa 26 mal 13 Meter großes Wohnheim für Beschäftigte ersetzt werden. 47 Betten, verteilt auf 36 Zimmer, könnten darin entstehen. Nachdem das Gremium im Mai den Vorbescheidsantrag abgelehnt hatte, weil die Gestaltung der Fassade „zu uniform“ erschien, die Außentreppen nicht gefielen sowie die Stellplatzfrage nicht zur Zufriedenheit geklärt war, hatte der Bauherr nachgebessert. Bammer bescheinigte dem Objekt nun eine „ansprechende Gestaltung“. Zudem wurden im überarbeiteten Entwurf 30 Stellplätze eingeplant, womit der Schlüssel der kürzlich erweiterten Stellplatzsatzung erfüllt ist. Der Gemeinderat hatte erst in seiner jüngsten Sitzung beschlossen, in der Satzung die Regel zu verankern, dass bei Arbeitnehmerwohnheimen ein Stellplatz pro zwei Betten nachzuweisen ist.

CSU-Sprecher will Anzahl der Wohneinheiten reduzieren

Die große Euphorie angesichts der angepassten Planung für das Objekt im Bergerweg blieb in der Sitzung des Bauausschusses dennoch aus. „Gestalterisch kann ich nicht den Aha-Effekt feststellen“, meinte Peter Kathan (CSU). Sein Fraktionskollege Florian Sareiter störte sich an den geplanten Lichtschächten, die zusätzlichen Wohnraum im Untergrund ermöglichen und für die er keine Ausnahme von der Gestaltungssatzung machen wollte. „Wenn wir das genehmigen, müssen wir es überall genehmigen“, warnte er. Sareiter plädierte dafür, die Lichtschächte zu streichen und damit auch die Zahl der Wohneinheiten etwas zu reduzieren. Zumal er – trotz nunmehr erfülltem Stellplatzschlüssel – ein Parkplatzproblem auf dieses „sensible Gebiet“ zukommen sah. „Da werden die Autos den Bergerweg entlang stehen“, prophezeite er.

Trotz erfülltem Stellplatz-Schlüssel: Sorge wegen fehlender Parkplätze

Ist ein halber Stellplatz pro Bett wie beschlossen also doch nicht ausreichend? Kurt Sareiter, ebenfalls CSU, zeigte sich – wie auch schon bei der Debatte über die Neufassung der Stellplatzsatzung – überzeugt, dass die allermeisten Arbeitnehmer in einem solchen Wohnheim über ein Auto verfügen. „Wo sollen die dann parken, wenn auf dem Grundstück nichts mehr geht?“, fragte Sareiter. Er wolle nicht etwas absegnen, bei dem er sich hinterher die Frage aus der Bürgerschaft gefallen lassen müsse, welche Deppen das genehmigt hätten, so Sareiter wörtlich.

Stimmengleichheit: Vorbescheidsantrag erneut abgelehnt

Ganz anders sah die Sache Benedikt Dörder (SPD). Er betrachte das geplante Wohnheim als Zweckbau. Angesichts des großen Drucks auf dem Wohnungsmarkt könne er sich mit der Planung und den gewünschten Abweichungen anfreunden. Johannes von Miller (Grüne) sprach zwar von einer durchaus massiven Versiegelung der Fläche durch das Gebäude selbst und die Parkplätze rundherum, konnte aber in diesem Bereich mit den Lichtschächten – die laut Bammer aufgrund der Topografie kaum sichtbar in Erscheinung treten – leben. Vier Gemeinderäte stimmten am Ende für den Vorbescheidsantrag, vier dagegen – nachdem bei Stimmengleichheit ein Antrag abgelehnt ist, reichte es für das Projekt der OSWA GmbH auch im zweiten Anlauf nicht.

Investor Oswald von Entscheidung „völlig überrascht“

Firmen-Chef Markus Oswald zeigte sich in einer ersten Reaktion „völlig überrascht“ von der Ablehnung. Angesichts der Umplanung, die nun auch in Sachen Stellplätze den neuen Anforderungen mehr als genüge, habe er mit einer anderen Entscheidung gerechnet.

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