Die Ratten huschen auch an der Straße entlang – hier beim Streugut-Container.

Plage am Tegernsee:

Wiesseer beschwert sich über Ratten im Garten - aber vielleicht ist er selbst schuld

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In seinem Garten nahe der Wiesseer Seepromenade sieht Manfred Stecher Ratten flitzen. Er sieht die Gemeinde in der Pflicht, sie zu bekämpfen. Doch die spielt den Ball zurück.

Bad Wiessee  - Manfred Stecher (75) sitzt jeden Tag in seinem Garten an der Adrian-Stoop-Straße in Bad Wiessee. Es ist ein ruhiges grünes Plätzchen mit Blick auf die Seepromenade, allerdings umgeben von Gewerbebetrieben. Seit drei Wochen beobachtet er dort auch etwas, was ihm nicht gefällt: Ratten. Sie huschen an der Hecke entlang, durchs Gras bis zur Straße. „Die werden von Tag zu Tag aggressiver“, sagt Stecher. Er ist davon überzeugt, den Tag zu kennen, an dem sich die Rattenpopulation erstmals gezeigt hat: der 11. März. Zuvor habe es keine Ratten auf dem Grundstück gegeben, das hätte sein – inzwischen verstorbener – Kater auch nicht zugelassen. Gesichtet habe er inzwischen etwa fünf Exemplare.

In seinem Garten sitzt Manfred Stecher jeden Tag. Seit einiger Zeit beobachtet er an der Hecke Ratten.

Für Stecher ist klar: Die Behörden haben sich um die Rattenbekämpfung zu kümmern. Zumal nach seiner Einschätzung die Abfallcontainer umliegender Betriebe die Nager anlocken. Darum hat er etliche Male beim Landratsamt Miesbach und im Wiesseer Rathaus angerufen. Sein Eindruck: Die Anrufe haben nicht gefruchtet, die Behörden unternehmen nichts. Ein Zustand, den er anprangern will. Schließlich sind Ratten Krankheitsüberträger. „Mit den Kameraden ist nicht zu spaßen“, meint Stecher.

Ignoriert haben Landratsamt und Gemeinde seine Hinweise aber keineswegs. Ein Mitarbeiter des Fachbereichs Veterinärmedizin am Landratsamt kontrollierte nach der Meldung Stechers zwei anliegende Gewerbebetriebe, ein Hotel und eine Bäckerei. Danach gab der Experte Entwarnung. „In den Betriebsräumen beider Gewerbebetriebe gibt es keinerlei Hinweise auf einen Schädlingsbefall“, teilt Sophie-Marie Stadler als stellvertretende Pressesprecherin des Landratsamtes mit.

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Im Rathaus nahm sich Geschäftsleiter Hilmar Danzinger der Sache an. Dabei, sagt er, seien Ratten in der Nähe von Wasser grundsätzlich nicht ungewöhnlich. Die Gemeinde setze an Bachläufen immer wieder professionelle Schädlingsbekämpfer ein. Die Meldung eines Vorkommen direkt an der Seepromenade bedeute aber Handlungsbedarf. Danzinger ist auch tätig geworden. Allerdings nicht so, wie Stecher sich das gewünscht hat. Der Geschäftsleiter hat Stecher aufgefordert, das Füttern der Vögel in seinem Garten einzustellen und einen Schädlingsbekämpfer zu beauftragen. Auslöser, so Danzinger, war der Bericht des Experten aus dem Landratsamt. Der habe in den umliegenden Betrieben keinen Rattenbefall entdeckt, die Ursache des Übels aber beim Blick in Stechers Garten ausfindig gemacht. Dort werde Vogelfutter „in großen Mengen“ ausgebracht. Tatsächlich ist der Tisch für Vögel in Stechers Garten reich gedeckt, sogar Enten watscheln über den Rasen. Stecher akzeptiert diesen Vorhalt allerdings nicht. „Eine Mär“, sei die Behauptung, das Vogelfutter locke die Ratten an, meint er und sieht sich nicht in der Pflicht. „Ich denke nicht daran, für die Untätigkeit der Behörden geradezustehen.“

Aber wer ist nun zuständig? „In erster Linie der Grundstücks-Eigentümer“, erklärt Landratsamt-Sprecherin Stadler. Ist öffentlicher Grund betroffen oder der Standort des Nestes unklar, wäre zunächst die Gemeinde als örtliche Sicherheitsbehörde zuständig. Ob ein Eingreifen nötig ist, müsse im Einzelfall beurteilt werden. „Im Zuge dessen ist – wie in diesem Fall – eine enge Zusammenarbeit mit dem Fachbereich Veterinärmedizin und Verbraucherschutz möglich, um die Lebensmittelsicherheit in Gewerbebetrieben zu gewährleisten“, meint Stadler. Ihr zufolge ist nicht erwiesen, woher die Ratten kommen: „Das kann im Nachhinein nicht mehr aufgeklärt werden und wäre reine Spekulation.“

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