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So könnte es aussehen: Die Animation zeigt das Biomasse-Heizwerk neben dem Heizwerk. Gegen den Standort wehren sich Anwohner. 

Bisherige Berater nicht mehr an Bord 

Wiesseer Nahwärmenetz europaweit ausgeschrieben

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Bad Wiessee treibt das Öko-Projekt Nahwärmenetz voran - trotz des Widerstands gegen den Standort. Um das Vorhaben juristisch wasserdicht zu machen, hat die Gemeinde eine EU-weite Ausschreibung gestartet.

Bad WiesseeSpätestens im Sommer 2022 könnte das Biomasse-Heizwerk im Wiesseer Kurviertel Öko-Wärme liefern. Voraussetzung ist, dass sich genügend Kundschaft findet. Und dass der Protest das Projekt nicht kippt. Wie berichtet, hat eine Interessengemeinschaft juristische Schritte angekündigt, sollte die Gemeinde am Standort beim Badepark festhalten. Doch der scheint nicht zur Debatte zu stehen. Um ihr Vorhaben juristisch wasserfest zu machen, hat die Gemeinde das Projekt jetzt EU-weit ausgeschrieben. Es geht um den Wärmeliefervertrag, sowie die Konzessionen für den Bau des Nahwärmenetzes und die Nutzung des Grundstücks. „Wir dürfen im Verfahren absolut keinen Fehler machen“, weiß Bürgermeister Peter Höß.

Dazu gehört ein klarer Schnitt. Die Partner, mit denen die Gemeinde das Projekt vorbereitet hat, sind künftig nicht mehr dabei. Einer Pressemitteilung der Gemeinde zufolge hat die Kanzlei Noerr es aufgrund „möglicher Interessenskonflikte“ als notwendig erachtet, das beratende Ingenieurbüro auszutauschen. Statt des Miesbacher Büros EST unterstützt nun Steinbacher Consult die Kommune. Auch der bisherige Projektkoordinator Karl Schönbauer ist nicht mehr mit an Bord. Die Gemeinde sei mit den bisher erbrachten Leistungen von EST und Schönbauer aber „außerordentlich zufrieden“, heißt es in der Pressemitteilung.

Die Interessenskonflikte, die Noerr befürchtet, könnten aus langjährigen Kooperationen und bereits getätigten Verhandlungen erwachsen. Im Auftrag der Gemeinde hatte EST ab November 2016 die Machbarkeit einer Nahwärmeversorgung untersucht. Das Ergebnis präsentierte EST-Chef Michael Brünner im Mai 2017 dem Gemeinderat. Als Komplettpaket: Einen möglichen Betreiber hatte Brünner gleich mitgebracht. Es war Sebastian Henghuber von der MW Biomasse AG mit Sitz in Irschenberg. Eine schnelle Lösung war zum Greifen nahe. Eine solche schien vonnöten. Die Gemeinde hoffte, das Unternehmen SME als Abnehmer gewinnen zu können. Das lag buchstäblich nahe: SME will ein Luxushotel mit Medizinzentrum auf dem Jodbadgelände errichten. Doch das Schweizer Unternehmen winkte ab. Für die Gemeinde war dies eine große Enttäuschung. Aber sie gewinnt auch Zeit. Denn nachdem SME nicht anschließt, gibt’s keinen Termindruck mehr. Die Gemeinde entschied sich, den privaten Partner in einer Ausschreibung zu ermitteln.

Die MW Biomasse AG kann sich ebenso bewerben wie andere mögliche Betreiber. „Alle haben den gleichen Kenntnisstand“, sagt Höß. Die Vergabe soll im Januar 2019 erfolgen. Wer den Zuschlag erhält, muss noch genügend Abnehmer gewinnen, um das Projekt rentabel zu machen. Große Hoffnungen ruhen auf Investor Thomas Strüngmann, dessen Büro Athos an der Seepromenade ein Hotel und mehrere Wohn- und Geschäftshäuser plant. Die Gesamtkosten für den Bau von Heizwerk mit Ringleitung liegen der bisherigen Kalkulation nach bei 6,2 Millionen Euro.

Der ehemalige Koordinator Schönbauer hat bereits viele Gespräche geführt. Es gebe keine Unstimmigkeiten, er ziehe sich nun ohne Groll zurück, versichert er: „Das Projekt ist sauber vorbereitet und auf den Weg gebracht.“

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