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Als Taufpatin begoss Regina Reifenstuhl, Bootsführerin bei der Polizei, das neue Boot mit Sekt. Der Festakt fand auf dem Gelände des Wiesseer Yachtclubs statt. 

Erster Einsatz beim Tegernseer Seefest

"WSP 44": Das neue Polizeiboot ist getauft!

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Bad Wiessee - Auf den spröden Namen "WSP 44" wurde am Donnerstag das neue Boot der Polizei Bad Wiessee getauft. Noch am gleichen Tag sollte es den ersten Einsatz haben: beim Seefest in Tegernsee.

„Gerade in diesen Tagen gilt es, das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung durch Polizeipräsenz zu stärken“, meinte Polizeipräsident Robert Kopp bei der Bootstaufe. Auch auf dem Tegernsee, dem Ausflugsziel schlechthin. Eben darum hat der Freistaat 61.000 Euro in ein neues Boot für die Wiesseer Polizei investiert. Wie unsere Zeitung berichtete, war das 26 Jahre alte Vorgängermodell nach einem Motorschaden nicht mehr einsatzbereit.

Zur Weihe und Taufe des wendigen Schiffs hatte die Polizei nicht von ungefähr am Donnerstag eingeladen. Schließlich findet gerade die Kabinettsklausur der bayerischen Staatsregierung in St. Quirin statt. Somit standen die Chancen gut, dass Innenminister Joachim Herrmann und Wirtschaftsministerin Ilse Aigner zum Festakt erscheinen und gleich noch eine Rundfahrt unternehmen.

Aber es kam anders. Als Vertreter der beiden angekündigten Ehrengäste eilte Staatssekretär Gerhard Eck (CSU) über den grünen Rasen des Yachtclubs Bad Wiessee zum blumenumkränzten neuen Boot. Kurzfristig habe Ministerpräsident Horst Seehofer Aigner und Herrmann zu einer Zielbesprechung gebeten, erklärte Eck. Diese sei angesichts der „riesigen Herausforderungen derzeit“ einfach nötig und lasse leider keine Zeit für einen Abstecher zur Bootstaufe.

Um den Vertretern der hohen Politik buchstäblich entgegenzukommen, hätte Wiessees Polizeichef Wilhelm Sigel das neue Boot übrigens gern am Steg in St. Quirin festgemacht. „Aber da ist es leider zu seicht“, meinte Sigel. Eine Schramme bei der Taufe des nagelneuen Boots wollten die Verantwortlichen keinesfalls riskieren. So zerschmetterte Taufpatin Regina Reifenstuhl keine Sektflasche am Bug, sondern begoss die Neuerwerbung lediglich mit etwas Perlwein. Reifenstuhl ist die einzige Frau im Team der fünf Polizeibootsführer. Dass ihr die Aufgabe zukam, das Schiff auf den spröden Namen „WSP 44“ zu taufen, gefiel dem Staatssekretär: „Meist machen das ja Damen der Gesellschaft.“

Den Segen für Boot und Besatzung erbaten die Polizei-Seelsorger Hilda Schneider und Andreas Simbeck. Mit dabei waren nicht nur die Vertreter der Polizei, sondern unter anderem auch Wasserwachten und DLRG sowie alle fünf Tal-Bürgermeister und Landrat Wolfgang Rzehak.

Seinen ersten großen Einsatz sollte das Boot wenige Stunden nach der Taufe haben. Da passte der feierliche Blumenschmuck gut. „Wir werden beim Seefest sehr präsent sein“, kündigte Sigel an. Auf dem Wasser, aber vor allem auch an Land.

Unterstützt wird dies von einem privaten Sicherheitsdienst, den die Stadt Tegernsee engagiert hat. Zehn Mann hat Bürgermeister Johannes Hagn gebucht. „100 Prozent mehr als sonst“, erklärt Hagn. Eine Entscheidung, die unmittelbar nach dem Amoklauf in München fiel. Kurzfristig habe er daran gedacht, das Seefest wegen der Anschlagsgefahr ausfallen zu lassen, meint der Bürgermeister. Letztlich habe er sich dagegen entschieden. „Wir wollen uns das nicht nehmen lassen.“

Hagn gehört zu denen, die im Vorfeld auch kritische Worte zum Polizeieinsatz auf dem See gefunden haben. Es müsse halt auch die Personalstärke vorhanden sein, um zusätzlich den Dienst auf dem Wasser leisten zu können, merkte er auch am Donnerstag an. Noch immer könne die Wiesseer Polizei mehr Einsatzkräfte gebrauchen.

Das neue Boot hingegen lässt kaum Wünsche offen. „Das ist einfach super“, schwärmt Inspektionsleiter Sigel. Moderner und komfortabler als sein Vorgänger – und überdies auch für die Rettung von Menschen aus dem Wasser geeignet.

jm

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