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Wiesseer Trachtler sichern sich ihre Zukunft: Rohbau der neuen Vereinshütte steht

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Bürgermeister Robert Kühn bei der Hebauf der Trachtenhütte Bad Wiessee
Eine kalte Dusche von oben gab‘s für Bürgermeister Robert Kühn bei der Hebauf-Feier für die neue Trachtenhütte im Abwinkler Kurpark. © Ingrid Versen

Die Wiesseer Trachtler bekommen ein neues Vereinsheim. Dank des großen Engagements der Helfer konnte jetzt bereits Hebauf gefeiert werden. Für den Bürgermeister gab‘s dabei eine eiskalte Überraschung.

Bad Wiessee – Mit der neuen Trachtenhütte im Kurpark von Abwinkl entsteht ein echtes Schmuckstück. Der Wiesseer Heimat- und Volkstrachtenverein, der das neue Domizil zum Großteil in Eigenleistung errichtet, befindet sich mit dem Projekt auf der Zielgeraden: Am Freitag (17. Juni) fand eine kurzfristig anberaumte Hebauf-Feier statt. Vorsitzender Georg Erlacher zeigte sich stolz: Bisher wurden für das neue Vereinsheim bereits rund 1600 Arbeitsstunden geleistet. Mehr als 60 Mitglieder und Bürger würden sich ehrenamtlich am Bau beteiligen.

Neues Vereinsheim deutlich größer als die alte Trachtenhütte

Die neue Holzhütte wird das bisherige Vereinsheim an der Söllbachtalstraße ersetzen. Das war dem stetig wachsenden Verein zu klein geworden. Im September 2021 hatte die Gemeinde die Baugenehmigung erteilt, Anfang Oktober startete der Verein mit dem Bau, noch vor Weihnachten wurde das Fundament gelegt. „Im Winter“, so berichtete Erlacher, „galt es, die vielen Holzarbeiten zu erledigen“. Das stattliche und rustikale Gebäude, das nun inmitten der Wiese des Abwinkler Kurparks steht, hat eine Größe von 16 auf 9 Meter und ist damit deutlich größer als sein „Vorgänger“.

Die aktiven Trachtenkinder erhalten einen eigenen Übungsraum

Das neue Domizil soll vor allem der Jugendarbeit dienen. Für die 30 aktiven Trachtenkinder entsteht ein großer Übungsraum mit Küche, Technikraum und getrennten Toiletten. Auch die Theatergruppe erhält hier ihren eigenen Probenraum. Insgesamt stehen nach der Fertigstellung rund 150 Quadratmeter Fläche zur Verfügung – die offizielle Eröffnung ist für Ende 2023 geplant.

Zwei Eimer Wasser ergießen sich über den Bürgermeister

Eine überraschende Erfrischung erlebte Bürgermeister Robert Kühn, als er mit dem Anhängen des geschmückten Bäumchens beauftragt wurde, während Zimmerermeister Hans Zehetmeier, Hans Buchberger und Benedikt Höß bereits für den traditionellen Richtspruch auf dem Dachfirst parat standen. Zwei randvoll mit Wasser gefüllte Eimer ergossen sich nach alter Tradition von oben auf den überraschten Gemeindechef – unter dem schallenden Gelächter der Besucher. Kühn nahm es mit Humor: „Das trocknet ja wieder.“ Vereins-Chef Erlacher hatte zudem ein trockenes Hemd parat, so dass der Bürgermeister gemeinsam mit den weiteren 40 geladenen Gästen anschließend seine Brotzeit in trockenem Zustand genießen konnte.

Neue Trachtenhütte: Es klafft noch eine Finanzierungslücke

„Ich freue mich über den Mut der Trachtler, mit dieser Eigenleistung die Zukunft des Vereins zu sichern“, sagte Kühn. Unterstrichen wurde diese Leistung auch in Form eines Zuschusses der Gemeinde in Höhe von 40.000 Euro. Den gleichen Betrag spendete die Hubertus-Altgelt-Stiftung durch den verantwortlichen Juristen Anton Lentner. Mehr als 50.000 Euro hatte zudem der Spendenaufruf der Trachtler eingebracht. „Insgesamt eine schöne Summe“, freute sich Erlacher, der um weitere Unterstützung bat. Die veranschlagten Materialkosten in Höhe von 150.000 Euro sollen unbedingt eingehalten werden, auch wenn sich die Baukosten für manche Bereiche inzwischen erheblich erhöht haben. So klafft noch eine Lücke bei der Finanzierung von gut 20.000 Euro.

Ingrid Versen

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