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In der Winterstube erläuterte Michael Herrmann im Februar gemeinsam mit Petra Wagner (l.) und Maria Huber das Projekt Holzfällermuseum.

Antrag an den Gemeinderat

Wiesseer CSU will Holzfällermuseum stoppen

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Bad Wiessee - Ein Holzfällermuseum in der Zeiselbach-Winterstube? Keine gute Idee, findet die CSU-Fraktion. In einem Antrag fordert sie, den Umbau aus finanziellen Gründen zu beenden.

Ein Holzfällermuseum in der Zeiselbach-Winterstube? Keine gute Idee, findet die CSU-Fraktion des Wiesseer Gemeinderats. In einem Antrag fordert sie, den Umbau aus finanziellen Gründen zu beenden. Unterdessen versichert Bürgermeister Peter Höß, es sei gar kein Museum geplant.

Im Februar schien die Idee Holzfällermuseum noch sehr konkret. Gemeinde-Geschäftsleiter Michael Herrmann öffnete für unsere Zeitung die Tür zu der Hütte im Forst, um die Pläne zu erläutern. Die über 100 Jahre alte Zeiselbach-Winterstube, einst schlichtes Quartier von Waldarbeitern, sollte als Holzfällermuseum zum Anziehungspunkt für Gäste werden. Mit der Realisierung hatte Herrmann die Gemeinde-Mitarbeiterinnen Petra Wagner und Maria Huber betraut, die zuvor für die Schulkind-Mittagsbetreuung engagiert waren. Zudem startete er einen Aufruf an alle ehemaligen Forstleute, Ausstellungsstücke fürs Museum zur Verfügung zu stellen. 

Wie berichtet, monierte die CSU-Fraktion des Gemeinderats das Projekt schon bei der Haushaltsdebatte. Erfahren habe er von der Sache übrigens nur wegen einiger Bürger-Anfragen, erklärt Fraktionssprecher Kurt Sareiter. „Die Leute wollten wissen, warum denn da immer Handwerker-Autos vor der Winterstube stehen.“ Von der Idee, da ein Holzfällermuseum einzurichten, hält er nichts. 

Die alte Hütte sei nur nach einem langen Fußmarsch zu erreichen, es gebe keine Toiletten und obendrein auch gar keinen Bedarf – schließlich biete Ruhpolding ein Holzknechtmuseum. Zur nächsten Sitzung des Gemeinderats am 15. Juni hat die Fraktion den Antrag gestellt, den Umbau der Hütte aus finanziellen Gründen zu beenden. Laut Haushaltsplan 2016 sind für die Winterstube Ausgaben in Höhe von 56.445 Euro eingeplant, davon 19.145 Euro für die Vergütung von Angestellten und Sozialversicherungsbeiträge. Geschäftsleiter Herrmann konnte am Montag dazu keine Stellung nehmen: Er ist erkrankt. 

Aber Bürgermeister Peter Höß (Wiesseer Block) versichert, die Gemeinde verfolge mitnichten den Plan, die Winterstube zum Holzfällermuseum zu machen. Es sei auch kein Umbau im Gange. Die Mitarbeiterinnen Wagner und Huber – Letztgenannte ist die Ehefrau von Vize-Bürgermeister Robert Huber – hätten intensive Putz- und Aufräumarbeiten geleistet, seien jetzt aber nicht mehr mit der Hütte beschäftigt. Der Antrag der CSU laufe somit ins Leere, meint Höß. 

Gerne werde er aber dem – ebenfalls im Antrag enthaltenen – Vorschlag folgen, eine Ortsbesichtigung für den Gemeinderat anzusetzen. Ziel soll es sein, ein Konzept für die künftige Nutzung der Winterstube zu erarbeiten. Die Gemeinde hat sie seit Oktober 2012 von den Bayerischen Staatsforsten gepachtet. Der Vertrag gilt zehn Jahre lang. Aktuell befasse sich auch die Tourist-Info mit der Frage, wie die über einen 2,4 Kilometer langen Waldweg erreichbare Hütte touristisch genutzt werden kann, berichtet Höß. Möglicherweise müsse man Toiletten einbauen. Denkbar sei auch die Dekoration mit altem Forstgerät und Bildern, einiges sei im Rathaus schon deponiert. Ganz sicher werde die Gemeinde aber kein Museum mit Kassenkraft einrichten. Die im Haushalt angesetzten Beträge seien nicht ausgegeben worden, versichert Höß. Ihre Höhe könne er sich auch nicht ganz erklären: „Da ist wohl die Arbeit des Bauhofs einbezogen worden.“

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