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„Stark und selbstbewusst“ ins Jahr 2015

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Beim Neujahrsempfang: Bürgermeister Peter Höß (am Tisch, l.) und sein Stellvertreter Robert Huber (am Tisch, r.) inmitten der Gäste im Hotel Zur Post. © Andreas Leder

Bad Wiessee - 29, 6 Millionen Euro Schulden und viele offene Baustellen: Das könnte Sorgen machen. Doch Bad Wiessees Bürgermeister Peter Höß zeigt sich zum Start ins Jahr 2015 selbstbewusst.

Die Gemeinde stehe finanziell sogar sehr gut da, führte er sowohl im Gemeinderat als auch beim Neujahrsempfang aus. 

Auf Fragen zur Bad Wiesseer Finanzkrise reagiert Bürgermeister Peter Höß (Wiesseer Block) ziemlich ungehalten. Denn: Aus seiner Sicht existiert sie nicht. Und damit das endlich allen klar wird, hat der Rathauschef zum Jahresbeginn aktuelle Zahlen zusammengetragen und ein Papier verfasst. Am Donnerstag verlas er es im Gemeinderat, am Freitag beim Neujahrsempfang im Hotel Zur Post.

Zu letzterem waren rund 60 Vertreter von Vereinen und Verbänden gekommen. Sie alle könnten stolz auf ihre Heimatgemeinde sein, rief Höß in die Runde. So sei jetzt der Startschuss fürs Gesundheitszentrum auf dem Jodbad-Areal gefallen (wir berichteten). „Stark und selbstbewusst gehen wir da in die Gespräche“, meinte Höß. Der Gemeinde sei es gelungen, das Grundstück Spekulanten zu entziehen. Die hätten die Fläche nach der Überplanung zum doppelten Preis weiterverkauft, ließ Höß wissen.

Gleich im Anschluss legte er den finanzielles Status der Gemeinde dar. Der Schuldenstand von 29,6 Millionen sei heute noch derselbe wie vor sieben Jahre. Es handle sich größtenteils um „rentierliche Schulden“: 16,4 Millionen Euro für die Spielbank und knapp 12 Millionen für den Jodbadkauf. Die restlichen 1,2 Millionen Euro seien Altschulden für den Bade Park, das Hotel Zur Post und die Wasserversorgung.

Seit 2007 habe die Gemeinde aus Grundstücksverkäufen 7,2 Millionen Euro erlöst, so Höß. Der Grundstücksbesitz sei um 82 000 Quadratmeter gewachsen. Bad Wiessee werde größere Investitionen in die Infrastruktur tätigen, „sobald wir die Defizite im Jodschwefelbad und im Bade Park im Griff haben“. Parallel habe die Gemeinde in diesen sieben Jahren einen Einnahmeausfall von über 11,6 Millionen aus der Spielbank verkraften müssen.

Möglich sei das alles nur gewesen, weil die Gemeinde ihre Aufgaben mit einem deutlich reduzierten Mitarbeiterstand neu organisiert habe. Noch vor wenigen Jahren, so Höß, habe die Kommunalaufsicht im Landratsamt Steuererhöhungen und Grundstücksverkäufe gefordert. Heute sei es Bad Wiessee möglich, aus Eigenmitteln das Haus Rheinland für 1,15 Millionen Euro zu kaufen. Wie berichtet, hat die Gemeinde das frühere Hotel aus städtebaulichen Überlegungen heraus erworben und will es vorübergehend dem Landkreis für Asylbewerber zur Verfügung stellen.

Das Thema Flüchtlinge werde die Gemeinde auch in den kommenden Jahren begleiten, merkte Höß an. In dem Zusammenhang ehrte er die ehemalige Grundschullehrerin Gudrun Tenne. Sie gibt den Asylbewerbern, die im alten Pfarrhof untergebracht sind, seit einem Jahr beinahe täglich Deutschunterricht, mit beachtlichem Erfolg. Mit Blick in Richtung Tenne sagte der Bürgermeister: „Wir sind auf Helfer angewiesen, damit wir diese Menschen integrieren können.“ Zudem würdigte Höß den Verdienst der Bürger, die ihre Angehörigen pflegen.

2014 hatte er die Pflegenden erstmal zum Essen eingeladen. Dies werde wiederholt und sei auf dem besten Weg, zur Tradition zu werden – so wie es der Neujahrsempfang für die Ortsvereine mitsamt Drei-Gänge-Menü schon ist. Mit dem Empfang danke die Gemeinde, „für das Engagement, das unser gesellschaftliches Leben trägt und bereichert“, betonte Höß.

Von Alexandra Korimorth

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