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Vor allem die Zahl der Rauschgift-Delikte ist im Bereich der Polizei Bad Wiessee nach oben geschossen. Der Grund: Es wird wieder vermehrt kontrolliert.

Polizeichef Sigel: „Kein Grund zur Besorgnis“

Kriminalstatistik 2017: Deutlich mehr Straftaten am See

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Die Zahl der Straftaten am Tegernsee ist im vergangenen Jahr deutlich gestiegen. Es gab 187 Fälle mehr als 2016. Ein Grund zur Besorgnis sei dies aber nicht, betont Wiessees Polizeichef Wilhelm Sigel.

Bad Wiessee – Exakt 1152 Straftaten, ein Plus von fast 20 Prozent gegenüber dem Vorjahr, registrierte die Polizei Bad Wiessee im vergangenen Jahr. Einen ähnlich hohen Wert gab es zuletzt im Jahr 2013, als 1083 Straftaten gezählt wurden. Damit schert der Tegernsee im regionalen Vergleich nach oben aus: Im gesamten Bereich des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd gingen die Delikte nämlich um 3,8 Prozent zurück. Dennoch betonte Sigel am Donnerstag beim alljährlichen Sicherheitsgespräch mit den Bürgermeistern: „Die Situation ist nicht besorgniserregend.“

Um die blanken Zahlen besser einordnen zu können, bedürfe es einer genauen Analyse, erklärte der Polizeichef auf Nachfrage. So habe es allein bei den Rauschgift-Delikten einen sprunghaften Anstieg von 58 Verstößen im Jahr 2016 auf 98 Fälle im zurückliegenden Jahr gegeben. Dies sei vor allem auf die Eigeninitiative der Zivilfahnder zurückzuführen, sagte Sigel. „Wir kontrollieren wieder vermehrt im Straßenverkehr.“

Beim alljährlichen Sicherheitsgespräch informierten Polizeichef Wilhelm Sigel (r.), sein Stellvertreter Roman Hörfurter (2.v.r.) und Robert Ruttkowski (Mitarbeiter Verkehr, l.) die Bürgermeister über die Sicherheitslage.

Auffällig auch die Steigerung bei den Sachbeschädigungen – und zwar von 113 in 2016 auf 174 in 2017. Zu Buche schlugen hier laut Statistik besonders die 33 Sachbeschädigungen durch Graffiti vorwiegend in Rottach-Egern und Kreuth. Diese Serientat konnte Anfang 2017 aufgeklärt werden, eine sechsköpfige Gruppe Jugendlicher wurde dingfest gemacht.

Ebenfalls nach oben ging die Zahl der Eigentumsdelikte (2016: 256, 2017: 298). Häufig waren es hochwertige Fahrräder, die im vergangenen Jahr das erklärte Ziel von Langfingern waren. Hier hat sich die Zahl mit 43 gestohlenen Rädern gegenüber 2016 nahezu verdoppelt. „Die Zahl der Einbrüche in Wohnungen ist dagegen mit 14 Fällen konstant geblieben“, präzisierte Sigel. Jeder einzelne Einbruch sei zwar einer zu viel, räumte der Inspektionsleiter ein. „Aber angesichts der Gegend, in der wir leben, können sich die Bürger damit noch sicher fühlen.“

Eine Zahl, die den Wiesseer Polizeichef besonders freut, ist die Aufklärungsquote seiner Beamten. Die lag in Bad Wiessee im Jahr 2017 bei 65,5 Prozent und damit leicht über dem Wert des Vorjahres und in etwa auf dem gesamtbayerischen Niveau. Insgesamt 622 Tatverdächtige konnten ermittelt werden. Dabei gibt es offenbar immer mehr jugendliche Straftäter zwischen 14 und 18 Jahren: Die Fälle, bei denen diese Personengruppe die Finger im Spiel hatte, sind von 31 auf 67 eklatant gestiegen.

Dagegen ist die Zahl der Ausländer unter den Tatverdächtigen zurückgegangen: Im Jahr 2017 lag ihr Anteil bei 23 Prozent, ein Minus von 7,9 Prozent. In der Statistik heißt es zudem: „Die Beteiligung von im Asylverfahren befindlichen Personen ist mit sieben Tatverdächtigen (Vorjahr: 39) nahezu zu vernachlässigen.“

Im talweiten Vergleich der Gemeinden sind Rottach-Egern und Kreuth die traurigen Spitzenreiter in der Kriminalstatistik. Nach einer Stagnation beziehungsweise einem Abwärtstrend in den vergangenen fünf Jahren sei es hier „zu einem signifikanten Ausbruch der Zahlen nach oben gekommen“. Was auf den ersten Blick beunruhigend wirke, relativiere sich aber bei genauerer Betrachtung der Fälle, heißt es. So sei die Steigerung auch auf die vermehrten Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz zurückzuführen.

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