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Zu teuer: Synthetischer Eisplatz an der Wiesseer Spielarena abgelehnt

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Von: Christina Jachert-Maier

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Auf dem Tennisplatz an der Spielarena hätten mit Kunststoffplatten ein synthetischer Eisplatz entstehen können. Doch wegen der hohen Kosten lehnte die Mehrheit des Gemeinderats ab.
Auf dem Tennisplatz an der Spielarena hätte mit Kunststoffplatten ein synthetischer Eisplatz entstehen können. Doch wegen der hohen Kosten lehnte die Mehrheit des Gemeinderats ab. © Thomas Plettenberg

Schlittschuhlaufen mitten in Bad Wiessee: Das wäre schön gewesen. Aber wegen der hohen Kosten und vieler Unwägbarkeiten entschied sich die Mehrheit des Gemeinderats gegen einen Kunsteisplatz.

Bad Wiessee – Bad Wiessee wieder zu einem Eisplatz zu verhelfen, ist CSU-Sprecher Florian Sareiter seit Jahren ein Herzensanliegen. Doch wo Platz wäre für natürliches Eis, steht der Naturschutz entgegen. Realisierbar schien die von Sareiter zuletzt ins Spiel gebrachte Idee, Kunsteisplatten zu verlegen. Wie berichtet, sollten verschiedene Standorte geprüft werden. Im Spiel waren Flächen an der Seepromenade, auf dem Parkdeck der Spielbank und bei der Spielarena. Zuletzt konzentrierten sich die Überlegung auf den Tennisplatz mit Tribüne an der Spielarena. Die konkreten Angebote präsentierte Bürgermeister Robert Kühn (SPD) dem Gemeinderat in nicht öffentlicher Sitzung – schließlich ging es darum, einen Vertrag mit dem Anbieter zu schließen.

„Kosten und Nutzen stehen in keinem Verhältnis“

Doch dazu kam es nicht. Die Mehrheit des Gemeinderats stimmte gegen den Kunsteisplatz. „Kosten und Nutzen stehen da in keinem Verhältnis“, erklärt Kühn. Gut 40 000 Euro hätte es gekostet, die Platten für drei Monate zu mieten. Ein Kauf wäre mit rund 200 000 Euro noch sehr viel teurer gekommen. Mit den synthetischen Platten allein wäre es auch nicht getan. Zu einem Eisplatz gehöre Musik und Verköstigung, zudem bedürfe es auch einer Versicherung, meint Kühn. „Das Ganze soll Hand und Fuß haben.“ Sicher wäre es billiger, eine kleinere Fläche anzulegen, doch die wiederum würde die Erwartungen nicht erfüllen, macht der Bürgermeister deutlich: „Wenn wir da drei Platten hinlegen, fragen uns die Leute, was sie damit sollen.“ Freude mache das Miteinander auf einem ausreichend großen Platz, wenn manche ruhige Runden auf Kufen drehen und andere ein Eishockey-Match austragen oder Eisstockschießen. „Wir wollen die ganze Bandbreite.“

Corona sorgt für Unwägbarkeiten

Aber nicht nur die Kosten machen Kopfzerbrechen. Angesichts der Inzidenz ist aktuell nicht absehbar, wie der Kunsteisplatz überhaupt genutzt werden kann. „Es müsste Zugangskontrollen geben“, weiß Kühn. Sein Fazit: „Da sind zu viele Unbekannte im Spiel.“ Das Thema sei im Gemeinderat – anders als in den Vorjahren – gemeinschaftlich und faktenorientiert diskutiert worden, versichert Kühn. Man habe „offen und ehrlich“ gemeinsam nach einer Lösung gesucht.

Sareiter sucht nach Alternativen

So ganz einverstanden ist Sareiter mit der Entscheidung aber nicht. „Für mich wäre es einen Versuch wert gewesen“, sagt der CSU-Sprecher. Aus seiner Sicht gebe die Gemeinde für Unsinnigeres mehr Geld aus als der Eisplatz koste. Vom Tisch ist das Thema für ihn noch lange nicht. „Abgelehnt wurden ja nur die Platten“, meint er. Jetzt gehe es darum, andere Varianten zu finden. Nahe liegend ist für Sareiter der Gedanke, mit Bandenwerbung Sponsoren zu finden. Er denke, dass es nicht schwierig wäre, örtliche Gewerbetreibende als Unterstützer zu gewinnen. Zudem könne die Gemeinde von den Nutzern der Eisbahn durchaus einen kleinen Obolus verlangen. Die aktuelle Kalkulation enthalte keinerlei Sponsoring, die Nutzung sollte kostenlos sein. Auch die Idee, doch noch eine Natureisfläche anzulegen, will Sareiter noch nicht abschreiben.

Klar ist allerdings: In diesem Winter wird’s in Bad Wiessee keinen Eisplatz geben. „Wieder einmal“, seufzt Sareiter. Aber er bleibe dran: „Das wird jetzt nicht ad acta gelegt.“

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