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Das kleine Salonorchester der Gemeinde Bad Wiessee besteht ausschließlich aus Profi-Musikern. Bisher stand ihnen der Lesesaal des Jodbads für Konzerte zur Verfügung - doch der fällt nun weg.

Für Musiker hat sich nur eine Notlösung gefunden

Salonorchester: Schwierige Suche nach Spielorten

  • Gabi Werner
    vonGabi Werner
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Das alte Jodbad in Bad Wiessee soll einem neuen Hotel weichen. Damit fällt auch der Lesesaal weg - und das Salonorchester verliert seinen Konzertraum. Die Suche nach Alternativen gestaltete sich schwierig. 

Bad Wiessee – Bad Wiessee ist gerade dabei, sich mit Badehaus und neuen Hotels touristisch neu zu positionieren. Auch die Kurmusik soll dabei weiterhin ihren Platz haben. Das Problem: Mit dem Abriss des Jodschwefelbades verlieren die Musiker ein wichtiges Stück Heimat. Der dortige Lesesaal diente bei schlechtem Wetter als Ausweichort für die Konzerte. Nun musste sich Wiessees Musik-Manager Bernhard Krahl-Urban (75) um neue Spielstätten bemühen – zumindest eine „Notlösung“ hat sich mittlerweile gefunden.

Das Salonorchester der Gemeinde, das ausschließlich aus Profi-Musikern besteht und an die 180 Konzerte im Jahr gibt, wird in Zukunft bei Regen sowohl ins gemeindeeigene Hotel Post als auch in den evangelischen Gemeindesaal ausweichen. Lässt es die Witterung zu, wird ohnehin unter freiem Himmel am Seeufer gespielt. Für Krahl-Urban ist diese Lösung mit mehreren möglichen Spielorten nicht ideal, wenigstens aber hat das Orchester damit wieder ein Dach über dem Kopf.

Kirchen-Gremien winkten ab

Die Hoffnung, dass die Musiker in Zukunft auch die Kirchen des Kurortes nutzen dürfen, hatte sich übrigens zerschlagen. Die Vertreter der evangelischen Kirchengemeinde hatten dies laut Krahl-Urban verneint. Der katholische Pfarrgemeinderat hätte zwar Asyl in der Kirche Maria-Himmelfahrt gewährt, „aber zu Bedingungen, die unschön sind“, berichtet der 75-Jährige. Das Salonorchester hätte ausschließlich auf der Empore, also im Rücken der Zuhörer, spielen dürfen. „Und das machen wir nicht“, erklärt Krahl-Urban, der etwas verwundert darüber ist, dass die beiden Pfarrer die Idee mit dem „Kirchen-Asyl“ zwar unterstützt hätten, die jeweiligen Gremien aber ablehnten. „Das hat mich schon sehr überrascht“, gesteht der gebürtige Rheinländer.

Bernhard Krahl-Urban managt die Kurmusik in Bad Wiessee.

Stattdessen gibt es die Schlecht-Wetter-Konzerte künftig in der Post und im evangelischen Gemeindesaal. Über Letzteren nämlich kann der Pfarrer eigenständig verfügen. „Wir sind sehr dankbar, dass wir hier willkommen sind“, meint Krahl-Urban. So konnten letztlich alle Konzerttermine des Jahres untergebracht werden.

Was das Hotel Zur Post angeht, so hat der Musik-Manager großes Verständnis dafür, dass der Pächter nicht noch mehr Kapazitäten einräumte. Schließlich würden die Entscheidungen, die Konzerte ins Innere zu verlegen, meist sehr kurzfristig fallen. „Das ist ein Albtraum für den Wirt“, gibt Krahl-Urban zu. Zumal die Post bei schlechtem Wetter bereits die Wiesseer Blaskapelle mit ihren Montags-Konzerten beherbergt.

Seit sechs Jahren hat Krahl- Urban die gesamte Kurmusik in Bad Wiessee unter seinen Fittichen. Er ist überzeugt davon, dass die Gemeinde den richtigen Weg geht, indem sie an dem Angebot festhält. 60 bis 80 Leute würden die Konzerte regelmäßig besuchen, bei besonders schönem Wetter seien es schon mal an die 300 Musikfreunde. „Die Kurmusik ist fest verwurzelt im Ort“, macht Krahl-Urban deutlich. „Alle unterstützen das.“

gab

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