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Für die Studie machten sich die Teilnehmer auf die Spuren einer alten Heilquelle in Bad Wiessee.

Zwischenbilanz einer Studie

Wie jung macht der Urlaub am Tegernsee?

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Bad Wiessee - Sind Jodbaden und Wandern tatsächlich gesünder als Schlemmen und Shoppen? Das soll eine Jungbrunnen-Studie zeigen. Eine erste Testgruppe machte schon Gratis-Urlaub. 

Das große Thema ist Gesundheit. Die Gastgeber sollen auf dem Gebiet Experten werden, die Angebote sind maßgeschneidert. Punkten will das Tegernseer Tal dabei vor allem mit den heilsamen Jodschwefelquellen in Bad Wiessee. Um deren Wirksamkeit zu untermauern, läuft aktuell eine Studie unter der Leitung der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität (PMU) mit dem verheißungsvollen Titel Jungbrunnen

Vor kurzem waren nun Testpersonen im Tal, die kostenlosen Urlaub im Dienst der Wissenschaft genießen durften. Um das möglich zu machen, stifteten 19 Betriebe aus dem Tal Übernachtungen für die Probanden. Es handelte sich bei der ersten Gruppe um 24 Männer und Frauen zwischen 65 und 85 Jahren. Ausgewählt wurden sie von der PMU. Erst ging es auf die Messstraße der Christian-Doppler-Klinik in Salzburg. Hier wurden alle gesundheitlichen Daten erhoben, bevor die Gruppe mit dem Bus in den Gratis-Urlaub an den Tegernsee reiste. Dort hieß es: wandern, walken, jodbaden, alles mit kundiger Begleitung. Am Ende der Aktivwoche checkten die Mediziner die Testpersonen dann wieder auf der Messstraße durch. So wird dokumentiert, wie sich der Urlaub auf die Gesundheit auswirkt. Um die Langzeitwirkung zu erforschen, ist ein weiterer Check nach 180 Tagen vorgesehen. 

Um einen Vergleich zu haben, reiste in der zweiten Studienwoche eine Kontrollgruppe an. Statt Wandern und Baden standen kulinarische und kulturelle Höhepunkte auf dem Programm: eine Führung durchs Heimatmuseum, Shoppingausflug in den Tegernseer Arkaden, Besichtigung der Wiesseer Spielbank.

Aus Sicht der Tegernseer Tal Tourismus GmbH (TTT) ist die Studie schon jetzt ein Erfolg, obwohl es noch keine Ergebnisse gibt. Die Rückmeldungen der Probanden seien sehr positiv, viele hätten angekündigt, bald wieder Urlaub am Tegernsee machen zu wollen, berichtet Susanne Kundmüller, Produktmanagerin für Gesundheitstourismus bei der TTT. Ohne die Partner – Gastgeber, Wanderführer und Trainer – wäre das Ganze nicht möglich gewesen, macht sie deutlich. Schnelle Erkenntnisse sind nicht zu erwarten: Die Studie ist auf drei Jahre angelegt. Sie findet im Verbund mit Bad Reichenhall und Abtenau statt, die EU gewährt eine großzügige Förderung. Insgesamt kostet die Studie eine runde Million Euro. Der Anteil, der auf die TTT entfällt, beläuft sich auf 100 000 Euro. Für die Teilnahme wird aber ein Zuschuss in Höhe von 75 000 Euro bezahlt, so dass die TTT letztlich nur 25 000 Euro zu berappen hat. Dabei geht es um mehr als um die Untersuchung der Wirksamkeit der Jodbäder. Die TTT plant, die – hoffentlich positiven – Ergebnisse fürs Marketing zu nutzen und gezielt Angebote für Menschen zu entwickeln, die etwas für ihre Gesundheit tun wollen. Dazu gehört die Weiterbildung der Gastgeber – sie sollen laut Kundmüller Gesundheits-Gastgeber werden.

jm

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