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Bei der Eröffnung des Bistros im Bade Park prosteten sich Klaus Glöckl (l.) und Peter Höß zu. Um den Betrieb anzukurbeln, schenkt die Gemeinde den Bistrogängern eine zusätzliche halbe Stunde. 

Gemeinde Bad Wiessee spendiert halbe Stunde zusätzlich

Badepark: Geschenkte Zeit für Bistro-Gänger

Bad Wiessee – Ein Bistrobesuch in Badehose kostet Badezeit, was nicht jedem ins Konzept passt. Darum schenkt die Gemeinde den Bistrobesuchern eine halbe Stunde Aufenthalt.

Raus aus dem Wasser, rein ins Bistro: Das ist neu im Wiesseer Badepark. Die kleine Stärkung zwischendurch kostet allerdings auch Badezeit, was nicht jedem ins Konzept passt. Darum schenkt die Gemeinde Bad Wiessee den Bistro-Besuchern ab sofort eine halbe Stunde Aufenthalt, vorerst bis 30. April. „Danach überarbeiten wir die Badezeit neu“, erklärt Bürgermeister Peter Höß.

Wie berichtet, hat das Bistro unter der Führung von Wirt Klaus Glöckl am Tag vor Weihnachten eröffnet. Den Umbau hat sich die Gemei

nde Bad Wiessee rund 300 000 Euro kosten lassen. Eine Investition, die das Defizit dämpfen soll, das der Badepark Jahr für Jahr verursacht: rund 700 000 Euro.

Die große Neuerung besteht nicht nur im frischen neuen Design, sondern vor allem im Konzeptwechsel. Seit der Eröffnung des Badeparks vor 46 Jahren war das Bistro von außen zugänglich, also für Gäste in Straßenkleidung. Jetzt öffnet es sich nach innen, also für Besucher des Badeparks in Bade-Kluft, die sich zwischendurch stärken wollen.

„Die meisten sind begeistert“, berichtet Glöckl. Aber es gab auch Beschwerden. Wer nur eineinhalb oder zwei Stunden Badezeit gebucht hat, will eben keine kostbaren Minuten im Bistro verschenken. Eben darum spendiert die Gemeinde ab sofort allen Bistrobesuchern nun eine halbe Stunde zusätzlich.

Ein Problem ist der Zugang ohnehin nur bis zur Eröffnung der Café-Bar im Innenbereich des Badeparks. Sie ist geplant, aber noch nicht realisiert. An der geplanten Bar können sich dann auch die Besucher des Jodbads stärken, das demnächst im Obergeschoss des Badeparks eröffnet. Das Jodbad-Team hat am Tag vor Weihnachten die letzten Anwendungen im alten Gemäuer verabreicht und ist derzeit mit dem Umzug beschäftigt. Eine seit vielen Jahren leer stehende Physiotherapie-Praxis im Obergeschoss des Badeparks wurde mit beträchtlichem Aufwand für den Heilbetrieb umgebaut. Die Räume dienen als Behelfsdomizil bis zum Bau des neuen Badehauses. Letzteres wird seinen Platz neben dem Badepark bekommen.

Mit der Resonanz der Gäste auf das neue Bistro ist Glöckl zufrieden. „Die meisten Besucher sind von dem frischen Ambiente beeindruckt“, meint er. Durstig mussten aber auch die nicht nach Hause gehen, die keine Badezeit beim Kaffeetrinken verschenken wollten. Bürgermeister Höß, der über die Weihnachtszeit selbst mehrfach im Bad war, gab sein Okay für eine einfache Lösung: Wer mit Straßenschuhen ins Bistro wollte, darf dies, sofern er blaue Plastiküberschuhe überstreifte. „Wir wollen niemanden wegschicken“, meint Glöckl.

Er sei sehr froh, dass die Gemeinde sich jetzt zu dem Zeit-Geschenk für Bistrogänger entschlossen habe. „Das ist ein guter Kompromiss“, findet Glöckl. Am Nutzen des neuen Bistro-Konzepts zweifelt er nicht. „Es ist halt immer schwierig, wenn man nach 46 Jahren das System wechselt“, meint er. Im Übrigen werde die frei zugängliche Café-Bar auch nicht lange auf sich warten lassen. „Das hat die Gemeinde schon zugesagt.“

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