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Hier an der Werinherstraße in Rottach-Egern sollen zwei Einfamilien- und zwei Mehrfamilienhäuser mit Tiefgarage und Schwimmbad entstehen.  

Grundwasser und Baumfällung:

Bauprojekt Werinherstraße: Nachbarn in Sorge

Mehrfamilienhäuser mit Tiefgaragen, das ist derzeit das gefragteste Baumodell in Rottach-Egern. An der Werinherstraße werden gerade Fakten für das nächste große Projekt geschaffen.

Rottach-Egern – Was passiert mit dem Grundwasser, wenn zunehmend Tiefgaragen im Ort gebaut werden? Welche Folgen hat das für die Nachbarn? Angesichts zunehmender Anträge haben immer mehr Hausbesitzer Angst, ihre Gebäude könnten Schaden nehmen, wenn in der Nachbarschaft eine Tiefgarage entsteht. An der Werinherstraße in Rottach-Egern, einem etwa 5600 Quadratmeter großen Grundstück am See, wird dieses Dilemma aktuell sichtbar. 

Hier plant die W 2 Verwaltungs GmbH den Bau von zwei Einfamilien- und zwei Mehrfamilienhäusern mit Tiefgarage, Schwimmbad und Kellerwohnung. Seit Dezember 2015 befinden sich die Antragsteller im Gespräch mit der Gemeinde. Eine erste Voranfrage wurde zwar im April 2016 abgelehnt, nach einer Planänderung im Mai aber genehmigt – auch vom Landratsamt. Dann änderten sich die Wünsche des Bauherrn, und im Dezember 2016 kam ein neuer Antrag. Er wurde vom Ortsplanungsausschuss abgelehnt mit der Begründung, man wolle zunächst einen Bebauungsplan aufstellen, um damit die städtebauliche Entwicklung besser in der Hand zu haben. Zudem wolle man eine Veränderungssperre verhängen, um weitere Bautätigkeit zunächst zu unterbinden.

Die Bäume auf dem Grundstück sind gefällt. 

Unabhängig davon lag zur jüngsten Sitzung des Ortsplanungsausschusses wieder ein Antrag auf dem Tisch. Diesmal stand die unterirdische Bebauung im Mittelpunkt und die Frage, welche Folgen sie für die Grundwasserströme haben würde. Um den Grundwasserdurchlass Richtung See möglichst groß zu halten, war die Tiefgarage von 3400 auf 2800 Quadratmeter verschmälert worden. Damit, erklärte Architekt Michi Huber dem Gremium, könne westlich ein vier Meter breiter Streifen für das Wasser entstehen, östlich ein ein Meter breiter Korridor. Das Grundwasser würde sich nicht drei, sondern nur 2,5 Zentimeter am südlichen Rand der Tiefgarage anstauen. Dies ist das Ergebnis eines Gutachtens. Die Angst der Nachbarn, Grundwasser könne deren Gebäude beschädigen, sei also unbegründet, weil ausreichend viel Grundwasser Richtung See fließen könne.

Dennoch war dem Gremium nicht wohl angesichts der Größe der unterirdischen Bebauung, die zudem die zulässige Baugrenze überschreiten würde. „Wir müssen aufhören, alles ins Maximum zu treiben“, fand Dritte Bürgermeisterin Gabriele Schultes-Jaskolla (FWG). Sie wollte zudem nicht einsehen, warum so viele Stellplätze in der Garage geplant seien. „34 sind doch nur nötig.“ 39 sind aktuell im Plan eingezeichnet. Josef Kaiser (CSU) wollte sich nicht auf eine Erweiterung der Fläche einlassen. Für ihn sei der Vorbescheid gültig, „und darin ist von einer Kellerwohnung nicht die Rede gewesen.“ Schließlich fand man folgenden Weg: Der Architekt solle einen neuen Plan zeichnen, die Stellplatzzahl auf ein Minimum reduzieren und auf die unterirdische Wohnung verzichten.

Bäume sind gefällt

Inzwischen wurden Fakten geschaffen auf dem Grundstück an der Werinherstraße. Nadel- und Laubbäume wurden gefällt – und viele Passanten wundern sich„Die Rodung ist rechtens“, sagt Michael Diegner als Vertreter von Bauamtsleiterin Christine Obermüller. „Die Genehmigung von Landratsamt und Gemeinde liegt vor.“ Der Bauherr hat sie bekommen, weil ein Freiflächen-Gestaltungsplan vorgelegt wurde. Die Genehmigung war nötig, weil Rottach-Egern seit 1978 über eine Baumschutzverordnung verfügt. Darin ist jede Veränderung an Bäumen und das Fällen ohne Genehmigung untersagt. An dem Bauvorhaben sei grundsätzlich nicht mehr zu Rütteln, betont Architekt Michi Huber, da seit Mai 2016 die genehmigte Voranfrage vorliege. Lediglich die Größe der unterirdischen Bebauung ist noch nicht in trockenen Tüchern. Abgesehen davon wird sich der Ortsplanungsausschuss bei seiner nächsten Sitzung am Mittwoch, 15. März, erneut mit der Aufstellung eines Bebauungsplans für das Gebiet Kobell- und Werinherstraße sowie dem Erlass einer Veränderungssperre befassen. Macht das noch Sinn, wo das aktuelle Vorhaben schon ins Rollen gekommen ist? „Durchaus“, glaubt Diegner. Damit könne die Gemeinde sicherstellen, dass sich Häuser von ihrer Größe her in die Umgebung einfügen.“

gr

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