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Der neu gegründete Förderverein Bergfilmfreunde Tegernsee soll die Finanzierung des Festivals unterstützen. Auf dem Bild: Kassier Peter Gloggner (l.) und Tegernsees Ex-Bürgermeister Peter Janssen.

Neugründung zum heutigen Start

Ab jetzt hat das Bergfilm-Festival einen Förderverein

Tegernsee - Das Bergfilm-Festival in Tegernsee erweist sich Jahr für Jahr als Besuchermagnet. Die Finanzierung ist allerdings kein Selbstläufer. Deshalb hat sich jetzt ein Förderverein gegründet.

Steile Kletterwände, die höchsten Gipfel des Himalaya und Geschichten über die Menschen am Berg: Davon erzählen die Filme, die beim Internationalen Bergfilm-Festival Tegernsee laufen. Eine Welt, der Peter Janssen auch nach seiner Zeit als Bürgermeister von Tegernsee verbunden bleibt.

Kurz vor der zwölften Auflage des Szenetreffs (Alle Infos zum am Mittwoch startenden Bergfilm-Festival Tegernsee 2014 sowie das Programm finden Sie hier) hat er den Förderverein Bergfilmfreunde Tegernsee mitgegründet, dessen Vorsitzender er nun ist. „Ich sehe das Bergfilm-Festival auch als Kind meiner Bürgermeistertätigkeit. Ich bin einer der Väter dieses Kindes“, sagt Janssen und fügt hinzu: „Und ich freue mich, wenn ich dazu beitragen kann, dass es diesem Kind gut geht.“

Was einige nicht wissen: Obwohl mehr als 100 Mitarbeiter ehrenamtlich beim Festival helfen, fallen jährlich 100.000 Euro Kosten an. „Die Finanzierung ist von Beginn an jedes Jahr schwierig gewesen, weil die Technik und die Ansprüche der Besucher voranschreiten“, berichtet der Vorsitzende. Einen enormen Kostenfaktor stellen die Übersetzungen dar. In den Anfangsjahren liefen internationale Filme ausschließlich ohne Untertitel, was nicht mehr zeitgemäß ist. Heute kommen die Streifen aus mehr als 20 Ländern, die übersetzt und mit Untertiteln versehen werden. Allerdings keine 1:1-Übersetzung. „Die Techniker müssen die Übersetzung einschrumpfen und mit einem Timecode versehen, damit sie in den Film passt“, erklärt Janssen.

Als teuer erweisen sich auch die digitale Vorführtechnik und die Tonqualität. „Wir müssen die Raumverhältnisse verbessern, die Akustik ist ein ständiger Prozess.“ Ferner schlagen die Miete der Projektions- und Tonanlagen in den sechs Vorführsälen, Reisekosten von Juroren und Preisträgern, Programmhefte und Preisgelder zu Buche. „Bisher ist es gelungen, die Kosten zu decken, aber es war immer ein finanzieller Balanceakt“, informiert Janssen. Und: „Es sind keinerlei Reserven da, die möchten wir jetzt aufbauen und Verbesserungen schaffen.“

Der Verein soll also zweierlei: Unsicherheiten bei der Finanzierung ausgleichen und eine Weiterentwicklung ermöglichen. Die Festival-Finanzierung fußt auf drei Säulen: den kalkulierbaren Eintrittsgeldern, den bekannten Zuschüssen der öffentlichen Stellen wie Stadt Tegernsee und Regierung von Oberbayern sowie den unsicheren Posten Spenden der Stiftungen und Sponsoren. „Bei den Sponsoren haben wir die größte Unregelmäßigkeit. Zudem muss ein Sponsor ja auch zum Festival passen“, sagt Janssen. Durch den Förderverein würde es künftig leichter fallen, neue Sponsoren zu gewinnen, „da es eine breite Basis an Freunden der Veranstaltung gibt“. Allein 5500 Besucher im Vorjahr zum Beispiel.

Ferner lässt die Vereinsgründung Spenden von Privatpersonen zu, was bislang nicht ging. Der Jahresbeitrag liegt bei 30 Euro. „Wir haben den Betrag zurückhaltend angesetzt, um jedem die Mitgliedschaft zu ermöglichen“, erklärt Janssen. Auch den Vorstand haben die Vereinsgründer bewusst schlank gehalten. Neben dem Vorsitzenden besteht er aus Kassier Peter Gloggner, Schriftführerin Helga Hobmeier sowie den Kassenprüfern Christine Miller und Friederike Kaiser.

Von Vera Markert

Mitglied werden

Wer dem neuen Förderverein Bergfilmfreunde Tegernsee beitreten möchte, hat vier Möglichkeiten: Das Anmeldeformular ist via Fax an 08022/180122, per Post an das Rathaus Tegernsee, per E-Mail an bergfilmfreunde @tegernsee.de oder vor Ort erhältlich. Die Beitrittserklärungen liegen beim Bergfilm-Festival sowie in allen Tourist-Information am Tegernsee aus.

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