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Zuagroaster beschwert sich über Kuhglocken-Gebimmel

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Von: Nina Probst

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Bürgermeister von Rottach-Egern empört: Zugroaster beschwert über Kuhglocken-Gebimmel
© Ganz unschuldig blickt das Jungvieh in die Kamera. Dass andere sich an ihm stören, ist ihm wohl herzlich egal.

Wer aufs Land zieht, der muss damit rechnen, dass dort auch Kühe sind. Und mit ihnen Glocken-Gebimmel. Ein Nachbar, der noch nicht lange in Rottach wohnt, bezeichnet das als 24-Stunden-Lärmbelästigung.

Rottach-Egern - „Dann soll er bleiben, wo der Pfeffer wächst.“ Rottach-Egerns Bürgermeister Christian Köck (CSU) hielt im Gemeinderat nicht mit seiner Meinung hinterm Zaun. Im Oktober hatte die Gemeinde ein Brief erreicht, den er nun verlas - zwar etwas spät, so ganz unter den Tisch fallen lassen wollte er das Thema nicht. Er las, nicht ohne hin und wieder den Kopf über das Geschriebene zu schütteln. Von einer Ruhestörung war da die Rede, von einer 24-Stunden-Lärmbelästigung.  Ein Rottacher, der noch nicht lange im Ort lebt, wie Köck bestätigt, beschwerte sich. Und zwar störten ihn die Glocken - nicht etwa die der Kirche, sondern die der Kühe vor seinem Haus. 

Ein Landwirt hat dort Weiden gepachtet und lässt darauf seine Kälber grasen. Samt Glocken. Besonders gestört hätte den Nachbarn der Wassertrog, der auf der Wiese stand. Gegen den schepperten die Kälber nämlich auch mal nachts, schrieb er in dem Brief, adressiert an Geschäftsleiter Gerhard Hofmann mit der Bitte an Weitergabe an den Rathauschef. Gegen die „lieben Viecher“ habe er sonst ja nichts, hieß es in dem Brief. 

Aufs Land ziehen und sich dann über die Ländlichkeit beschweren - dafür hatte Köck so gar kein Verständnis. „Meine Mutter hat auch vier Ferienwohnungen. Die Gäste da freuen sich über das Gebimmel sogar.“ Kühe und Glocken seien in einer Gemeinde wie Rottach-Egern normal. „Es ist eben nicht damit getan, sich eine Lederhose zu kaufen und ein Miesbacher Kennzeichen zuzulegen“, sagte Köck. „Wer hier lebt, muss unsere Gepflogenheiten akzeptieren.“

Der Brief ist nicht die erste Beschwerde, die es über das Glockenläuten der Kühe gab. Vor zwei Jahren landete ein Fall aus Föching sogar vor dem Amtsgericht. Ein Anwohner hatte eine einstweilige Verfügung beantragt - wegen der Lärmbelästigung durch Kuhglocken-Gebimmel.

nip

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