Den ganzen Winter dasselbe Bild: Schnee ist da, Skifahrer und Snowboarder auch, aber die Anlagen der Alpen-Plus-Partner, wir hier die Stümpflingbahn am Spitzingsee, blieben geschlossen.
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Den ganzen Winter dasselbe Bild: Schnee ist da, Skifahrer und Snowboarder auch, aber die Anlagen der Alpen-Plus-Partner, wie hier die Stümpflingbahn am Spitzingsee, blieben geschlossen.

Hessen ja, Bayern nein?

Skigebiete öffnen in anderen Bundesländern: Betreiber in Bayern hadern mit Situation

  • Gabi Werner
    vonGabi Werner
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In Hessen und Nordrhein-Westfalen haben mittlerweile Skilifte geöffnet. Eine Entwicklung, die auch die Bahnbetreiber aus dem Landkreis Miesbach genau verfolgen. Sie loten weiter ihre Möglichkeiten aus.

Rottach-Egern/Schliersee/Bayrischzell – Angesichts der Pandemie sind es ungewohnte Bilder, die da seit Anfang der Woche durch die Sozialen Netzwerke weitergereicht werden: Das Skigebiet Willingen in Hessen durfte am Montag (8. März) als erstes Skigebiet Deutschlands in die Wintersaison starten und postete Bilder von geöffneten Liften. Als zweites Bundesland hat Nordrhein-Westfalen nachgezogen und ab Dienstag (9. März) den Skibetrieb in Winterberg erlaubt. Unterdessen sind die Skigebiete Bayerns – und somit auch die Bahnen im Landkreis Miesbach – weiterhin zum Stillstand verdonnert.

Skibetrieb im Corona-Lockdown: Fehlende Planungssicherheit - „Das hat uns viele Nerven gekostet“

„Die Öffnungen in Winterberg und Willingen haben natürlich auch bei uns die Debatte zusätzlich befeuert“, sagt Antonia Asenstorfer, Sprecherin der Alpen-Plus-Skigebiete. Anders als bei den Kollegen sei in Bayern der Seilbahnbetrieb coronabedingt aber nach wie vor untersagt. Ganz verloren geben möchten die Liftbetreiber die Wintersaison aber auch hierzulande noch nicht. „Wir sind weiterhin dran“, versichert Asenstorfer.

Beim zuständigen Verband und bei den Behörden bemühe man sich derzeit darum, endlich konkrete Informationen zu möglichen Öffnungsperspektiven zu bekommen. Überhaupt sei der fehlende Informationsfluss die Krux an der Sache, sagt Asenstorfer. Von Beginn der Pandemie an hätten die Bahnbetreiber keinerlei Planungssicherheit gehabt. „Das hat uns viele Nerven, Schweiß und auch Tränen gekostet.“

Corona in Bayern: Skigebiete brauchen Vorlauf - und könnten nicht von heute auf morgen öffnen

Inzwischen, so hatte Asenstorfer bereits vergangene Woche erklärt, schwinde die Hoffnung auf eine Aufnahme des Skibetriebs mehr und mehr. Auch wenn für die nächsten Tage noch Schneefälle vorhergesagt sind, kommen die Betreiber zeitlich in Bedrängnis. „Wir können ja nicht von heute auf morgen öffnen“, gibt Asenstorfer zu bedenken.

Zunächst müssten die Pisten im Gebiet Tegernsee-Spitzingsee, am Sudelfeld und am Brauneck im Tölzer Nachbarlandkreis präpariert und abgesichert werden – und dann gebe es da noch das Personalproblem: „Viele unserer Mitarbeiter sind in Kurzarbeit, die müssten wir erst zurückholen.“ Saisonkräfte gibt es heuer überhaupt nicht.

Skisaison in Bayern: Hoffnung der Liftbetreiber liegen bereits auf Wandersaison

All das klingt nicht nach einer wirklichen Perspektive für die hiesigen Bahnbetreiber. Die eigentliche Hoffnung liegt deshalb schon auf der anstehenden Wandersaison. Könnten dann die Bahnen öffnen, „täte uns das schon gut“, meint Asenstorfer und nennt als Beispiel die Wallbergbahn in Rottach-Egern: „Die ist erfahrungsgemäß schon an Ostern ein beliebtes Ausflugsziel.“

Lesen Sie hier: Alpen-Plus-Skigebiete verlängern Vorverkauf für Saisonpässe und „Macht uns psychisch kaputt“: Wirte am Tegernsee verärgert - Corona-Lockerung eine „Lachnummer“. Übrigens: Alles aus der Region gibt‘s jetzt auch in unserem neuen, regelmäßigen Tegernsee-Newsletter.

(gab)

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