Aldi-Markt
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Der Aldi-Markt in Kreuth soll nochmals erweitert werden.

Einkaufsmarkt braucht mehr Fläche

Aldi in Kreuth will erweitern: Diese Kritik gibt es an dem Vorhaben

  • VonKatja Schlenker
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Kreuth – Der Aldi-Einkaufsmarkt an der B318 soll erneut größer werden. Die Gemeinderäte in Kreuth stehen nicht alle hinter dem Projekt.

Der Aldi-Einkaufsmarkt in Kreuth will nochmals anbauen. Geplant sei dies auf der Ostseite des bestehenden Gebäudes, erläuterte Bürgermeister Josef Bierschneider in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats. Die Gesamtfläche würde dann 1.286 statt aktuell 948 Quadratmeter betragen. Das Vorhaben begeisterte nicht alle Gemeinderäte.

Während der Bürgermeister dem Projekt eher positiv gegenüber stand, waren die anwesenden Gemeinderäte nicht alle begeistert. „Es ist schlecht für den Einzelhandel im Tal“, sagte Robert Gerg (SPD). „Die Discounter diktieren die Preise, zum Beispiel auch für die Landwirte.“ Auch sieht er mehr Verkehr, wenn das Angebot des Einkaufsmarktes erweitert werde.

Angebot für Einheimische erhalten

Jedoch merkte der Bürgermeister an, dass keine neue Fläche bebaut, sondern ein Bestandsgebäude erweitert werden soll. Zudem gab er zu bedenken, dass die Gefahr bestünde, dass Aldi dann wegziehe. „Wir haben jetzt einen Supermarkt in der Gemeinde und der soll auch bleiben“, sagte der Bürgermeister.

„Vom Baulichen her wird kein einziger Grashalm umgelegt“, erklärte Markus Wrba (FWG) in Bezug auf eine mögliche weitere Flächenversiegelung. Außerdem müsse die Möglichkeit geschaffen werden, dass Einheimische in dieser teuren Gegend günstig einkaufen können. Ob das Angebot angenommen oder vielleicht etwas teurer bei einheimischen Produzenten gekauft werde, müsse jeder selbst entscheiden.

Schutzgemeinschaft Tegernseer Tal mit Brief

Am Ende wurde mit drei Gegenstimmen ein Billigungsbeschluss gefasst, um den Bebauungsplan ändern zu können. Was nun folgt ist ein Verfahren, bei dem auch Einwände gehört werden.

Unterdessen hat sich auch die Schutzgemeinschaft Tegernseer Tal (SGT) zu den Plänen positioniert und einen Brief an Bürgermeister Josef Bierschneider und die Gemeinderäte geschrieben. „Riesenmärkte tun unserem filigranen Tal nicht gut und die jetzt geplante Erweiterung wird ganz sicherlich eine Expansion auch des Konkurrenten Lidl nach sich ziehen“, heißt es da. „Wenn man die im Laufe der Jahre genehmigten Erweiterungen dokumentieren würde, könnte man erkennen, welche Salamitaktik hier verfolgt wird.“

Heimische Geschäfte vernichtet

Der wichtigste Punkt allerdings sei, dass so heimische Geschäfte der lokalen, noch durchhaltenden Geschäftsleute geschwächt und teilweise sogar vernichtet würden. „Inzwischen bräuchten wir im Grunde keinen Metzger, keinen Bäcker, keinen Elektrogeräteladen, keinen Blumenladen, kein Wäschegeschäft mehr“, erklärt die SGT. „Aldi und Lidl bedienen jeden einzelnen Bereich, decken ihn ab.“ Aktuell wolle man zusätzlich Regionalprodukte an Land ziehen und damit einheimischen Läden einen weiteren Erwerbszweig wegnehmen.

„Ausgerechnet im Bergsteigerdorf Kreuth, in dem man sich vor allem den Erhalt unserer heimischen, nachhaltigen und ökologisch ausgerichteten Wirtschaft auf die Fahnen geschrieben hat, ist es besonders erstaunlich und unglaubwürdig, dass die Mehrheit des Gemeinderats dieser Erweiterung des Aldi-Mega-Marktes erneut ihre Zustimmung erteilt hat“, resümiert die SGT. Man lehne die erneute Erweiterung ab und bitte die Entscheidungsträger, ihre Entscheidung noch einmal zu überdenken, schließt der von Angela Brogsitter-Finck für den Vorstand unterzeichnete Brief. ksl

Quelle: DasGelbeBlatt

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