Dr. Florian Heimlich
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Es gibt viele Ursachen für Rückenschmerzen. Mediziner Florian Heimlich kann Abhilfe schaffen.

Schritt für Schritt

Bad Wiesseer Mediziner erklärt, warum Rückenschmerzen auch Kopfsache sind

Bad Wiessee – Dr. Florian Heimlich von der Marianowicz-Medizin-Privatklinik im Jägerwinkel in Bad Wiessee zeigt Lösungen bei Rückenschmerzen.

Rückenschmerzen gelten mittlerweile als Volkskrankheit. Wirbelsäulenspezialist Florian Heimlich, Chefarzt für Orthopädie an der Marianowicz-Medizin-Privatklinik im Jägerwinkel in Bad Wiessee, informiert über Rückenschmerzen, warum dabei die Psyche eine zentrale Rolle spielt und was jeder Einzelne dagegen tun kann.

„Schmerz ist ein Warnsignal des Körpers“, erklärt der Mediziner. „Er hat aber auch eine ganz subjektive und emotionale Seite.“ So empfinde jeder Mensch Schmerz anders. Die Gemütsverfassung, Stress sowie emotionale Belastung, aber auch individuelle Krankheitserfahrungen und eine negative Erwartungshaltung können das Schmerzempfinden beeinflussen.

Schmerzgedächtnis als Krankheitsbild

„Schmerz ist ein komplexes Geschehen“, erläutert Florian Heimlich. „Menschen mit Rückenschmerzen müssen in ihrem Leid ernst genommen und die Ursache der Beschwerden ausgemacht werden, damit sich kein Schmerzgedächtnis ausbildet oder, falls das bereits geschehen ist, mit wirksamen Strategien dagegen angegangen wird.“

Schmerz könne sich regelrecht ins Gehirn einbrennen und chronisch werden, wenn er über längeren Zeitraum besteht. Dann sende das Gehirn Schmerzsignale aus, obwohl es keinen anatomischen Auslöser mehr gebe. „Genau genommen ist ein Schmerzgedächtnis ein eigenes Krankheitsbild“, sagt der neue Chefarzt. „Je häufiger die Nervenzellen im Gehirn gereizt werden, desto mehr schlagen sie Alarm. Die Folge ist gefühlter Dauerschmerz.“

Drei Strategien gegen Schmerz

Der multimodale Ansatz, den die Marianowicz-Medizin in der Privatklinik am Jägerwinkel verfolge, habe sich in solchen Fällen bewährt: Mit einem ganzheitlichen und fachübergreifenden Behandlungskonzept gehe ein Team aus Orthopäden, Neurologen, Physio- und Psychotherapeuten den Beschwerdeursachen auf den Grund und verhelfe den Schmerzgeplagten zu neuer Lebensqualität. Wer lange Zeit ständig oder schubweise unter Schmerzen leide, könne neue Denk- und Verhaltensmuster erlernen, um die Schmerzen zu überwinden, die sich im Gehirn festgesetzt haben.

Der Mediziner nennt drei Strategien, die dazu beitragen können, das Schmerzgedächtnis Schritt für Schritt zu überschreiben:

  1. Man solle seine Einstellung und Perspektive ändern, den Körper nicht mehr als Feind wahrnehmen und gegen ihn ankämpfen. Das erzeuge Stress, was sich wiederum ungünstig auf das Schmerzempfinden auswirken könne. Bereits das Wissen um die verschiedenen Einflussfaktoren der Beschwerden habe oft schon eine heilsame Wirkung, weil man sich mit neuen Lösungsansätzen nicht mehr machtlos fühle. Es erleichtere, den Schmerz anzunehmen und zu einem neuen zuversichtlichen Schmerzmanagement zu finden.
  2. Sich ablenken, da der wahrgenommene Schmerz durch Aufmerksamkeit getriggert werde. Wer nur noch an das Rückenleiden denke, verstärke die Schmerzen. Es helfe, den Fokus weg von der Schmerzbelastung auf die Schmerzbewältigung zu lenken. Entspannungsmethoden wie autogenes Training, Meditation oder Biofeedback böten hier gute Ansätze.
  3. Wieder aktiv werden, da Bewegung ein Wundermittel ist, um neue positive Erfahrungen am Rücken zu machen. Anstatt sich immer mehr einzuschränken, sei es wichtig, das Schonverhalten bewusst zu verlassen und aktiv zu werden. Ein gezieltes Programm, um angeleitet von einem Experten zu mobilisieren und kräftigen, stärke den Rücken und erhöhe das Gefühl von Selbstwirksamkeit. „Wissenschaftler haben übrigens herausgefunden, dass man mit intensivem Walken dem Schmerz regelrecht davongehen kann“, erklärt der Mediziner.

So hätten die Spezialisten in Bad Wiessee mit ihrer multimodalen Herangehensweise schon zahlreiche Menschen aus teils jahrelangen Schmerzbiografien befreit. ksl

Quelle: DasGelbeBlatt

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