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Bad Wiessee: Schutzgemeinschaft Tegernseer Tal kritisiert Alpenpark-Tiefgarage

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Von: Sandra Hefft

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Parkplatz Alpenpark Klinik
Anstelle des Parkplatzes der Kirinus-Klinik soll eine Tiefgarage entstehen. Die SGT kritisiert das Projekt als überzogen. © Gernböck

Bad Wiessee – Die Schutzgemeinschaft Tegernseer Tal (SGT) kritisiert das Bauvorhaben um die Kirinus-Alpenpark-Klinik in Bad Wiessee.

Um auch langfristig wirtschaftliche Rentabilität zu sichern, expandiert die Kirinus-Alpenpark-Klinik am Defreggerweg. Der Klinikkomplex wird erweitert, es sollen 40 zusätzliche Betten entstehen.

Während das Gebäude auf Kreuther Flur liegt, sind auf Wiesseer Gemeindegebiet die nötigen Stellplätze geplant. Anstelle des jetzigen Parkplatzes soll eine zweigeschossige Tiefgarage gebaut werden.

Die Pläne hierzu waren schon in Bauausschuss und Gemeinderat diskutiert worden und hatten auch kritische Stimmen laut werden lassen. Dennoch wurde dem Vorhaben prinzipiell grünes Licht gegeben, auch deshalb, weil der Bauherr bereits vorab Fachgutachten vorgelegt hatte.

Nun hat sich die Schutzgemeinschaft Tegernseer Tal (SGT) zu dem Thema zu Wort gemeldet. In einer Stellungnahme üben die Heimatschützer Kritik an dem ihrer Meinung nach überdimensionierten unterirdischen Bauwerk und sehen Unschärfen in den Gutachten.

So werde im Verkehrsgutachten die Erhöhung der Bettenzahl um 33 Prozent eins zu eins auf die Erhöhung von An- und Abfahrten übertragen, was einen übertriebenen Bedarf an Parkplätzen generiere.

Dass ein Plus von 91 Parkplätzen erforderlich sein soll, zieht der Verein in Zweifel. Denn trotz des Ausbaus werde die Zahl der Mitarbeiter nur leicht steigen, die über 80 Angestellten machten aber „höchstwahrscheinlich über zwei Drittel“ des Verkehrs aus. Die SGT geht hypothetisch von nur 16 Prozent Erhöhung aus. Damit wären lediglich 20 zusätzliche Parkplätze notwendig. Auch berücksichtige das Gutachten nicht, dass nicht der gesamte Verkehr von der Klinik stamme.

Zudem werde fälschlich davon ausgegangen, dass jeder einzeln mit eigenem Auto anreise, ohne die mögliche Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs einzukalkulieren. Diese Punkte würden ebenfalls Fehlerquellen in Richtung zu hohen Bedarfs in sich bergen. Und ein „halbleeres Parkhaus“ schaffe wiederum eine Sog-Wirkung, doch wieder das eigene Auto zu benutzen, und locke weitere Investoren in diesen Ortsbereich.

Anhand konkreter Analysen solle der zusätzliche Bedarf darum realistisch ermittelt werden, fordert die SGT vom Bauwerber und bringt Sammeltaxis für Angestellte zu Schichtwechselzeiten als Option ins Spiel. Außerdem müsse der Bauherr offenlegen, ob er eine spätere oberirdische Bebauung des Tiefgaragengeländes generell ausschließe. Auch die Entscheidungsträger sollen ihren Standpunkt hierzu klarlegen.

Auch die bereits in den Gremien kritisch beleuchtete „Wasser-Problematik“ greift die Schutzgemeinschaft auf. Laut Baugutachten hätten Bohrungen bis in rund 18 Meter Tiefe kein durchgängiges Grundwasser ergeben.

Die SGT hält dagegen: In unmittelbarer Nachbarschaft liege ein Brunnen, dessen Wasserniveau bei etwa neun Metern liege, einer Tiefe also, in die der geplante Baukörper reichen würde. Kritik erhält auch die Anregung, Niederschlagswasser während des Baus und danach dauerhaft in den Bach im Südwesten oder in einen Graben westlich der Klinik zu leiten. Die SGT sieht hier einen „gefährlichen Präzedenzfall“ gegeben, zumal Eigentümer verpflichtet seien, Niederschlagswasser auf eigenem Grund versickern zu lassen.

„Dieser Graben mündet nach 300 Metern in den Tegernsee“, heißt es in der Stellungnahme. Reifenabrieb, Streusalz, Ölverlust von Autos sowie Chemikalien aus Baumaterialien würden bei Regen sofort im See landen, weshalb das Einleiten in den See ausdrücklich verboten werden müsse. Eine im Gutachten alternativ vorgeschlagene Versickerungsanlage müsse zur Auflage gemacht werden, ebenso Filteranlagen gegen Emissionen während der Bauzeit.

Auch mit Blick auf die zunehmenden Starkregenereignisse wünscht sich die SGT eine angemessene Größe: Mit einer Flächenversiegelung von über 95 Prozent bis in rund neun Meter Tiefe würde ein horizontaler Wasserfluss blockiert, die Folgen seien schwer abzuschätzen. Doch jede unterirdische Blockade mache Überschwemmungen wahrscheinlicher.

Die Tiefgarage solle einstöckig oder in der Grundfläche kleiner ausgeführt werden, lautet der Appell an die Entscheidungsträger. Dies auch mit Blick auf die klimatischen Auswirkungen: Bei der Herstellung des benötigten Betons würden nach Berechnungen der Schutzgemeinschaft pro Stellplatz elf Tonnen CO2 anfallen. Die Klimawende gehe aber jeden an, auch Investoren und Arbeitgeber, mahnt die SGT. ger

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