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Bad Wiessee und Kreuth diskutieren über neue Pläne für Alpenpark-Klinik

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Von: Katja Schlenker

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Parkplatz an der Alpenpark-Klinik in Bad Wiessee
Anstelle des Parkplatzes soll eine Tiefgarage entstehen, wenn die Alpenpark-Klinik am Tegernsee erweitert wird. © Gernböck

Bad Wiessee/Kreuth – Die Kirinus-Alpenpark-Klinik am Tegernsee soll erweitert werden. Im Gemeinderat in Bad Wiessee und Kreuth sind nun Einwände dazu behandelt worden.

Dass die Kirinus-Alpenpark-Klinik am Tegernsee erweitert wird, ist beschlossene Sache. Der Betreiber will die Bettenzahl erhöhen, um langfristige wirtschaftliche Rentabilität gewährleisten zu können. Durch die Pläne erhöht sich allerdings auch der Bedarf an Parkplätzen. Über diesen Punkt und weitere offene Fragen wurde jüngst parallel in den Gemeinderäten in Bad Wiessee und Kreuth diskutiert.

Die Gemeinderäte in Bad Wiessee müssen über den Bereich des Parkplatzes und die geplante Tiefgarage entscheiden. Die Amtskollegen in Kreuth sind für den Bebauungsplan zum Klinikgelände zuständig. Beide Teilprojekte bedingen sich gegenseitig. Um ausreichend Parkraum zu bieten, wenn die Klinik erweitert wird, hat der Betreiber den Bau einer zweigeschossigen Tiefgarage beantragt. Entstehen soll diese unter dem jetzigen Parkplatz gegenüber dem Klinikkomplex. Geteilt wird beides durch den Defreggerweg, der zugleich die Zufahrt zur Klinik ist.

Keine oberirdische Bebauung gestatten

Bereits als das Thema im April 2021 erstmals im Bauausschuss behandelt wurde, hatte die geplante Tiefgarage zu einer lebhaften Diskussion geführt und sowohl Befürworter als auch kritische Stimmen gefunden. Mittlerweile haben auch Behörden und Träger öffentlicher Belange Stellung zu dem Projekt bezogen. In der jüngsten Sitzung des Gemeinderats verlas Bad Wiessees Bauamtsleiter Anton Bammer deren Stellungnahmen.

Allerdings wurde empfohlen, keine oberirdische Bebauung zu Wohn- oder auch Geschäftszwecken zu gestatten. Das sei ohnehin nicht möglich, da das Vorhaben nur als Tiefgarage genehmigt worden sei, stellte der Bauamtschef klar. Auch die Durchgrünung und optische landschaftliche Einbindung sei festgeschrieben. Ein Gutachten des Landratsamtes Miesbach habe zudem gezeigt, dass die nächtliche Frequentierung durch an- und abfahrende Autos sehr gering sei und dementsprechend niedrig auch die Emissionen.

Boden und Entwässerung als Probleme

Zahlreiche Institutionen haben sich zum Projekt Alpenpark-Klinik gemeldet. Seitens der Telekom wurde darauf hingewiesen, dass entlang des Areals eine Telekommunikationslinie verlaufe. „Ein durchaus berechtigter Einwand“, fand SPD-Gemeinderat Bernd Kuntze-Fechner mit Blick auf den kürzlichen Totalausfall am Tegernsee, als ein Glasfaserkabel beschädigt wurde. Dies zu beheben, dauerte mehrere Tage.

Als strittig erwies sich neuerlich ein Punkt, der schon von Anfang an für Unverständnis bei manchem Mitglied am Ratstisch gesorgt hat – sowohl in Bad Wiessee als auch in Kreuth: Die Bodenverhältnisse und die Frage nach der Entwässerung angesichts einer Bodenversiegelung von rund 95 Prozent.

Führung des Grundwassers kann sich ändern

Seitens der Behörden wurde zur klaren Auflage gemacht, dass die Bundesstraße durch eine erforderliche Entwässerung während der Bauarbeiten nicht beeinträchtigt werden dürfe. Das Wasserwirtschaftsamt Rosenheim (WWA) wies auf die inhomogene Beschaffenheit des Untergrundes hin. Der Boden im Bereich der geplanten Baustelle setze sich aus verschiedenen Schichten zusammen, wobei wasserdurchlässige mit wasserundurchlässigen Bodentypen wechselten. Der Eingriff durch ein solch massives Bauwerk könne die Führung des Grundwassers verändern, wodurch spätere Schäden an der Garage möglich seien.

Das WWA legte deshalb nahe, den Boden engmaschig zu untersuchen, auch um auszuschließen, dass angrenzende Grundstücke beeinträchtigt werden. Da konnte Bammer auf ein bereits mit dem Antrag eingereichtes Fachgutachten verweisen. Der Bauherr gehe mit diesem Thema sorgsam um, sagte er. Vor dem Hintergrund dieser Analyse sei nicht zu erwarten, dass Nachbarn beeinträchtigt werden.

Bad Wiessee und Kreuth geben grünes Licht

Johannes von Miller (Grüne) hielt an seiner kritischen Meinung fest. Er verwies auf die Bürgerversammlung zum Thema Hochwasserschutz und Stark­regen, die kürzlich in Bad Wiessee stattgefunden hat. Der Tenor: Die Gemeinden seien in der Pflicht, diese Gefahren baurechtlich zu berücksichtigen. Von Miller erteilte dem Projekt dementsprechend eine klare Absage: „Wir sind raus aus dieser Zeit, das können wir nicht mehr bringen.“ Er sei überzeugt, dass man entgegen der Argumentation des Bauherrn die Garage geringer dimensionieren könne, ohne nennenswerte Verluste hinnehmen zu müssen. Die Bodenproblematik sei zwar gegeben, werde aber gründlich untersucht, befand Kuntze-Fechner. Schließlich gab es mit 17:2 Stimmen grünes Licht.

In Kreuth wurde der Billigungs- und Auslegungsbeschluss letztlich einstimmig gefasst. Das heißt, der Bebauungsplan wird nun nochmals öffentlich ausgelegt. „Wir haben uns intensiv mit dem Projekt befasst und an Punkten nachgebessert, die uns aufgefallen sind“, resümierte Gemeinderat Martin Walch (SPD). „Der Klinikumbau bringt sicher mehr Vor- als Nachteile für die Gemeinde.“ ger; ksl

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