Bund Naturschutz fordert Bergstraßen autofrei
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Beate Rutkowski und Hans Kornprobst vom Bund Naturschutz setzen sich für autofreie Bergstraßen wie jüngst bei einer Plakataktion an der Monialm in Rottach-Egern ein.

Zwischen Monialm und Valepp

Bergstraßen autofrei: Bund Naturschutz startet Initiative in Rottach-Egern

  • VonKatja Schlenker
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Rottach-Egern – Die Alpen sind nicht erst seit Corona beliebt bei Ausflüglern und Urlaubern. Vor allem Mautstraßen im Oberland, weshalb der Bund Naturschutz nun neue Konzepte fordert.

Der Bund Naturschutz (BN) in Bayern fordert, kleine Straßen, die weit ins Berggebiet hineingehen und meist auch Sackgassen sind, für Autoverkehr zu sperren. Stattdessen sollen Ausflügler per Bus zum Ziel kommen oder per Rad, wofür Verleihstationen eingerichtet werden sollen. Mit einer Plakataktion an der Monialm in Rottach-Egern auf der Strecke in die Valepp haben die Naturschützer nun auf ihr Anliegen aufmerksam gemacht.

Die bayerischen Alpen sind als Ausflugsgebiet beliebt wie nie zuvor. Die Corona-Pandemie hat dem Trend, Urlaub dahoam zu machen, nochmals Antrieb gegeben. Doch kilometerlange Blechkarawanen und überfüllte Parkplätze sorgen bei Erholungssuchenden schnell dafür, dass der gewünschte Effekt nicht eintritt. Vor allem aber leidet die Natur unter der Masse an Menschen, die mittlerweile von Früh bis Spät in den Bergen unterwegs ist.

75 Prozent CO2-Emissionen durch Verkehr

„Wir freuen uns, dass klima­freundlicher Nahurlaub im eigenen Land immer beliebter wird“, sagt Beate Rutkowski, stellvertretende Landesvorsitzende und Vorsitzende der BN-Kreisgruppe Traunstein. „Doch ist es jetzt Aufgabe der bayerischen Staatsregierung und der Gemeinden im bayerischen Alpenraum, den Ausflugsverkehr in ökologische Bahnen zu lenken.“ Vor allem Berg­straßen wie die zwischen Rottach-Egern und Spitzingsee stehen im Fokus der Kampagne unter dem Motto „Parkst du noch oder wanderst du schon?“. Zirka 75 Prozent der CO2-Emissionen im Alpentourismus kommen laut Beate Rutkowski aus dem Verkehrssektor. Durch die leichte Anfahrt kämen abgelegene Ruheräume, in denen seltene Tier- und Pflanzen­arten ihren Lebensraum haben, immer mehr unter Druck.

Julian Fürholzer, Sprecher des AK Alpen der Jugendorganisation Bund Naturschutz (JBN), erläutert: „Um die Klimaschutzziele von Paris einzuhalten, brauchen wir jetzt eine konsequente Verkehrswende. Dabei ist der Tagesausflugsverkehr ein wichtiger Bestandteil, der auf Bus und Bahn umgelenkt werden muss. Deshalb fordern wir den starken Ausbau von Bus und Bahn von der bayerischen Verkehrsministerin Kerstin Schreyer.“

Mautstraße von Spitzingsee her gesperrt

Der BN hat bereits 2004 unter dem Titel „Bergstraßen autofrei“ ein Papier verfasst, in dem er die Sperrung von Bergstraßen für den öffentlichen Pkw-Verkehr fordert. „Gerade das bayerische Oberland erstickt an Ausflugstagen im Kfz-Verkehr“, berichtet Manfred Burger, Vorsitzender der BN-Kreisgruppe Miesbach. „Wenn man zum Ausgangspunkt seiner Wanderung ohnehin in den Bus umsteigen muss, wächst die Bereitschaft, gleich von zu Hause mit Bahn und Bus anzureisen.“

Für die Strecke in die Valepp hat es Mitte der 1980er Jahre immerhin einen Teilerfolg gegeben. Die Mautstraße von Spitzingsee zum Forsthaus ist damals gesperrt worden. „Die Einrichtung eines Busverkehrs hat sich hervorragend bewährt und kann Vorbild für die heutige Mautstraße Monialm–Valepp sein“, sagt Hans Kornprobst, Sprecher des BN-Landesarbeitskreises Wald und ehemaliger Leiter des Forstamts Schliersee. ksl

Quelle: DasGelbeBlatt

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