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SGT, BN und Tierschützer: Organisationen kritisieren Bikepark-Pläne am Oedberg

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Von: Fridolin Thanner

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Pumptrack
Auch Übungsstrecken und ein Pumptrack sind Teil der Pläne für den Bikepark am Oedberg. © Fridolin Thanner

Gmund – Es formiert sich Widerstand gegen die Pläne, am Oedberg bei Gmund einen Bikepark zu errichten: SGT, BN und Tierschützer sind dagegen.

Sowohl die Schutzgemeinschaft Tegernseer Tal (SGT) und der Tierschutzverein Tegernseer Tal als auch die Kreisgruppe im Bund Naturschutz haben ihre Ablehnung formuliert. Die SGT kritisiert, dass „eine ursprünglich gut gemeinte Elterninitiative zur Landschaftszerstörung führt“.

Angela Brogsitter-Finck, Vorsitzende der SGT, erinnert daran, dass zunächst Eltern für ihre Kinder und andere fahrradbegeisterte Jugendliche einen kostenlosen Bikepark in Eigenleistung bauen wollten. Doch dieses Vorhaben werde „vom Kommerzdenken instrumentalisiert und in ein Projekt eingebunden, das in einem sensiblen und geschützten Gebiet weitere Naturzerstörung zur Folge hätte“. Es waren mehrere Standorte im Gespräch, die sich aber als nicht passend herausstellten. Inzwischen wurde die Bike Crew Tegernsee GmbH gegründet, um die Pläne zu realisieren. Und der Oedberg wurde als Standort auserkoren. Dort sei der Park Teil der Freizeitanlage und somit „ein kommerzielles Immobilien- und Investitionsobjekt für zahlende Gäste und Touristen“, erklärt Brogsittter-Finck. Sie findet: „Die Jugendlichen sind die Verlierer.“

Und die Natur. Die BN-Kreisgruppe lehnt die Änderung des Flächennutzungsplans sowie den Bebauungsplan ab und nennt vier Gründe. So liege die überplante Fläche im Landschaftsschutzgebiet und beeinträchtige das angrenzende Wasserschutzgebiet. Zudem befürchtet die BN-Kreisgruppe negative Auswirkungen auf den Arten- und Biotopschutz, unter anderem für Auerwild. Außerdem kritisiert der BN die nicht ausreichende Anbindung durch öffentliche Verkehrsmittel. Das werde „zu weiteren, nicht zumutbaren Belastungen durch die überwiegende Anreise mit privaten PKW führen“, prophezeit Manfred Burger, der Kreisgruppenvorsitzende. Der Tierschutzverein Tegernseer Tal befürchtet, dass Weideflächen verloren gehen und somit Kühe nicht mehr ins Freie kommen. Außerdem werde ein bestehender Wildwechsel zerstört. „Dieses Bauvorhaben ist wieder einmal das krasse Gegenteil von Nachhaltigkeit“, fasst Brogsitter-Finck zusammen. ft

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