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Seniorenresidenz „Villa Bruneck“ in Kreuth schließt stationäre Pflege

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Von: Katja Schlenker

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Seniorenresidenz „Villa Bruneck“ in Kreuth
Die stationäre Pflege der Seniorenresidenz „Villa Bruneck“ in Kreuth schließt zum 31. Dezember 2021. © Schlenker

Kreuth – Die Seniorenresidenz „Villa Bruneck“ in Kreuth schließt ihre stationäre Pflege Ende 2021. Grund ist Personalmangel. Dennoch gibt es viel Kritik am Vorgehen.

Kreuths Bürgermeister Josef Bierschneider zeigte sich enttäuscht, als der Sonderausschuss vor Kurzem als Corona-Alternative zum Gemeinderat tagte. Er berichtete, wie ihm das Landratsamt mitgeteilt habe, dass der Eigentümer plant, die Abteilung künftig nicht mehr als Pflegestation, sondern als betreutes Wohnen zu betreiben.

Das wäre im Sinne der Baugenehmigung. Um jedoch zu verhindern, dass die Räume zweckentfremdet werden, wurde in der Sitzung darüber abgestimmt, für das Anwesen am Gräfin-Schlippenbach-Weg 15 und 16 eine Veränderungssperre zu erlassen und einen Bebauungsplan aufzustellen.

Kritik an Termin für Schließung in Kreuth

Bevor die sieben anwesenden Mitglieder des Gemeinderats sich einstimmig dafür aussprachen, fand Martin Walch (SPD) deutliche Worte: „Das ist keine Art und Weise, wie mit den Menschen umgegangen wird, die auf Pflege angewiesen sind.“ Vor allem den Termin für die Kündigung kritisierte er, den 31. Dezember 2021. Zum einen wegen des Jahreswechsels an sich, zum anderen wegen der kurzen Frist, denn die Bewohner müssen innerhalb von zwei Monaten ausziehen. „Der 31. Dezember 2022 wäre ein akzeptabler Termin gewesen“, fügte Wolfgang Rebensburg (FWG) hinzu.

Jedoch sei es nicht anders gegangen, erklärt der Betreiber. Aufgrund akuten Personalmangels bei den Pflegefachkräften müsse die Abteilung geschlossen werden, teilt die Geschäftsleitung der Sozialwerk Heuser Verwaltungsgesellschaft mbH mit: „Dadurch konnte unter anderem auch die vorgeschriebene Fachkraftquote von 50 Prozent nicht mehr eingehalten werden.“

Seniorenresidenz Schliersee bereits zu

Die Bewohner würden unterstützt bei der Suche nach geeigneten stationären Plätzen oder könnten vor Ort bleiben, betreut von einem ambulanten Dienst. Auf die Frage, ob es nicht einen geeigneteren Termin als den Jahreswechsel für die Kündigung gegeben hätte, teilt die Geschäftsleitung mit: „Durch den akuten Fachpersonalmangel ist es uns nicht mehr länger möglich, den stationären Betrieb im Rahmen der geforderten Besetzung der Fachpersonaldienste über den 31. Dezember 2021 hinaus weiter fortzuführen.“

Der Zeitpunkt ist denkbar ungünstig, nachdem vor Kurzem die Seniorenresidenz in Schliersee geschlossen wurde und für die Bewohner dort bereits neue Plätze gefunden werden mussten, teilt Sprecherin Sophie-Marie Stadler vom Landratsamt Miesbach mit. „Das Problem sind nicht die Pflegeplätze, davon gäbe es noch zahlreiche freie“, sagt sie. „Das Problem ist, dass die Einrichtungen keine Pflegekräfte finden und dementsprechend nicht so viele Bewohner aufnehmen können.“ ksl

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