1. Startseite
  2. Lokales
  3. Tegernsee
  4. DasGelbeBlatt

Bad Wiessee: Änderung der Friedhofssatzung beschlossen

Erstellt:

Von: Sandra Hefft

Kommentare

Bad Wiesseer Bergfriedhof
Auf dem Bad Wiesseer Bergfriedhof sollen neue Urnengräber entstehen. Inflationsbedingt steigen aber auch die Gebühren. © Gernböck

Bad Wiessee – Der Bad Wiesseer Gemeinderat hat über den Neuerlass zur Benutzung der Friedhofseinrichtungen abgestimmt.

Kultureller Wandel zeigt sich auch auf Friedhöfen an einer Veränderung der Bestattungsgebräuche. So auch auf dem Bad Wiesseer Bergfriedhof. „Der Wunsch nach Feuerbestattungen wird größer“, machte Verwaltungsleiter Hilmar Danzinger im Gemeinderat deutlich, wo das Thema jetzt auf der Tagesordnung stand.

Die für Urnengräber vorgesehenen Flächen auf dem Bad Wiesseer Friedhof seien aber sehr begrenzt.

Auch alternative Möglichkeiten zu Gräbern, Bauwerke wie etwa ein Pavillon oder andernorts übliche Urnenwände, seien in Bad Wiessee nicht geplant. Der Grund: Der Bergfriedhof mit dem Ensemble um die Kirche Maria Himmelfahrt steht unter Denkmalschutz. „Hier ist ein sehr sensibles Vorgehen erforderlich“ betonte der Geschäftsleiter angesichts dieser Vorgaben.

Bereits in einer vorangegangenen Gemeinderatssitzung sei über das Thema beraten worden, zudem habe ein Lokaltermin mit Mitarbeitern der Gemeinde stattgefunden, um sich vor Ort ein Bild zu machen. „Es gibt Gräber verschiedener Größe“, führte Danzinger aus. Während die Einzelgräber und Zweier-Grabstätten nach wie vor „gut nachgefragt“ seien, sinke die Nachfrage nach Dreier-Gemeinschaftsgräbern deutlich.

In einigen Teilen des Friedhofs seien schon sämtliche Dreier-Grabstätten aufgelassen. Hier solle nun eine Lösung ansetzen, die von der Verwaltung als „sehr gut erachtet“ werde, sagte Danzinger.

Die großen Grabstätten sollen künftig als Urnen-Gemeinschaftsgräber genutzt werden. Ein Grab biete für insgesamt 18 Urnen Platz. Jedes Urnengrab soll dann mit einer Stele oder einem Stein und einer Namensplakette aus Bronze versehen werden.

Ein Grab werde für 15 Jahre gekauft, erklärte der Verwaltungschef und konnte noch einen weiteren Vorteil präsentieren. Auch die Pflege und Bepflanzung des Grabes sei im Kauf mit inbegriffen, man biete damit quasi ein „Sorglos-Paket“ unter dem Motto „Gedenken statt Garteln“. Es solle sich an diejenigen Hinterbliebenen richten, die sich weniger mit der Grabpflege beschäftigen möchten oder können, sondern sich in Ruhe dem Gedenken am Grab widmen wollen. Der Preis soll bei etwa 1566 Euro liegen.

Mit dieser Lösung werde man auch dem Denkmalschutz gerecht, sagte Danzinger, denn an der Optik und dem Habitus des Bergfriedhofes werde nichts verändert.

Bürgermeister Robert Kühn dankte den Verantwortlichen für die Mühe und die ausgereiften Überlegungen: „Es ist nicht leicht, hier alles unter einen Hut zu bekommen, um unserem schönen, denkmalgeschützten Friedhof gerecht zu werden.“ Die Ratsmitglieder zeigten sich ebenso überzeugt und segneten den Neuerlass über die Benutzung der Friedhofseinrichtungen einstimmig ab.

Der Bergfriedhof stand an diesem Abend noch ein zweites Mal auf der Tagesordnung. „Der Friedhof verursacht der Gemeinde jährlich einen Verlust von 50.000 Euro“, stellte Geschäftsleiter Danzinger die Lage dar. Zwar sei es der Gemeinde nicht erlaubt, hier Gewinn zu erwirtschaften, wohl aber, Verluste auszugleichen.

Dementsprechend lautete der Vorschlag der Verwaltung, die Gebühren der Inflationsrate anzugleichen und um 13 Prozent zu erhöhen. Auch dieser Änderung der Satzung stimmte das Gremium ohne Diskussion einhellig zu. Sie ist zum 1. Januar in Kraft getreten. ger

Auch interessant

Kommentare