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Erste Bürgerversammlung in Bad Wiessee für Bürgermeister Robert Kühn

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Bürgerversammlung 2022 in Bad Wiessee
Zum ersten Mal führte Bürgermeister Robert Kühn (r.) durch eine Bürgerversammlung in Bad Wiessee. © Versen

Bad Wiessee – Die Bürgerversammlung in Bad Wiessee zeigte einige Punkte auf. Eine Botschaft des Abends: Der Neubau des Badepark dauert länger als geplant.

Premierenfieber herrschte jüngst im Postsaal in Bad Wiessee bei der ersten Bürgerversammlung, die Robert Kühn als neuer Gemeindechef seit Mai 2020 pandemie-bedingt abhalten konnte. Andere Wege als mit einer üblichen Rechenschaftsrede wollte der SPD-Genosse gehen. Statt langatmiger Rede des Bürgermeisters sollte es eine lebendige Bürgerversammlung werden, bei der mehr geboten wird als Zuhören.

So begrüßte Robert Kühn zu Beginn des rund zweistündigen Treffens offiziell die rund 150 Anwesenden von der weitsichtigen Bühne aus und stieg dann hinab zum Volk, um auf Augenhöhe zu diskutieren. Eigens von der Seepromenade wurde dazu die Rote Bank mit dem Schild „Robert ratscht“ in den Postsaal befördert. So legte der Bürgermeister sozusagen den Schalter um, schnappte sich das Mikrofon und gab rund eine Stunde den Moderator für die Ortsbewohner.

Badepark als wichtiges Thema in Wiessee

Im Vorfeld verkündete Robert Kühn, dass er alleine 2021 rund 40 Vermieter besucht habe, um dabei deren Sorgen und Anregungen aufzunehmen. Stolz zeigte sich der Bürgermeister, dass in Bad Wiessee bisher 150 Geflüchtete aus der Ukraine liebevoll aufgenommen wurden. Besonderes Lob galt Karen Lange vom Sozialamt für ihren unermüdlichen Einsatz. „Die Bürgerversammlung ist Ihre Versammlung und ich bin Ihnen jetzt völlig ausgeliefert“ – mit diesen Worten eröffnete er dann scherzend die unbegrenzte Fragestunde, wobei die Bürger erfrischende und ehrliche Antworten erwarten sollten.

Kein Wunder, dass gleich zu Beginn der geschlossene Badepark ganz oben auf der Frageliste stand. Die Antwort: „Wir sind momentan nicht so weit, wie geplant. Die Baukosten haben sich verdoppelt und kein Bäderexperte kann uns derzeit sagen, wie ein solches Bad in Zukunft vernünftig betrieben werden sollte. Wir wollen kommunales Schwimmen wieder haben, wozu alle Tal-Bürgermeister mithelfen wollen.“ Mehr gebe es derzeit zu diesem Projekt nicht zu sagen, außer dass der Abbruch des bestehenden Badeparks bis zum zweiten Quartal 2023 erfolgen soll. Der Beginn des Ersatzbaus sei noch völlig unbekannt.

Hotel und Gasthof zur Post schließt

„Wo sollen unsere Gäste zum Essen gehen, wenn das Hotel Post als Gäste- und Bürgerzentrum Anfang November geschlossen wird?“, wollte ein ehemaliger Gemeinderat wissen. Antwort: „Energetisch und aus Brandschutzgründen muss das ganze Haus einer Generalsanierung unterzogen werden, was entsprechend dauert.“ Auch die Laufwege seien zu unwirtschaftlich. Fazit: Mit einer Wiedereröffnung vor 2024 sei nicht zu rechnen. Geplant sei auf jeden Fall eine bürgerliche Ortswirtschaft als Perle im Tegernseer Tal.

Während Hans Stoib der Meinung war, dass die immer noch bestehende Kurruhe nicht mehr in die Zeit passe, wollte Diana Grelka etwas über den Stand der seit Langem bestehenden SME-Brache im Kurviertel wissen. „Wir werden keinen Millimeter vom gültigen Bebauungsplan abweichen und nur mit Leuten sprechen, die das Areal bereits gekauft haben“, war die Antwort. Das Areal sei für Bad Wiessee besonders wichtig und zukunftsweisend.

Spielarena in Bad Wiessee erhalten

Hans-Gerd Lau wollte den langfristigen Erhalt der Spielarena gesichert wissen. Antwort des Bürgermeisters: „Der Pachtvertrag läuft noch über weitere vier Jahre.“ Spontan meldete sich dazu der gerade 80-jährige Lebenskünstler und Weltbürger Erwin Tontsch zu Wort: „Die Halle wurde uns vom Tal-Ehrenbürger Otto Beisheim seinerzeit als Tennishalle geschenkt.“

Bei der Einweihung habe dieser ihm wörtlich gesagt: „Erwin, pass mir bloß auf die Halle auf, dass sie nicht später einmal abgerissen wird.“ Tontsch, der gerade aus seiner zweiten Heimat Kanada kam, erklärte dazu: „Dort in Banff geht es jetzt leider so zu wie derzeit hier im Tegernseer Tal, wo nur noch das Geld regiert – zum Nachteil der einheimischen Bevölkerung.“ Dem müsse Einhalt geboten werden, bevor es zu spät sei, betonte er.

Zahlen aus dem Einwohnermeldeamt (Stand: 31. Dezember 2021):

Zahlen der Kämmerei (Stand: Juni 2022):

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