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Bundestagsabgeordneter trifft sich am Wallberg mit Naturschutz-Rangern

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Alexander Radwan (r.) auf dem Wallberg mit (v.l.) Florian Bossert, Andreas Köpferl und Josef Faas
Der Bundestagsabgeordnete Alexander Radwan (r.) auf dem Wallberg mit (v.l.) dem Gebietsbetreuer Mangfallgebirge, Florian Bossert, Naturschutz-Ranger Andreas Köpferl und Josef Faas vom Bereich Naturschutz am Landratsamt in Miesbach. © LRA

Rottach-Egern – Auf seiner Sommertour hat der CSU-Bundestagsabgeordnete Alexander Radwan Halt auf dem Wallberg gemacht. Dort traf er sich mit Naturschutz-Rangern.

Bei bestem Wetter erwanderte der Bundestags­abgeordnete Alexander Radwan aus Rottach-Egern vor Kurzem den Wallberg und tauschte sich dabei mit dem Teamleiter des Bereichs Fachlicher Naturschutz an der Unteren Naturschutzbehörde des Landratsamts Miesbach, Josef Faas, dem Gebietsbetreuer für das Mangfallgebirge, Florian Bossert, und dem Naturschutz-Ranger Andreas Köpferl aus. Dem Abgeordneten wurde direkt vor der Kulisse des Wall­bergs die Arbeit der verschiedenen Stellen zum Schutz der Natur vorgestellt.

Das Projekt Gebietsbetreuung Mangfallgebirge soll zum einen Besuchern und Einheimischen den Naturraum nahebringen sowie sie zum anderen aufklären und informieren, um sie so für naturschonendes Verhalten zu gewinnen. Vor allem soll der Lebensraum empfindlicher und gefährdeter Arten geschützt werden, indem man Besucher besser lenkt auf solider fachlicher Grundlage.

Vollzeit-Ranger in Miesbach im Einsatz

Seit einem guten Jahr sind zusätzlich zwei weitere Vollzeit-Ranger für den Landkreis Miesbach im Einsatz. Sie sollen Nutzungskonflikte direkt in der Natur lösen und Besucher durch persönliche Gespräche, aber auch mittels hoheitlicher Durchgriffsrechte von naturschädlichem Verhalten abbringen.

Bei dem Gespräch auf dem Wall­berg hoben alle drei Beteiligten die fortschrittliche Struktur im Landkreis Miesbach hervor. Die Zusammenarbeit zwischen Naturschutzbehörde, hauptamtlichen und ehrenamtlichen Rangern der Regionalentwicklung Oberland (REO) werde von vielen als vorbildlich angesehen. Vieles sei im ersten Jahr des Ranger-Projekts bereits erreicht worden. Das naturschädigende Verhalten sei zurückgegangen, so der Tenor. Sowieso seien es nur etwa 5 Prozent der Besucher, die Probleme machten.

Erfolg für Naturschutz am Leonhardstein

„Mit den allermeisten kann man sich wunderbar unterhalten“, berichtet Ranger Andreas Köpferl. „Die sind einsichtig und verständnisvoll, wenn man ihnen eben nur ordentlich erklärt, wieso sie beispielsweise den Weg hier nicht verlassen sollten.“ Das persönliche Gespräch sei sowieso das wirksamste Mittel, um die Menschen zu sensibilisieren. Gebietsbetreuer und Ranger hätten bereits einen guten Ruf und seien beliebte Ansprechpartner für Wanderer und Freizeitsportler.

Florian Bossert will künftig auch gemeinsame Erfolge verstärkt kommunizieren: „Am Leonhard­stein konnten jüngst zwei junge Wanderfalken schlüpfen, weil wir einige Kletterwege gesperrt haben und sich die Kletterer eben auch vorbildlich daran gehalten haben“, sagt er. „Da sieht man unmittelbar, was durch relativ kleine Einschränkungen erreicht werden kann.“

Bußgelder und andere hoheitliche Durchgriffs­rechte seien deshalb nur Ultima Ratio. Die meisten Fälle ließen sich eben auch einvernehmlich im direkten Gespräch klären. Das Landratsamt arbeitet ergänzend an digitalen Lösungen, die es ermöglichen sollen, Besucher des Landkreises Miesbach bereits frühzeitig zu sensibilisieren und zu informieren.

Thema Wolf braucht sachliche Diskussion

„Grundsätzlich müssen wir uns als Gesellschaft fragen, wie viel wir in den Schutz der Natur investieren wollen und welche Einschränkungen wir dafür in Kauf nehmen“, sagte Josef Faas. „Naturschutz ist auch eine ständige Abwägung.“ In beinahe allen Fragen würden Zielkonflikte entstehen, bei denen man auch manchmal eine mutige Entscheidung treffen müsse. Der akuteste Konfliktfall im Landkreis Miesbach sei der zwischen Freizeitdruck und Naturschutz. Auch der Wolf sei ein polarisierendes Thema, das im Gespräch über Natur und Berge ständig aufkäme.

Einigkeit herrschte bei den Teilnehmern, dass es im bayerischen Alpenraum keine friedliche Koexistenz zwischen Wolf und Almwirtschaft geben könne. Es brauche darum eine ideologiefreie und pragmatische, vor allem aber ehrliche Diskussion. Alexander Rad­wan sieht dabei inzwischen deutliche Verbesserungen auf Landkreisebene: „Die Diskussion wurde anfangs sehr emotional und auch stark polarisierend geführt. Doch wir kommen hier langsam, aber sicher in ein sachlicheres, pragmatischeres Fahrwasser und zu einer interessenübergreifenden Übereinstimmung.“ ksl

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