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Photovoltaikanlage auf Wiese am Tegernsee löst heftige Debatte aus

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Von: Katja Schlenker

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Freiflächen-Photovoltaikanlage
Grünes Licht für grüne Energie: In Gmund wurde nun über den Bau einer Freiflächen-Photovoltaikanlage diskutiert. © dpa (Symbolbild)

Gmund – Der Disput mit Russland zeigt, dass man unabhängiger werden sollte in puncto Energie. Ein Antrag dazu in Gmund sorgte nun für hohe Wellen im Gemeinderat.

Photovoltaikanlagen (PV) auf Dächern sind mittlerweile kein ungewöhnlicher Anblick mehr im Landkreis Miesbach. In der Fläche hingegen – auf Wiesen zum Beispiel – gibt es nur wenige solcher Installationen vor Ort. Eine weitere könnte in Gmund entstehen.

Die Gemeinderäte sollten in ihrer jüngsten Sitzung über einen Antrag der Firma One Solar International GmbH entscheiden. Demnach soll der Flächennutzungsplan nahe Zahlersberg geändert und ein Bebauungsplan für einen „Agrar-Photovoltaik, Solarpark Dürnbach“ aufgestellt werden, wie Bauamtsleiterin Christine Wild erläuterte. Rund 8,1 Hektar soll die Fläche betragen. Zum Vergleich: Das sind etwas mehr als elf Fußballfelder durchschnittlicher Größe.

Bei dem Areal handelt es sich um sogenannten Außenbereich, der zum Beispiel nicht einfach so mit Wohngebäuden bebaut werden darf. Aktuell ist der Bereich als landwirtschaftliche Nutzfläche ausgewiesen. Auch das müsste geändert werden. „Gemäß Antragsteller werden durch das geplante Agrar-PV-Projekt keine wertvollen landwirtschaftlichen Flächen dauerhaft verbaut“, erläuterte die Bauamtsleiterin die Beweggründe des Antragstellers. „Die Anlage wird ausschließlich auf sehr schnell rückbaubaren Stahlfundamenten errichtet, sodass sich der aktuelle landwirtschaftlich genutzte Boden über die Laufzeit des Agrar-PV-Betriebs von der intensiven landwirtschaftlichen Nutzung gut erholen kann und nach der Demontage des PV-Projekts umgehend wieder mit erhöhter Bodenbonität der landwirtschaftlichen Nutzung zugeführt werden kann.“

Unter den Gemeinderäten gingen die Meinungen auseinander. „Mit dem Ukraine-Krieg wird einem bewusst, wie abhängig man ist“, sagte Bürgermeister Alfons Besel. „Wir sollten da offener werden.“ CSU-Gemeinderat Johann Huber, selbst Landwirt, sprach sich mit emotionalen Worten gegen das Projekt aus. „Wir sollten da grundsätzlich nicht zustimmen, weil das acht Hektar landwirtschaftlicher Grund sind, der bewirtschaftet gehört“, sagte er. „Photovoltaik gehört aufs Dach.“ Die Landschaft sei das ganze Kapital, das man habe. Man könne sich nicht erlauben, auch nur ein Stück Fläche herzugeben. Auch die Fraktionskollegen Martina Ettstaller und Herbert Kozemko hatten Bedenken, dass so Begehrlichkeiten geweckt werden.

Aufgeschlossen zeigten sich indes Korbinian Kohler (CSU) und Christine Zierer (FWG), auch angesichts des Klimawandels. „Wir müssen generell davon wegkommen, von der schönen Landschaft zu reden – und das andere Thema lassen wir hinten runter fallen“, sagte die Dritte Bürgermeisterin. Ein Beschluss wurde nicht gefasst. Jedoch soll das Thema weiter verfolgt und geprüft werden, kündigte der Bürgermeister abschließend an. ksl

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