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Die Buzi-Malerei: „Wo steckt er denn wieder der Buzi, dös Hundsviech, dös miserablige!“ Charakteristisch war seine (kaum lesbare) Signatur, hier unten links zu sehen.

Ein fast vergessener Karikaturist: Emil Kneiß

Der Buzi-Maler

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Emil Kneiß ist heute fast vergessen. Nur am Tegernsee nicht: Dort ist er der „Buzi-Maler“.

Tegernsee - Der Name „Buzi-Maler“ hat seinen Ursprung in einer Zeichnung, die Kneiß 1930 für Zeitungen des „Bayerischen Zeitungsblocks“ und 1936 dann für das Tegernseer Bräustüberl fertigte: Das Prachtexemplar eines bayerischen Mannsbilds sucht seinen Hund, der unter seiner gewaltigen Wampe Männchen macht.

Emil Kneiß (1867-1956) war Sohn eines Sängers, der am Münchner Volks-Actien-Theater, dem heutigen Gärtnerplatz-Theater, engagiert war. Kneiß absolvierte das Realgymnasium, wurde dann Student an der Akademie der Bildenden Künste und machte sich als humoristischer Zeichner selbstständig. Die Schaffenskraft des Zeichners und Malers war enorm: Etwa 1700 Zeichnungen sind bekannt, schätzt der Archivpfleger Hermann Kurz aus Grafenau im Bayerischen Wald. Kurz war auf Kneiß über einem Umweg gestoßen: Ihm war aufgefallen, dass dessen Zeichnungen auch im „Grafenauer Anzeiger“ erschienen. Er forschte nach und fand heraus, dass die „Grafenauer Zeitung“ die Karikaturen vom „Bayerischen Zeitungsblock“ bezog. Das war ein Zusammenschluss von über 20 Zeitungen im Umland Münchens – Bad Aibling bis Freising, von Fürstenfeldbruck bis Tegernsee. Sogar in Pasing gab es damals eine eigene Zeitung, das „Pasinger Morgenblatt“. Seit seiner Entdeckung hat sich Kurz zu einem Fachmann für das Œuvre von Kneiß entwickelt – auf der Homepage www.der-buzi-maler.de sind seine Forschungen nachzulesen. Auch ein Buch ist in Arbeit.

1200 Zeichnungen hat Kneiß schon vor dem 1. Weltkrieg an ziemlich abgelegener Stelle veröffentlicht: in der Fahrrad-Zeitschrift „Radfahr-Humor“ (es gab sie von 1887 bis 1901) und in der Motorsport-Zeitschrift „Das Schnauferl“. Sowohl Fahrrad und natürlich erst recht das Auto waren damals neue Erfindungen, die vor allem das Münchner Bürgertum begeisterten. Kneiß zog die Fahrrad-Leidenschaft mit elegantem Strich durch den Kakao. Für kurze Zeit zeichnete Kneiß auch für die bekannte Münchner Jugendstil-Zeitschrift „Jugend“ – zum Beispiel Fahrradbilder. Später bezeichnete sich Kneiß auch als Kunstmaler – er malte Landschaften und Porträts. Er illustrierte auch Plakate, etwa zu einer „Deutschen Kriegsbeute-Ausstellung“ in München 1918. Eine unschöne Begleiterscheinung seiner Kunst war allerdings, dass er auch vor der Diffamierung von Juden nicht zurückschreckte. Er frönte einem Antisemitismus, der im Bürgertum damals wohl weit verbreitet war. Juden haben bei Kneiß stets krumme Beine und riesige Nasen – es ist erschreckend zu sehen, dass solche Zeichnungen ohne Probleme im „Radfahr-Humor“ erscheinen konnten.

Die politische Einstellung von Kneiß ist nicht richtig erforscht. In der NS-Zeit war er Mitglied der Reichspressekammer. Er zeichnete bis 1941, viel Unpolitisches, aber wiederum auch antisemitisch verzerrte Karikaturen sind zu finden. 1956 starb er im Alter von 89 Jahren fast erblindet.

Aufruf

Der Archivpfleger Hermann Kurz sucht nach Gemälden und Porträts von Emil Kneiß. Wer eines kennt, kann sich an unsere Redaktion (Tel. 089-5306 432) wenden oder schreibt an Dirk.Walter@merkur.de

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