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Autorin Sonja Still (l.) und Regina Killy, die für Anzeigen und Vertrieb zuständig zeichnet, mit ihrem „Der Tegernsee Reiseführer“. 

Sonja Still veröffentlicht Tegernsee-Reiseführer 

Ein persönlicher Wegweiser ins Tal

Das gab’s seit 1854 nicht mehr: Das Tegernseer Tal hat seinen eigenen Reiseführer. Autorin Sonja Still führt mitten hinein in Gesellschaft und Kultur im Tal, jenseits jenes manchmal geschmähten Mythos.

Rottach-Egern/Tegernseer Tal – Journalistin Sonja Still hat ihr besonderes Werk nun in der Bootshütte des Seehotels Malerwinkel in Rottach-Egern vor Ehrengästen präsentiert. „Der Tegernsee Reiseführer“ ist nicht nur ein Wegweiser von Nord nach Süd und A bis Z geworden, sondern mitten hinein in Gesellschaft und Kultur des Tals. Die Menschen, die es prägen, geben persönliche Einblicke in die wahre Schönheit des „gottgesegneten Flecks“, wie ihn Papst Benedikt XVI. einmal nannte.

Den großen Reiseführer-Verlagen schien das Tal zu unbedeutend als nationale Reisedestination, ein eigener Band rentiere sich nicht. Weil sie vom Gegenteil überzeugt ist, entschloss sich Still, ihn dann eben im Eigenverlag rauszubringen. „Die Zielgruppe, die hier Urlaub machen will, googelt sich nicht durch Blogs im Netz. Die holt sich einen Reiseführer.“ Doch den bislang letzten dieser Art hatte 1854 Max Carl von Kremplhuber vorgelegt. Seither wurde das Tal entweder nur am Rande in Oberbayern-Führern gestreift oder für Hobbysparten wie das Wandern beleuchtet, erklärt Still. Zu wenig, um den Zauber des Tals allen Reisefreudigen zu vermitteln.

Still weiß, was das Tal zu bieten hat, und sie weiß es zu schätzen. Nicht nur, weil die erfahrene Reisejournalistin hier daheim ist: Die 51-Jährige ist auch zertifizierte Tegernseer Heimatführerin. „Ich bin auf der ganzen weiten Welt gewesen und nirgendwo hängen geblieben, obwohl es schon Gelegenheiten gegeben hätte. Ich muss immer wieder zurück ins Tal.“

Der Reiseführer verrät nicht nur, an welchen Adressen es sich behaglich übernachten, vorzüglich schlemmen oder shoppen lässt, wo Brauchtum und Kultur anzutreffen sind und was man unternehmen kann. Nein, auch die Menschen im Tal geben persönliche Einblicke. Der Gmunder Heimatkenner Beni Eisenburg verrät, wie die Wittelsbacher auch der Tegernseer Tracht zum Aufschwung verhalfen. „Alpenrudi“ Rudi Hauptvogel empfiehlt eine Wandertour abseits ausgetretener Pfade zum Riederecksee. Und Sailingcenter-Gründer Stephan Eder erklärt, warum Segler früh aufstehen sollten. Der Zither-Manä aus Waakirchen, Herzogin Helene in Bayern aus Wildbad Kreuth und viele mehr kommen zu Wort.

„So ein Reiseführer hat bisher gefehlt“, sagt Christian Kausch, Geschäftsführer der Tegernseer Tal Tourismus GmbH (TTT). Mit dem Werk haben die Touristiker auch etwas in der Hand. Bei der Reisemesse ITB in Berlin wird er kommende Woche internationalem Publikum vorgestellt. Kausch ist von dem Werk überzeugt: „Es ist nicht der übliche Reiseführer geworden, in dem nur Klischees abgebildet sind. Es macht Spaß, ihn von Anfang bis Ende zu lesen.“

Erhältlich ist „Der Tegernsee Reiseführer“ (ISBN 978-3-00-055354-7) für 16,80 Euro im Buchhandel, bei den Tourist-Informationen am Tegernsee und im Internet auf tegernsee-reisen.de.

Katrin Hager

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