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Kreativer Austausch zwischen Künstlern: (v.l.) Birgit Niedernhuber, Riccardo Milazzo, Tobel, Hans Reiser, Eugenie Horst, Daniel J. Glasl, Walter Dietrich, Cornelia Hammans, Heidi Barnstorf, Sabine Kühner, Veronika Hagn-Roth und Hans Schneider.

Kulturwerkstatt organisiert Ausstellungen

Erinnerungen an den berühmten Malerwinkel

Rottach-Egern - Die Künstler der Kulturwerkstatt im Oberland erinnern mit Ausstellungen an die große Zeit im Rottacher Malerwinkel. Die hier geschaffene Kunst fand weltweit Bedeutung.

Die Veranstaltungsreihe wurde am Samstagabend mit einer Vernissage im Seehotel Überfahrt eröffnet. 14 Künstler der Region haben sich zusammengetan, um einen neuen Blick auf den Malerwinkel zu werfen. „Wir haben gefragt, wer sich mit dem Thema auseinander setzen möchte“, erklärte die Bildhauerin und zweite Vorsitzende des Vereins, Corry Hammans, zu Beginn des Abends. „Es ist ein spannendes Miteinander geworden, eine wirklich kreative Auseinandersetzung.“

Dieses Miteinander macht das Projekt so spannend. Die Künstler haben sich den Sommer über immer wieder getroffen und sich ausgetauscht. Für die einen wurde das Thema Tegernsee und Malerwinkel eine Auseinandersetzung mit Kindheitserinnerungen, für die anderen ein Einlassen auf einen schon fremd gewordenen Ort.

„Alles oder nichts“ nennt die Malerin Heidi Barnstorf ihr Werk. Das Grün-Blau des Tegernsees dominiert im Bild, an den Malerwinkel erinnert nur eine Tuschezeichnung im Hintergrund. Mit diesen Blautönen des Sees sind die Künstler nur allzu gut vertraut. So ist das Wasser bei vielen Mitgliedern das Hauptthema. Corry Hammans präsentiert eine Welle in Bronze, Bildhauer Tobel ein steinernes Überführer-Gummischlauchboot. Fotograf Chris Tille hat die Sterne auf dem Wasser des Tegernsees eingefangen, das Motiv Malerwinkel bleibt weit entfernt.

Daniel Glasl, der auch für den Gesamtaufbau der Schau verantwortlich zeichnet, zeigt den Malerwinkel in einer Seespiegelung. Er wendet das Foto aber hochkant, so dass es für den Betrachter auf den ersten Blick eher wie eine afrikanische Holzschnitzerei wirkt und erst auf den zweiten Blick der Malerwinkel erkennbar ist. Karikaturist Hans Reiser hat den Malerwinkel in den Herrgottswinkel gesetzt und lässt einen Mann mit Seelaub-Joppe hinaufflehen. Birgit Niedernhuber erinnert mit ihrem zarten Bronze- und Naturskulpturen-Orchester an die große Zeit der Musiker und Künstler in der Überfahrt. Und Eugenie Horst ruft mit ihrer Skulptur aus den Tiefen des Sees den Seegeist. Jenen Geist, der am See zu geistiger Kreativität einlädt, nicht denjenigen, der scharfzüngig kritisiert, so die Künstlerin.

Genau diese Art geistiger Debatte ist es, die im Malerwinkel um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert so fruchtbar war. Damals trafen sich hier Thoma, Slezak, Ganghofer und Gulbransson. Auf der Bühne spielte das Tegernseer Bauerntheater und probte für seine Tourneen an den großen Bühnen der Welt. „Es ist das erste Mal, dass sich das Seehotel Überfahrt so einem lokalen Event öffnet und damit seine geschichtlichen Wurzeln und kulturellen Traditionen würdigt“, freute sich Rolf Brandthaus, Vorsitzender der Kulturwerkstatt. „Dass wir damit die richtige Idee hatten, bestätigt uns die enorme Besucherzahl.“ Mehr als 140 Interessierte waren zur Eröffnung gekommen.

Die nächsten beiden Abende sind Leo Slezak (15. November) und Ludwig Thoma (22. November) gewidmet. Die zugehörigen Ausstellungen sind jeweils an den Wochenenden geöffnet. Karten gibt es im Internet unter www.kulturwerkstatt-oberland.de oder unter Telefon 08024/991038.

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