Eröffnung des Lanserhofs: Das Unmögliche wird möglich gemacht

Waakirchen - Bis zu 500 Arbeiter sind derzeit auf der Großbaustelle Lanserhof im Einsatz - auch nachts und an den Wochenenden. Der Investor möchte den Eröffnungstermin um jeden Preis halten.

Die Baukosten für das Lanserhof-Projekt sind von 50 Millionen auf 70 Millionen Euro in die Höhe geschossen. Eröffnet wird das Gesundheitshotel am 2. Januar. Wort halten, das ist Investor Christian Harisch wichtig. „Wenn ich sage, wir sperren am 2. Januar auf, dann tun wir das auch“, sagt der Tiroler Hotelier. Um das zu schaffen, muss das Unmögliche möglich werden. Dafür wird auf der Baustelle auf dem Steinberg bis in die Nacht hinein gearbeitet, auch am Wochenende, koste es, was es wolle. Bis zu 500 Arbeiter montieren, verlegen Böden, streichen Wände, bauen Möbel auf. Nur am 1. Weihnachtsfeiertag und an Neujahr wird Ruhe herrschen.

Viel Schlaf bekommt derzeit niemand, der zum Team gehört. Die Uhr tickt, am 2. Januar kommen die ersten 20 Gäste. Dann darf rein gar nichts mehr an eine Baustelle erinnern, weiß General Manager Christian Hollweck. Die betuchte Kundschaft hat höchste Ansprüche. Dafür greift sie auch tief in die Tasche. In der Elysium Suite kostet die Woche vom 2. bis zum 9. Januar für eine Person 11 910 Euro, im Doppelzimmer 3519 Euro. Inbegriffen ist dabei nur das Basisprogramm. Wer ins neue Gesundheitsresort der Extraklasse mit renommierten Medizinern und Therapeuten kommt, um zu regenerieren, will meist mehr. Im Lanserhof in Lans, dem Vorbild des Neubaus auf dem Steinberg, war zum Beispiel der russische Oligarch Roman Abramowitsch gern zu Gast. Ihm verdankt der Lanserhof viele russische Kunden, meint Hollweck. Das Gros der Gäste kommt aber aus Europa, viele aus Italien und der Schweiz.

Der medizinische Bereich ist schon fertiggestellt, auch die meisten der 70 Zimmer. 55 Quadratmeter groß ist das kleinste, die Suiten bieten bis zu 100 Quadratmeter. Architektur und Ausstattung lassen keine Wünsche offen. Architekt Christoph Ingenhoven hat Außergewöhnliches geschaffen, ebenso Landschaftsarchitekt Enzo Enea. Vergangene Woche wurden im Innenhof 40 Jahre alte Eiben gepflanzt. Die grüne Insel inmitten einer hektischen Winter-Baustelle wirkt, als ob es sie schon seit Jahrhunderten gäbe - ein verwunschener Ort.

Es ist einiges schief gelaufen beim Bau. Zum Beispiel bei der Herstellung der kostbaren Bernsteintüren, die zu den Zimmern und auch zu den Behandlungsräumen führen. Die Öffnungen, in die die Türschlösser gesetzt werden sollten, waren allesamt 3 Millimeter zu klein gebohrt. Die Türen gingen zurück, mussten wegen der Nachbesserungen auch neu geschliffen und lackiert werden. „Das musste dann nachts passieren“, sagt Harisch.

Derzeit macht vor allem die Logistik Kopfzerbrechen. In diesen Tagen werden die Möbel geliefert, viele von weither. Alle Transporte müssen über eine einzige steile und schmale Zufahrtstraße laufen. Immer wieder mal bleibt ein Laster hängen, auch wenn Harisch kräftig salzen lässt.

Um alles perfekt zu machen, wünscht sich General Manager Hollweck zu Neujahr, dem Tag vor der Eröffnung, eine dicke Portion Schnee, der sich über die frisch geschaffenen Hügel senken möge. Denn trotz des Rollrasens könnte es sonst rund um den Neubau ziemlich braun aussehen. Aber da bleibt nur die Hoffnung: Echter Winterzauber lässt sich halt doch nicht kaufen.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Rückwärts-Salto beim Gewerbegebiet?
Alles zurück auf Anfang: Das ist Ziel eines Bürgerantrags zum Gewerbegebiet Brunnenweg. Rund 120 Waakirchner haben unterschrieben. Der Gemeinderat ließ den Antrag zu. …
Rückwärts-Salto beim Gewerbegebiet?
Die Tegernseer Tal Montgolfiade verjüngt sich
Mehr Pep soll die Montgolfiade bekommen. Mehr Party für ein jüngeres Publikum, Spaß für Familien, ohne das Traditionelle zu vergessen. Einen Generationswechsel gibt es …
Die Tegernseer Tal Montgolfiade verjüngt sich
Bürgermedaille für Otmar Straßmüller
Jetzt gibt es 30 Träger in Gmund: Am Dienstagabend wurde Otmar Straßmüller mit der Bürgermedaille ausgezeichnet.
Bürgermedaille für Otmar Straßmüller
Imagefilm der Feuerwehr bleibt weiter ein Hit
Der Imagefilm der Feuerwehr Tegernsee bleibt weiter der Hit. Fast eine viertel Million Klicks schaffte er bisher auf YouTube.
Imagefilm der Feuerwehr bleibt weiter ein Hit

Kommentare