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An der Uferpromenade in Seeglas darf im Juli 2020 das zweite Outdoor-Festival über die Bühne gehen. 

Debatte um neuen Standort für Festival

Seeglas soll keine Dauer-Event-Arena sein

Was ist am Seeufer alles noch erlaubt? Der Gemeinderat debattierte über die Verlegung des Outdoor-Festivals vom Oedberg nach Seeglas.

Gmund – Die Uferanlage bei Seeglas ist im Sommer nicht nur ein beliebtes Gelände für Badegäste, sondern auch ein idyllischer Ort für Veranstaltungen. Lichterfest, das Sommerfest „Uferlos“ oder heuer erstmals das Streetfood-Festival finden hier statt. Verständlich, dass sich Veranstalter den Platz sichern wollen. Dem Gemeinderat lag jetzt der Antrag der Gmunder Agentur Flowmotion vor. Sie hatte im Juni erstmals dasBergzeit Outdoor Testival mit mehr als 40 Ausstellern organisiert. Die Veranstaltung fand am Freizeitgelände am Oedberg statt und bot dort den rund 2000 Besuchern Platz für das Testen neuer Sportarten und -geräte. Teile des Festivals, wie Segeln oder Paddeln auf dem SUP-Board, fanden in Seeglas statt.

Outdoor-Festival in Seeglas: Neue Belastung für Anwohner?

Am 18. und 19. Juli 2020 soll die Neuauflage des Events ganz am Tegernseeufer über die Bühne gehen, und Bürgermeister Alfons Besel (FWG) fand: „Es wäre wert, das auszuprobieren.“ Das Festival wäre ein Imagegewinn auch für Gmund, es diene zudem indirekt der Sportförderung, da auch für die Sportarten selbst und damit für gesunde Bewegung an der frischen Luft geworben werde. Flowmotion-Chef Florian Hornsteiner sei „verantwortungsvoll und ein Garant, dass das funktioniert.“ 

Sein Dritter Stellvertreter Herbert Kozemko (CSU) war anderer Meinung. Das Gelände sei nicht geeignet, die Infrastruktur nicht optimal. Er habe Bauchweh, weil dies wieder eine Belastung mehr für das Wohngebiet bedeuten würde. „Und da haben wir schon andauernd Theater wegen dem Volksfest.“ Laura Wagner (Grüne) war nicht begeistert, wenn das Gelände in den besten Monaten des Jahres für Badegäste blockiert wäre. Und es sei kritisch, „wenn immer noch mehr Veranstaltungen immer noch mehr Leute anlocken.“

Lesen Sie hier: Das ist am Oedberg noch geplant

Vize-Bürgermeister Georg Rabl (FWG) war bereit, das Festival für ein Jahr in Seeglas zu genehmigen und nicht schlecht zu reden. Er warnte aber auch: „Das Seeufer darf nicht zur Dauer-Event-Arena werden.“ 

Josef Stecher (FWG) hatte Angst vor Bezugsfällen. Man habe bisher ausschließlich Vereins-Veranstaltungen erlaubt. Eine Verkaufs-Veranstaltung, wie das Festival eine sei, halte er dort für fragwürdig. Zudem sei das Parkplatz-Problem eine harte Nuss, die es zu knacken gelte.

Gegen vier Stimmen wurde am Ende genehmigt, dass das Festival in Seeglas über die Bühne gehen darf – probeweise für ein Jahr. Der Auf- und Abbau muss zügig erfolgen. Die Stände werden entlang des geteerten Weges errichtet, für einen Schutz des Rasens ist offenbar gesorgt.

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gr

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