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Viel los beim Start: Mountainbiker beim Rennen im vergangenen Jahr. Diesen Juni müssen die Veranstalter des Mountainbike Festivals ohne Polizeischutz auskommen.

Großveranstaltung wegen G7-Gipfel in Nöten

Polizei hat keine Zeit für Mountainbike-Festival

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Rottach-Egern - Beim Mega-Event Mountainbike Festival muss der Veranstalter die Straßen selber absperren. Die Wiesseer Polizisten halten sich für den G7-Gipfel bereit.

Flowmotion-Chef Florian Hornsteiner hat ein paar lange Nächte hinter sich. Vor einigen Tagen hat der Veranstalter des Mountainbike-Festivals erfahren, dass die Wiesseer Polizei während der Großveranstaltung am 6. und 7. Juni für die Verkehrssicherung nicht zur Verfügung steht. Der G7-Gipfel zur gleichen Zeit ist der Grund. Die Straßensperren für das Rennen müsse Flowmotion im Zweifelsfall selber organisieren. Am besten, er verlege die Veranstaltung ganz.

Hornsteiner denkt nicht an einen neuen Termin. Er hofft, das Festival auch ohne Polizei stemmen zu können. Die knapp 80 Kilometer lange Rennstrecke verlaufe sowieso kaum auf öffentlichen Straßen. Nur in Rottach hätte man den Straßenverkehr blockiert. Dort hofft der Veranstalter auf die Freiwillige Feuerwehr. „Gleichzeitig versuchen wir die Belastung möglich gering zu halten.“ Am Mittwochabend haben Hornsteiner und sein Team ein neues Konzept ausgearbeitet. Weiter weg von den großen Straßen heißt die Devise.

Konkreter will Hornsteiner noch nicht werden. Polizei und Landratsamt müssen noch zustimmen. Dann stehen neue Diskussionen mit zahlreichen Grundstücksbesitzern an. Glücklich ist Hornsteiner damit nicht und fragt sich schon, wie viel Sinn es mache, sämtliche Polizeikräfte aus dem Oberland abzuziehen.

Das sagt das Landratsamt

Im Landratsamt ist Sachgebietsleiter Peter Schiffmann für die Verkehrssicherheit zuständig. Er bestätigt auf Anfrage, dass das neue Konzept vorliegt. Ob es genehmigungsfähig sei, kann er nicht sagen. Die Behörde prüft noch. „Aber wir sind zuversichtlich, dass wir gemeinsam eine Lösung finden“, sagt Landratsamtssprecherin Gabriele Dorby.

Das sagt die Polizei

15 000 Beamten vor Ort. Diese Zahl kursiert seit einigen Tagen durch die Medien. Christian Langenmair, Sprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd, bestätigt: „Für die Tage um den G7-Gipfel ziehen wir Beamten aus unserem gesamten Bereich ab.“ Sicherheitslücken entstünden deshalb nicht. Es seien immer noch genügend Beamten im Einsatz. Schließlich herrsche eine komplette Urlaubssperre. Für zusätzliche Serviceleistungen hoffe man auf die Freiwilligen Feuerwehren.

Auch der Wiesseer Vize-Polizeichef Paul Knott weiß noch nicht so recht, was da auf ihn zukommt. Eins sei klar: „Wir müssen für den G7-Gipfel planen.“ Seine Dienststelle leide bereits in guten Zeiten chronisch unter Personalmangel. „Normalerweise bekommen wir für Großveranstaltungen Unterstützung aus Rosenheim.“ Nur während des Gipfels im Schloss Elmau sei das kaum zu erwarten. Deshalb habe man bereits jetzt die Reißleine gezogen, in der Hoffnung, dass der Veranstalter noch eine Lösung finde. Auch Prozessionen an Fronleichnam könnten betroffen sein, sagt Knott. Die seien zwar weniger problematisch. Aber auch hier rät der Vize-Polizeichef: „Lieber gleich auf den Feldweg ausweichen.“

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