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Wird richtig Geld kosten: die Adrianus-Quelle.

Gemeinderat befürwortet Pläne

Millionen-Bau für Adrianus-Quelle

„Adrianus“ heißt die Quelle, aus der Bad Wiessee Ruf als Heilbad schöpft. Wegen der Klinik- und Hotelneubauten der Schweizer Investoren muss jetzt alles neu gemacht werden. Und das wir richtig, richtig teuer.

Bad Wiessee – Alles ist im Umbruch in Bad Wiessee. Nachdem der Umzug des Jodbades ins Oberschoss des Badeparks inzwischen geschafft ist (wir berichteten), macht sich die Gemeinde an ihre Quellen. Seit Längerem arbeitet eine Spezialfirma an der „Quelle König Ludwig III.“, die nach einer Gasexplosion 1972 stillgelegt, aber nie richtig verschlossen wurde. Das wird jetzt gerade nachgeholt. Kosten: rund 300 000 Euro. Auch „Wilhelmina“ fördert kein Jod-Schwefelwasser mehr zu Tage. „Sie wurde einige Jahrzehnte nicht überholt und muss dringend modernisiert werden, das soll ein nächster Schritt sein“, sagt Bürgermeister Peter Höß. Mit Quelle Nummer drei, „Adrianus“, befasste sich der Gemeinderat bei seiner jüngsten Sitzung. Sie ist die einzig noch aktive Quelle und hält den Badebetrieb aufrecht. Der blaue Koloss an der Wilhelminastraße mit dem typischen „Pferdekopf“ pumpt seit 1926 Heilwasser nach oben. 

Auch diese Quelle muss modernisiert werden. Zudem muss ein neuer Ort für die Heilwasseraufbereitung geschaffen werden. Das jetzige Bassin liegt unterirdisch nahe der Spielarena, dort befindet sich aber künftig die Zufahrt zu Hotel- und Klinik der Schweizer Investoren, der Sports Medicine Excellence Group (SME). Weil alles rundum neu entsteht, auch das Badehaus, soll die Adrianus Quelle, das Wahrzeichen des Heilbads, eine zeitgemäße Gestaltung bekommen. Matthias Marschner vom Münchner Planungsbüro Hirner & Riehl hat dazu ein Pumpenhaus entworfen, das den Gemeinderäten jetzt vorgestellt wurde. 

Visualisierung der Einhausung.

„Die Quelle ist das Bedeutung-Zentrum des Heilwasser-Areals“, fand Marschner. Der L-förmige, kubistische Bau mit Flachdach ist 16 und 12 Meter lang und beherbergt Technik, Speicher und Pumpen. Die blaue Adrianus-Pumpe soll hinter Glas gestellt werden, sechs Meter Höhe erreicht der Bau über ihr. Der Technikteil wird 4,50 Meter hoch. Ansonsten ist die Gestaltung schnörkellos: Mit seinen stehende Holzprofilen orientiert es sich am Badehaus und den Ideen von Matteo Thun. „Wir haben einen Minimalbau versucht“, so der Planer, „aber er kann wegen seiner Bedeutung kein reiner Zweckbau sein.“ Mit Infotafeln versehen, soll der Bau auf die Heilgewinnung und seine Geschichte hinweisen und zum Anziehungs- und Identifikationspunkt werden. 

„Muss es ausgerechnet ein Flachdach sein?“, fragte Rolf Neresheimer (ranBW) kritisch. Höß verwies darauf, dass der Badepark seit Jahrzehnten ein Flachdach habe. Marschner argumentierte damit, dass das Haus so jederzeit demontiert werden könnte, was sicherlich bei Sanierungsarbeiten nötig werde. Auch Kurt Sareiter (CSU) fand den geplanten Bau „nicht besonders schön“. „Hübsch hässlich“ warf Ingrid Versen (CSU) ein. Bernd Kuntze-Fechner (SPD) hielt den Entwurf hingegen für gelungen, vor allem, weil man die Pumpe durch das Glas sehen könne. „Wir reden hier von einem Zweckbau“, fand Florian Sareiter (CSU). 

„Und wenn, ja wenn SME tatsächlich baut, dann ist das die Form, die sich anpasst.“ Auch wenn der Bau schlicht ausfällt, so haben es die Kosten in sich: Sie belaufen sich auf rund eine Million Euro. „Die eigentlichen Modernisierungskosten der Adrianus-Pumpe sind noch nicht enthalten“, sagt Höß auf Nachfrage. Allerdings kann Bad Wiessee auch beim Pumpenhaus mit einer staatlichen Förderung rechnen. Bei einer Sondersitzung im April sollen alle Maßnahmen und alle Kosten für das Mammut-Unternehmen Jodbadareal noch einmal auf den Tisch. Erst dann soll auch der Startschuss für den Bau des Pumpenhauses fallen. Grünes Licht hat der Planer schon: Der Gemeinderat stimmte bis auf Neresheimer für die Pläne und die Investition.

gr

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