Tunesier aus Moosrain vor Gericht

49-Jähriger beleidigt Exfreundin (62) - wegen Geld

In der Anklageschrift stand Beleidigung, doch es steckte weitaus mehr dahinter, wie bei der Verhandlung am Miesbacher Amtsgericht gegen einen 49-jährigen Moosrainer deutlich wurde.

Gmund - 'Blöde Kuh' und 'Leck mich am Arsch' sollen die Kraftausdrücke gewesen sein, mit denen der gebürtige Tunesier eine 62-jährige Waakirchnerin Ende Mai auf dem Parkplatz des Gmunder Penny-Marktes beleidigt haben soll.

Vor Gericht wies der Kellner den Vorwurf vehement von sich: 'Ich habe ihr nur gesagt, dass sie mich in Ruhe lassen soll.' Anschließend schilderte er die Vorgeschichte, wie es überhaupt zum Zusammentreffen auf dem Parkplatz mit der Frau kam. 'Wir sind mal ein Paar gewesen - etwa zweieinhalb Jahre lang, seit Februar 2016 jedoch nicht mehr', erklärte der Moosrainer. Während der Beziehung soll sich der Beschuldigte immer wieder Geld von seiner ehemaligen Lebensgefährtin geliehen haben - insgesamt rund 7000 Euro. 'Ich habe ihr aber alles zurückbezahlt, am Parkplatz hat sie noch die letzten 200 Euro bekommen', erinnerte er sich. Nach der Geldübergabe sei er nach eigenen Angaben von dannen gezogen - ohne beleidigende Worte gegenüber seiner Ex geäußert zu haben.

Der Tunesier sprach gar davon, dass er mehrmals seine Telefonnummer wechseln musste, da die 62-Jährige ihn und seine neue Freundin immer wieder gestalkt hatte.

Die Waakirchnerin sah das ganz anders: 'Ich habe ihn nur angerufen, weil er mir immer noch Geld schuldet. Seine Telefonnummer ist jedoch seit eineinhalb Jahren die gleiche und gestalkt habe ich ihn auch nie.' Seit vier Jahren laufe sie nun ihrem Geld hinterher, erklärte die Frau. 'Ich wollte mir nur das holen, was mir zusteht.'

945 Euro seien immer noch offen. Eine Quittung soll der Tunesier laut der Frau immer bekommen haben, was der Angeklagte allerdings bestritt.

Staatsanwaltschaft und Amtsrichter Walter Leitner standen nun vor der Entscheidung, welcher der beiden Parteien sie glauben sollten. Sie entschieden sich für die Waakirchnerin. Und das vor allem aus einem bestimmten Grund. Der sechsfach vorbestrafte Moosrainer war nicht das erste Mal in Sachen Beleidigung auffällig geworden. Im Jahr 2010 ohrfeigte, beleidigte und bespuckte er seine damalige Lebensgefährtin.

'Wie man sieht, haben Sie schon mehrere Aggressionsdelikte gegenüber ehemaligen Partnerinnen vorzuweisen', sagte die Staatsanwältin. Sie plädierte auf eine Geldstrafe von 60 Tagessätzen à 45 Euro für die Tat.

Leitner sprach den 49-Jährigen letztlich der Beleidigung schuldig und verurteilte ihn zu einer Geldstrafe von 40 Tagessätzen zu je 45 Euro. 'Die Beleidigung passt gut ins schema', befand der Richter. ' Es ist keine drastische Beleidigung, aber Ihnen fehlt einfach der Respekt gegenüber Frauen.'

Philip Hamm

Rubriklistenbild: © dpa

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