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Tatort: Hier schoss Peter K. auf seine Frau Martina und tötete dann sich selbst.

Familiendrama am Tegernsee - die Hintergründe

78-Jähriger schießt auf Ehefrau: So war der Täter

Eine Frau flieht schwer verletzt zu den Nachbarn. Ihr Ehemann hat auf sie geschossen. „Es muss im Vorfeld etwas sehr Schlimmes passiert sein“, sagt einer, der den Täter kannte. Die Hintergründe:

Gmund – Es ist eine schöne Wohngegend, mit schönen Häusern, großzügigen Gärten und gepflegten Hecken. Viele Anwohner leben hier seit Jahren und Jahrzehnten. Man kennt sich hier in Seeglas. Es ist Samstagnachmittag, als eine blutige Tat in einem dieser schmucken Häuser die Idylle erschüttert. Peter K. schießt auf seine Ehefrau Martina.

Liebevoller Familienvater und ein Kämpfer: Peter K..

Die beiden sind seit Langem verheiratet und haben zwei Töchter. Peter K. ist 78 Jahre alt, seine Ehefrau ist 20 Jahre jünger. „Sie waren ein freundliches und sehr nettes Paar“, sagt einer, der die beiden seit mehr als 20 Jahren kannte, aber anonym bleiben möchte. Peter K. verletzt seine Ehefrau schwer am Kopf. Die 58-Jährige schafft es dennoch, sich aus dem Haus zu retten. Sie flieht zu Nachbarn, diese verständigen sofort die Polizei. Es ist 16 Uhr.

Die Polizei rückt mit einem Großaufgebot in Seeglas an, inklusive des SEK. „Es war eine Schusswaffe im Spiel, da gehen wir kein Risiko ein“, sagt Polizeisprecher Andreas Guske. Martina K. war anfangs noch vernehmungsfähig, sie konnte den Beamten selbst über den Vorfall berichten. „Wir wussten also ungefähr, was uns erwartet“, sagt Guske.

Die Polizei sperrt den Bereich um den Tatort weiträumig ab. Beamte klingeln bei den Nachbarn und bitten sie, in ihren Häusern und den Fenstern fern zu bleiben. Gegen 18 Uhr verschafft sich das Spezialeinsatzkommando gewaltsam Zutritt zu dem Einfamilienhaus. Zimmer für Zimmer durchsuchen die Beamten.

„Die Einsatzkräfte müssen zu diesem Zeitpunkt damit rechnen, dass sich der Täter mit der Waffe im Anschlag irgendwo im Haus versteckt hält“, sagt Guske. Die Beamten sichern erst das Erdgeschoss, dann gehen sie in die oberen Stockwerke. Dort finden sie schließlich die Leiche des 78-Jährigen. Peter K. hat sich mit einer kleinkalibrigen Waffe selbst erschossen. Woher er die Waffe hatte und ob er sie legal besaß, ist noch unklar.

Seine Frau wird derzeit noch im Krankenhaus versorgt. Sie schwebt laut Angabe der Polizei nicht in Lebensgefahr.

Über das Tatmotiv kann und will sich der Polizeisprecher nicht äußern. „Hier ermittelt die Kripo noch, aber ich glaube auch nicht, dass wir uns hierzu äußern werden. Das geht doch zu sehr in den privaten Bereich.“

Peter K. war ein BMW-Vertragshändler. Einen Namen, weit über die Region hinaus, hat er sich als Experte für klassische BMW-Motorräder und als Rennfahrer auf der Sand- und Eisbahn gemacht.

„Er war eine echte Persönlichkeit“, sagt der Bekannte. „Ein Schrank von einem Mann, und ein echter Draufgängertyp, der es gewohnt war, Ansagen zu machen.“ Bestimmt habe Peter K. in seinem Umfeld auch polarisiert, aber er habe auch seine weichen Seiten gehabt. „Er war ein sehr liebevoller Familienvater, der jahrelang jeden Morgen seine beiden Töchter zum Schulbus gebracht hat.“

Vor einigen Jahren ist Peter K. schwer erkrankt, immer wieder musste er sich klinisch behandeln lassen. In dieser Zeit hat er sich zurückgezogen. „Er hat aber immer mit viel Zuversicht gegen die Krankheit gekämpft“, sagt der Bekannte.

Er sei tief erschüttert über die Tat, die er mit dem Charakter von Peter K. so gar nicht ein Einklang bringen könne. „Es muss im Vorfeld etwas sehr Schlimmes passiert sein, dass ihn dazu getrieben hat“, sagt er. Anders könne er sich die Tat nicht erklären.

Beatrice Oßberger


Generell berichten wir nicht über Selbsttötungen, damit solche Fälle mögliche Nachahmer nicht ermutigen. Eine Berichterstattung findet nur dann statt, wenn die Umstände eine besondere öffentliche Aufmerksamkeit erfahren. Wenn Sie oder eine Ihnen bekannte Person unter einer existentiellen Lebenskrise oder Depressionen leidet, kontaktieren Sie bitte die Telefonseelsorge unter der Nummer: 0800-1110111. Hilfe bietet auch der Krisendienst Psychiatrie für München und Oberbayern unter 0180-6553000.Weitere Infos finden Sie auf der Webseite www.krisendienst-psychiatrie.de/.

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