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Wird ab 9. Oktober abgerissen: die Seeturnhalle in Gmund.

Arbeiten beginnen am 9. Oktober und dauern zwei Monate

Es ist soweit: Seeturnhalle wird abgerissen

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Es ist längst beschlossen, jetzt wird‘s ernst: Ab 9. Oktober beginnt der Abriss der Gmunder Seeturnhalle. Ein Stück Ortsgeschichte verschwindet.

Gmund - Die kleine Turnhalle am Seeufer in Gmund ist ein Stück Ortsgeschichte. Um 1929 war sie von den Sportfreunden Gmund zusammen mit der Gemeinde erbaut worden. Das Grundstück dafür hatte Peter Zellermair, der Amtsvorgänger von Bürgermeister Georg von Preysing (CSU), damals vom Freistaat Bayern erworben. Eine Premium-Lage direkt am See, begehrt und wertvoll. Im Kaufvertrag war damals vereinbart worden, dass die Fläche ausschließlich für sportliche Zwecke genutzt werden darf. Genau deshalb konnte die Gemeinde die Fläche günstig erwerben. Für wie viel Geld genau, darüber ist nichts bekannt. 

Erst Sportstätte, dann Flüchtlingsbleibe

Von der kleinen Turnhalle am See können viele Gmunder Geschichten erzählen. Wer Mitglied beim Sportverein ist oder war, nahm dort an Übungsstunden teil - vom Mutter-Kind-Turnen bis zum Fußballtraining. Die Halle hatte einen ganz besonderen Charme. Und einen strengen Hausmeister, der stets darauf achtete, dass alles stets ordentlich hinterlassen wurde. 

Dann kam die Flüchtlingskrise. Gmund war eine der ersten Landkreis-Gemeinden im Frühjahr 2015, die sich zur Aufnahme von Flüchtlingen bereit erklärten. Rund 30 Asylbewerber unterschiedlicher Herkunft fanden hier eine Bleibe, ein Helferkreis wurde gegründet, der Gmunder Hajo Fritz übernahm das Ruder und investierte viel Kraft. Sanitär- und Küchencontainer wurden auf die Wiese davor gestellt, in Eigenregie sorgte die Gemeinde für Brandschutz und baute eine Fluchttreppe. So konnte eine Flüchtlingsfamilie in der kleinen Wohnung über der Halle bleiben. Im Mai 2016 zogen die letzten Flüchtlinge wieder aus, weil genug andere Unterkünfte zur Verfügung standen - auch dieses Kapitel war damit beendet. 

Was im Oktober 2016 dann bereits im Gemeinderat hinter verschlossenen Türen vereinbart worden war, wurde im Juni 2017 per einstimmigem Beschluss fix gemacht: der Abriss der Halle. Man war sich einig, dass eine Unterbringung von Flüchtlingen nicht mehr in Frage kommen solle, zudem stand fest, dass die marode Halle nicht mehr sanierungsfähig ist.

Doch was soll auf dem Grundstück entstehen? Gemäß dem alten Kaufvertrag, soll die Fläche wieder für Freizeit- und Sport-Aktivitäten genutzt werden. Im nächsten Frühjahr sollen vorübergehend eine Boccia-Bahn und ein Beachvolleyballplatz entstehen, hieß es im Juni im Gemeinderat. Von einem konkreten Konzept ist noch nichts bekannt. 

Abriss dauert zwei Monate

Ab Montag, 9. Oktober, so die Gemeinde in einer Mitteilung, wird eine Lenggrieser Firma im Auftrag der Gemeinde mit dem Abriss beginnen. Die Dauer der Maßnahme wird auf etwa zwei Monate geschätzt, „die Witterung muss natürlich mitspielen“, heißt es. Die Zufahrten zu den Grundstücken sind gewährleistet. Kurzzeitige Sperrungen aufgrund des Rückbaus der Wasser-, Strom- und anderer Versorgungsleitungen sind aber nicht ausgeschlossen. Der Zugang zum See über die Max-Obermayr-Straße ist mit Einschränkungen aber weiter gegeben. 

gr

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