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Versammelt in der Aula: 91 Schüler verlassen die Realschule Gmund mit dem Abschluss in der Tasche. Schulleiter Stefan Ambrosi (l.) verabschiedete sie.

Absolventenfeier an der Realschule Tegernseer Tal  

Zum Abschied der 91 Schüler singen die Schulleiter sogar ein Lied

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Mindestens sechs Jahre haben die 91 Schüler an der Realschule in Gmund verbracht. Mit dem Abschluss werden sie nun auf ihren weiteren Weg entlassen. Ein Abschied mit Gänsehaut.

Gmund – Ein Foto erscheint auf der Leinwand. Kinder im Alter von zehn oder elf Jahren sind zu sehen, ein Klassenfoto. Das Getuschel in der Aula der Realschule in Gmund wird lauter. „Da hab’ ich ja lange Haare“, flüstert einer. „Bist das Du?“, fragt eine andere. Es ist ein Foto aus der 5. Klasse. Die Kinder darauf sind die Absolventen, die nun die Realschule Tegernseer Tal verlassen.

Auf der Bühne der Aula stehen zwei Eimer mit leuchtend orangfarbenen Rosen. Es sind 91 Stück – für jeden Abschlussschüler eine. Alle angetretenen haben die Mittlere Reife bestanden. Der ebenfalls scheidende Schulleiter Stefan Ambrosi brüllt ins Mikrofon: „Jetzt beginnt der Ernst des Lebens.“ Die Schüler lachen.

So ernst, wie er den Satz gesagt hat, meint der Schulleiter es nicht. „Mittlerweile finde ich an dem Satz nichts mehr falsch“, sagt er und schmunzelt. „Denn das bedeutet, ich habe auch eine gewisse Freiheit.“ Die haben seine bisherigen Schützlinge nun auch. Das freut Tobias Schreiner, der als Konrektor die Nachfolge Ambrosis antreten wird (wir berichteten). Bei der Verabschiedung nimmt er deshalb die Moderation in die Hand – Generalprobe quasi. Schreiner sagt: „Für Jugendliche ist es im Tegernseer Tal nicht immer einfach, ihren Platz zu finden.“ Um so besser findet er, dass die Absolventen viele Menschen an ihrer Seite haben, die sie auf ihrem Weg begleiten.

Dass der Weg den einen oder anderen in die Politik im Tal führt, hofft derweil Gmunds Bürgermeister Georg von Preysing. „Aber Euch muss klar sein, dass das Lernen jetzt nicht vorbei ist“, mahnt er. Ihn selbst betreffe das genauso. „Nur fällt Euch Jungen das leichter als uns.“ Ob Jung oder Alt – die Absolventen werden sich immer an ihre Realschulzeit erinnern. „Hier werden Werte gelehrt“, sagt Landrat Wolfgang Rzehak. „Das soziale Miteinander macht die Schule aus.“

Ob als Schulsanitäter, in der Bücherei oder im Chor – einige Schüler haben sich in besonderem Maß in die Schulgemeinschaft einbracht. Dafür gibt es eine Extra-Ehrung. Richtig laut wird der Applaus aber, als Ambrosi und Schreiner gemeinsam die Bühne betreten. Sie haben für ihre Schüler ein Lied einstudiert: „Für immer jung“ von Wolfgang Ambros. Ein Moment mit Gänsehaut-Potenzial. Als die letzten Töne erklingen, hält es in der Schulaula keinen mehr auf dem Stuhl.

Die Zeit drängt. Die Zeit geht vorbei. Die Zeit verändert sich. Schülersprecherin Franziska Schelle beeindruckt mit ihrer Rede über die Zeit in der Schule. Zuletzt ist es aber Ambrosi, dem die Worte seiner Schülerin einen Kloß im Hals bescheren. Schelle zitiert nämlich weder Goethe noch Thomas Mann oder einen anderen bekannten Literaten. Sie zitiert Ambrosi, der sie und alle Mitschüler geprägt habe. „Er hat uns oft gesagt: Bassts auf Eich auf und übatreibts as ned!“

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