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Preysing polterte, Janssen stellt nun klar.

Debatte im Gmunder Gemeinderat zieht Kreise 

Ärger um Zuschuss: Peter Janssen stellt klar

Tegernseer Tal - Der Gemeinderat Gmund hat der Nachbarschaftshilfe Tegernseer Tal einen Zuschuss verweigert - wegen eines Rechtsstreits, den die evangelische Kirche Tegernsee führt. Das hat zu zahlreichen Verwirrungen geführt.

+++ Aktualisierung +++

Der Gemeinderat Gmund unter der Führung von Bürgermeister Georg von Preysing (CSU) hat der Nachbarschaftshilfe Tegernseer Tal einen Zuschuss verweigert – mit Verweis auf einen Rechtsstreit. Dabei wurde eines falsch dargestellt: Nicht die Nachbarschaftshilfe, sondern die evangelische Kirchengemeinde Tegernsee liegt mit dem Diakonieverein im Clinch. 

Eine Feststellung die Tegernsees Ex-Bürgermeister Peter Janssen sehr wichtig ist. Er hatte den Zuschussantrag als Vize-Vorsitzender der Nachbarschaftshilfe gestellt. Zwischen dem Diakonieverein und der Nachbarschaftshilfe gebe es „weder einen Rechtsstreit noch irgendeine andere Auseinandersetzung“, erklärt Janssen in einer schriftlichen Stellungnahme. Im Gemeinderat hatte Preysing auch davon gesprochen, die Nachbarschaftshilfe Tegernseer Tal sei bekanntermaßen ein Kind von Martin Weber, evangelischer Pfarrer in Tegernsee. „Das ist zumindest ungenau und erweckt einen missverständlichen Eindruck über die Zugehörigkeit“, meint Janssen. 

Die Nachbarschaftshilfe habe mehrere Gründungsväter. Neben Pfarrer Weber seien dies der katholische Pfarrer Walter Waldschütz und Janssen als damaliger Bürgermeister. Mitglieder seien seit dem Start die Gemeinden Bad Wiessee, Kreuth, Rottach-Egern und Tegernsee sowie alle katholischen und evangelischen Kirchengemeinden im Tal. „Die Nachbarschaftshilfe ist keine kirchliche Einrichtung, sondern weltanschaulich neutral“, betont Janssen. Der Vorwurf, die Nachbarschaftshilfe wende Mittel für einen juristischen Zwist auf, gehe also ins Leere. Der Verein führe keinen Rechtsstreit und habe auch noch nie einen geführt.

Mit dem Rechtsstreit zwischen der evangelischen Kirche Tegernsee und dem Diakonieverein habe die Nachbarschaftshilfe nichts zu tun, versichert Janssen. Kern der Auseinandersetzung ist der Umstand, dass die Tegernseer Kirchengemeinde seit drei Jahren nicht mehr Mitglied des Diakonievereins ist, der in Gmund ansässige Verein seine Bezeichnung „Diakonieverein der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinden im Tegernseer Tal“ aber weiterhin führt. Wegen dieses Namens wird ein Verfahren am Amtsgericht Miesbach geführt. Dabei sei der Diakonieverein durchaus bereit, den Namen zu kürzen, sagt Eberhard Ziegler als Vorsitzender des Vereins. „Das ist doch eine alberne Geschichte.“ Anfang nächsten Jahres soll es einen Gütetermin in der Sache geben.

+++ Ursprünglicher Artikel +++ 

Mit einem Zuschussantrag sowie einem möglichen Beitritt zur Nachbarschaftshilfe Tegernseer Tal befasste sich der Gmunder Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung. Beides lehnten die Räte ab – und zwar einstimmig. Einer der Gründe ist ein Rechtsstreit zwischen der evangelischen Kirchengemeinde Tegernsee und dem Diakonieverein Tegernseer Tal mit Sitz in Gmund.

Peter Janssen, ehemaliger Bürgermeister von Tegernsee und Vize-Vorsitzender der Nachbarschaftshilfe Tegernseer Tal, hatte die Gemeinde Gmund um den Zuschuss in Höhe von 1000 Euro für die Arbeit des Vereins gebeten. Zudem hatte er angeregt, die Gemeinde könne doch, wie alle anderen Kommunen im Tegernseer Tal, der Nachbarschaftshilfe beitreten, berichtete Bürgermeister Georg von Preysing (CSU) im Gemeinderat. Im gleichen Atemzug machte der Rathaus-Chef unmissverständlich deutlich, was er davon hält: nichts.

Die Nachbarschaftshilfe Tegernseer Tal sei bekanntermaßen ein Kind des evangelischen Pfarrers der Kirchengemeinde Tegernsee, Rottach-Egern und Kreuth, Martin Weber, führte Preysing an. Und der Pfarrer habe vor sicher einem halben Jahr einen Rechtsstreit mit dem Diakonieverein Tegernseer Tal „vom Zaun gebrochen“, sagte der Bürgermeister. Preysing zielt damit auf eine Auseinandersetzung ab, die seit nun drei Jahren schwelt.

Dabei geht es allerdings nicht um den Bereich Nachbarschaftshilfe. In diesem Segment sind sowohl der Tegernseer Verein als auch der Diakonieverein Tegernseer Tal tätig. Stein des Anstoßes ist vielmehr der Umstand, dass die evangelische Kirchengemeinde Tegernsee nicht mehr Mitglied des Diakonievereins ist, anders als die Wiesseer und die Gmunder Kirchengemeinde. Trotzdem hat der Verein seine Bezeichnung „Diakonieverein der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinden im Tegernseer Tal“ nicht geändert.

Preysing ist der juristische Zwist ein Dorn im Auge. Was ihn ärgere, sei die Tatsache, dass  Weber zwar über die Mittel für einen Rechtsstreit mit einem Gmunder Verein verfüge, der von ihm geführte Verein aber dennoch in Gmund um Geld bitte. „Das sehe ich nicht ein“, sagte der Bürgermeister. „Nur über meine Leiche.“ Die Diakonie leiste hervorragende Arbeit, betonte Preysing. „Das haut gut hin bei uns.“

Christine Zierer (FWG) gab Preysing grundsätzlich Recht, machte aber ihre Auffassung deutlich, dass jedwede Form der Nachbarschaftshilfe für die Gemeinschaft „gewinnbringend“ sei.

ah/jm

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