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Auf dem Hof von Manuela Zehendmaier (4.v.l.) dürfen die Kinder die Tiere hautnah erleben. 

Aktion des Bayerischen Bauernverbands

Beim Kindertag auf dem Bauernhof in Gmund dem Essen auf der Spur

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Kakao, also das Getränk, besteht aus Milch – das weiß jedes Kind. Vanilleeis auch? Da hört es schon auf. Auf dem Bauernhof von Manuela Zehendmaier in Gmund erfahren Erstklässler, woher ihr Essen kommt.

Gmund – Kuh Zenzi steht ganz außen im Stall. Sie bimmelt mit der Glocke, nimmt einen Schluck aus dem Wassertrog. Ein Mädel mit Strohhut beäugt das Tier kritisch. „Wieso hat die ein gelbes Schild im Ohr?“ Landwirtin Manuela Zehendmaier nickt und lächelt. Eine gute Frage. „Das sind Ohrmarken. Durch die Nummer weiß man, wie die Kuh heißt und wo sie hingehört.“ Für die Bäuerin ist das klar, für viele der Gmunder Erstklässler etwas Neues.

Der Gmunder Bauernhof von Zehendmaier ist einer von fünf Betrieben im Landkreis, dir zum Kindertag die Tore öffnen. Die Aktion des Bayerischen Bauernverbands zum elften Mal statt, Zehendmaier war von Beginn an dabei. Der Erlebnisbäuerin merkt man die Erfahrung an. Insgesamt besuchen bis Freitag dieser Woche 127 Kinderkarten- und 89 Schulkinder Bauernhöfe in Hausham, Gmund, Holzkirchen und Warngau. Das Motto: Woher kommt mein Mittagessen?

Die etwas älteren Kälber dürfen schon im großen Gehege spielen.

Auf der Suche nach der Herkunft des Essens ist der Kuhstall die erste Station. Nicht schubsen, nicht schreien, nicht einfach so anfassen. Zehendmaier weiß schon, auf was sie bei den Kindern achten muss. Die 16 Kühe waren die ganze Nacht draußen auf der Weide – die Zehendmaiers praktizieren Anbindehaltung mit Weidegang – und sind nach dem Melken müde. 

Ob die Kinder denn eine Ahnung haben, wie viel Milch eine Kuh am Tag gibt, will Zehendmaier wissen. Mehmet schätzt etwa 15 Liter. Damit liegt er gar nicht so falsch. „Rund 20 bis 25 Liter sind es.“ Als es in der Milchkammer darum geht, was aus der Milch gemacht wird, fallen den Erstklässlern eine Menge Produkte ein. Kinder wie Matthias, die selbst auf einem Hof leben, kennen sich sowieso aus. Mehmet sagt: „Ohne Milch gibt’s keinen Kakao.“ Als er erfährt, dass Schoko- oder Vanilleeis auch aus Milch gemacht wird, macht er große Augen. Das habe er nicht gewusst.

Bei einem Spiel probieren die Kinder, wie das mit dem Melken funktioniert.

Selbst Melken dürfen die Kinder nach dem Rundgang auch. „Vor allem sind sie aber von den Tieren fasziniert,“ sagt Grundschullehrerin Susanne Riedel, die schon vor zwei Jahren mit einer ersten Klasse hier war. Deswegen statten die Kinder auch Pina Colada einen Besuch ab, einem drei Wochen alten Kälbchen. Die Kinder sind ganz wild darauf, es zu streicheln. Zehendmaier verrät mit einem Schmunzeln: „Heuer benenne ich alle Kälbchen nach alkoholischen Getränken.“

Kälbchen Pina Colada ist aber auch zu süß!

Nachwuchs gibt’s auch bei den Hennen. Luca, ein Mädchen mit Pferde-Kappi, ist das siebte Mal auf einem Bauernhof, erzählt sie. Als die Hennen richtig laut zu gackern beginnen – irgendetwas scheint sie aufzuregen – hält sich Luca die Ohren zu. Ganz schön laut auf so einem Bauernhof.

Henne Frau Piepsi lässt sich geduldig von allen streicheln.

In einem kleinen Gitter-Gehege sitzt die Hennenmama Frau Piepsi mit ihren Kücken. Einige der Kinder haben noch nie welche gesehen, heute darf jeder mal eines anfassen. Dafür ist der Kindertag schließlich da.

Einige der Kinder haben noch nie ein echtes Kücken gesehen. 

nip

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