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Den traditionellen Diensteid schwor Gmunds neuer Bürgermeister Alfons Besel bei einer Sondersitzung des Gemeinderats. Abgenommen wurde ihm der Eid von Helga Wagner, der ältesten Vertreterin am Ratstisch.

Alfons Besel setzt auf Kollegialität und Bürgernähe

Neuer Bürgermeister legt Amtseid ab - und macht Versprechungen

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Erst schwor er den Diensteid, dann hängte ihm Vorgänger Georg von Preysing die Amtskette um: Bei einer Sondersitzung des Gemeinderats wurde Alfons Besel (52) ganz offiziell zum neuen Bürgermeister von Gmund.

Gmund – Seit 1. April sitzt er bereits auf dem Chefsessel im Gmunder Rathaus. „Und ich hab’ auch schon einiges unterzeichnet, wenngleich hauptsächlich Auszahlungsanordnungen“, scherzte Alfons Besel, ehe es am Donnerstagabend bei der außerordentlichen Sitzung des Gemeinderats ernst wurde. Helga Wagner, Grünen-Rätin und ältestes Mitglied am Tisch, hatte die Aufgabe, dem Nachfolger Georg von Preysings den Diensteid abzunehmen. Ein wenig aufgeregt sprach sie den Text vor, souverän sprach Besel nach.

Sodann kam Preysing noch einmal eine Amtshandlung zu, die letzte nach 18 Jahren. Er hatte beschlossen, den Chefsessel zu räumen und hoffte, Sohn Franz könne in seine Fußstapfen treten. Es kam anders: FWG-Kandidat Alfons Besel machte in der Stichwahl mit 53,26 Prozent das Rennen.

Letzte Amtshandlung von Georg von Preysing (l.): Er übergab Nachfolger Alfons Besel die Amtskette.

Jetzt schritt Preysing von den Zuschauerplätzen, wo auch Besels Verwandtschaft saß, nach vorne, um die Amtskette an seinen Nachfolger abzutreten. „Ich hoffe, dass Du ein würdiger Träger wirst“, sagte Preysing. Er habe damals von seinem Vorgänger Peter Zellermair die Maximilian-Ruine und das „Resl-Anwesen“, den heutigen Ludwig-Erhard-Platz, geerbt. „Du kriagst von mir den Lückenweg, und wenn Du des schaffst, dann bist echt guad“, formulierte er in gewohnt humorvoller Art.

Besel wiederum bedankte sich höflich – auch für die „sehr gut vorbereitete Amtsübergabe in angenehmer und lockerer Atmosphäre“. Er dankte Preysing nur kurz für dessen „unermüdlichen Einsatz“ und kündigte indirekt eine gesonderte Sitzung zu Ehren des 64-Jährigen an.

Lesen Sie auch: Neuer Gmunder Bürgermeister - was ist von ihm zu erwarten?

Dann aber nutzte der neue Rathauschef die Gelegenheit, allen Wählern, aber auch seinen Mitbewerbern Franz von Preysing und dem im ersten Wahlgang ausgeschiedenen SPDler Johann Schmid für den fairen, sachorientierten und besonnenen Wahlkampf zu danken und dafür, dass sie sich mit ihren Idealen in der Öffentlichkeit positioniert und auch das Risiko des Scheiterns in Kauf genommen hätten. „Da gehört schon Zivilcourage dazu.“

Jetzt freue er sich auf eine gedeihliche Zusammenarbeit mit dem Gemeinderat, bat ihn um Unterstützung und sicherte seinerseits zu, alle stets umfassend zu informieren. Die Arbeit im Rathaus sei immer kollegial gewesen und solle es auch in Zukunft bleiben, betonte der 52-Jährige, der vor seinem jüngsten Arbeitsplatz im Landratsamt bereits 30 Jahre im Gmunder Rathaus tätig war. Er werde unvoreingenommen anpacken, den Mut für neue Impulse haben und transparent und bürgernah arbeiten.

Per einstimmigem Beschluss wurde Besel auch zum Standesbeamten der Gemeinde ernannt. Dank einer entsprechenden Schulung durfte er schon als Geschäftsleiter Ehen schließen – jetzt darf er dies als Gemeindeoberhaupt. Immerhin 65 Trauungen wurden 2017 in Gmund geschlossen. Weil die Zeremonie hier offenbar würdiger ablaufe als in München, würden immer mehr Großstädter die Trauungssamstage in Gmund in Anspruch nehmen, meinte Besel. Sein Stellvertreter Georg Rabl überreichte gleich die entsprechende Ernennungsurkunde. Zudem versicherte der FWG-Sprecher auch im Namen des Dritten Bürgermeisters Herbert Kozemko (CSU), ihn so gut wie möglich, zudem offen und ehrlich zu unterstützen.

gr

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