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Feine Dirndl und ein Krönchen, auch die Herren in edler Tracht: Die jungen Debütanten gaben bei der Eröffnung des Balls auf Gut Kaltenbrunn ein schönes Bild ab. 

Erster bayerischer Opernball am Tegernsee 

Alles Walzer auf Gut Kaltenbrunn

Gmund - Es war der erste Bayerische Opernball am Tegernsee und ein voller Erfolg. Bis in den Morgen tanzten die Gäste auf Gut Kaltenbrunn. Am Ende war man sich einig: Die Zeichen stehen auf Wiederholung.

Als die Debütanten ihre letzte Runde gedreht haben und sich mit strahlendem Lächeln verbeugen, atmet Monika Graf auf. Zuvor war sie geschäftig zwischen den feierlich gekleideten Gästen umhergelaufen. Optimistisch sei sie durchaus gewesen, dass ihre Idee vom Bayerischen Opernball am Tegernsee zündet, meint die Initiatorin. Doch ihre Prognosen seien übertroffen worden, freut sie sich am Tag danach. Bis tief in die Nacht wurde auf Gut Kaltenbrunn getanzt. Pate standen Bälle wie der in Wien.

Wobei das Tegernseer Pendant kein Abklatsch des Wiener Vorbilds ist, sagt Graf. Würde auch gar nicht zum Tegernseer Tal passen, so ein reiner Opernball. Eine Melange soll es sein, aus Oper und Bayerisch. Die Garderobe der Gäste spiegelt das wider: Ballgarderobe und Tracht wirbeln auf der Tanzfläche durcheinander.

Im ebenerdig gelegenen ehemaligen Rinderstall hatte der Abend begonnen. Die Risserkogl Musi spielte auf. Und nach einem Glas Champagner als Aperitif ging es ein Stockwerk höher, in die ehemalige Tenne. Je fünf weiße Kerzen brennen in mächtigen silbernen Kerzenständern auf edel dekorierten Tischen. Weiße, rote und blaue Scheinwerfer leuchten vom Boden aus nach oben und zaubern Farbstreifen an die weiß getünchten Wände.

Stefan Scheider aus Gmund, als Sprecher der Nachrichtensendung Rundschau im Bayerischen Fernsehen bekannt, moderiert den Abend mit gebotener Eleganz. Im dunklen Anzug schreitet er die Tanzfläche auf und ab. Als Tenor Santiago Sanchez „Dein ist mein ganzes Herz“ schmettert, wackeln die Holzdielen ein wenig. Während er und Sopranistin Corinna Ruba sich im Duett anschmachten, spitzen hinter der Tür schon kleine Eleven der Ballettschule Holzkirchen hervor.

Die Lakeside Bigband spielt auf. Eltern stehen von den Tischen auf und knipsen. Eine der stolzen Mütter ist Daniela Maier. Ihre Tochter marschiert mit 17 weiteren Debütanten in die Tenne. Zunächst geben sie eine gemächliche Fächerpolonaise. Ehe der erste Walzer angestimmt wird, von Blasmusik statt Violinen. Bayerisch durchwirkt eben. Scheider verkündet nach einer bedeutungsschwangeren Pause: „Alles Walzer!“ Der Ball ist eröffnet.

Erster Bayerischer Opernball am Tegernsee: Das sind die Bilder

Gäste gesellen sich zu den Debütanten und wagen ein erstes Tänzchen. „Keine Ahnung, wie 400 Leute auf diese Tanzfläche passen sollen“, hatte Scheider noch angemerkt. Ein wenig mehr Platz zum Tanzen wäre fein, wird hie und da getuschelt. Doch die Kapazitäten sind beschränkt. 500 Gäste fasst die Tenne. Damit Raum zum Tanzen bleibt, wurden lediglich 400 eingelassen. Trotz langer Warteliste.

Nach dem Drei-Gänge- Menü brachte eine Münchner Francaise nahezu alle Gäste auf die Beine, und den Tango Argentino fand Graf „richtig verrucht“. Um Mitternacht gab es Weißwürste. Bitter nötig. Denn erst gegen drei Uhr verließen die letzten Gäste Gut Kaltenbrunn.

Die Zeichen stehen auf Wiederholung. „Traditionen haben immer einen Anfang“, sagt Schirmherrin Susanne Gräfin von Moltke. Auf einer Skala von null bis 100 ordne sie ihre Zufriedenheit eindeutig bei 100 ein. Dass es ein „Ball für alle“ ist und keine elitäre Veranstaltung, liegt ihr am Herzen. 90 Prozent der Gäste hätten bereits nach Nummer zwei gefragt und wollten gleich Karten dafür reservieren, sagt Graf. Und verrät, dass sie den Bayerischen Opernball bereits als Marke habe eintragen lassen.

Von Johanna Wieshammer

Lesen Sie auch: Käfers Dauerbaustelle am Tegernsee - ein exklusiver Rundgang in Bildern durch Gut Kaltenbrunn.

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