Das Streetfoodfestival im Juni 2019 in Seeglas mit dem Oimara Beni Hafner und seiner Band gehörte zu den letzten großen Kultur-Events in Gmund.
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Das Streetfoodfestival im Juni 2019 in Seeglas mit dem Oimara Beni Hafner und seiner Band gehörte zu den letzten großen Kultur-Events in Gmund.

Gmund richtet Kulturfonds ein und stattet ihn mit jährlich 12 000 Euro aus

Anschub für die Kunst in schwierigen Zeiten

  • Gerti Reichl
    vonGerti Reichl
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Künstler haben es schwer seit die Corona-Pandemie die Welt in Schach hält. Nicht nur deshalb richtet Gmund einen Kulturfonds ein. Das hat der Gemeinderat jetzt beschlossen.

Gmund – „Wir können keine Existenz sichern, aber Hoffnung schaffen.“ So fasste Josef Stecher, FWG-Gemeinderat und Kulturreferent von Gmund, seinen Antrag zusammen, der jetzt im Gemeinderat zur Debatte stand: Die Einrichtung eines Kulturfonds für die Förderung von Kunst- und Kulturveranstaltungen, ausgestattet mit jeweils 12 000 Euro für heuer und das nächste Jahr.

Die Idee sei nicht erst mit der Corona-Pandemie entstanden, sagte Stecher, der am Ratstisch im Neureuthersaal ausführlich Gelegenheit bekam, seinen Antrag zu erläutern und zugleich ein Plädoyer für Kunst und Kultur in Gmund zu halten. Seit er das Amt des Kulturreferenten übernommen habe, mache er sich Gedanken, wie man schnell, kurzfristig und mit finanzieller Unterstützung die Diversität der kulturellen Angebote in Gmund fördern könne, sagte Stecher. Er habe im Vorfeld viele Gespräche geführt, auch mit dem Verein KulturVision. „Die Sprachlosigkeit und das Leiden sind gerade sehr groß, weil wegen Corona die Möglichkeit zur Präsentation wegfällt und damit der Zusammenhalt“, umriss Stecher die aktuelle Situation.

Kultur in Gmund: Ein Teil der Orts-Identität

Gmund habe in der Vergangenheit viel für Kunst und Kultur getan, lobte Stecher. Denn: Kultur sei ein Teil der Ortsidentität, sie fördere den Zusammenhalt. Insbesondere wegen der aktuellen Corona-Pandemie seien auch die ortsansässigen Künstler in ihren Arbeits- und Auftrittsmöglichkeiten stark eingeschränkt. Mit der Errichtung eines örtlichen Kulturfonds solle daher ein klares Signal an alle Kunst- und Kulturschaffenden zur Wertschätzung ihrer Arbeit ausgesendet werden.

Der Antrag lautete konkret: Die Gemeinde solle einen Teil des Planungsrisikos für die Organisatoren von Veranstaltungen übernehmen und zudem neue Ideen fördern, um so einen kleinen Beitrag zur Existenzsicherung zu leisten.

Kulturfonds für Gmund: Gemeinde will auch Spenden akquirieren

Bürgermeister Alfons Besel (FWG) hielt den Zeitpunkt, den Kulturfonds einzurichten, für günstig. Man könne damit werben, um Spenden zu akquirieren, so Besel. Letztendlich könne die Gemeinde davon profitieren.

Barbara von Miller (SPD) begrüßte die Initiative. „Wir sind eine kreative Gemeinde und leisten damit Anschub in einer schwierigen Zeit“, sagte von Miller. Sie habe volles Vertrauen, dass die Anträge auch sorgfältig geprüft werden und notfalls rechtzeitig „die Reißleine gezogen“ werde. Auch hielt die SPD-Rätin einen jährlichen Rechenschaftsbericht für nötig.

„Super sinnvoll“ hielt auch Dritte Bürgermeisterin Christine Zierer (FWG) den Kulturfonds. Sie wollte wissen, ob auch gemeinde-eigene Veranstaltungen von dem Fonds profitieren könnten. Kämmerer Georg Dorn informierte, dass es dafür ein eigenes Budget gebe. Martina Ettstaller (CSU) war für den Kulturfonds: „Lasst es uns probieren“, fand sie. Die Vorlage eines regelmäßigen Berichts war auch ihr jedoch wichtig.

Kulturfonds für Gmund: So funktioniert der Antrag

Am Ende war der komplette Gemeinderat für den Kulturfonds. Mittel bis zu maximal 1000 Euro können nun für jeweils eine Veranstaltung beantragt werden. Antragsberechtigt sind Vereine und Institutionen, die kulturelle Veranstaltungen in Präsenzform oder während der aktuellen Corona-Pandemie auch digital planen und durchführen. Die Veranstaltungen müssen vor der Durchführung bei der Gemeinde beantragt und mit einem entsprechenden Kostenrahmen belegt werden. Es können sich auch mehrere Vereine oder Institutionen für eine Antragstellung zusammenschließen, heißt es in dem Beschluss.

Lesen Sie hier: Polizei sprengt Corona-Party.

gr

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