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Eine große Schubkarre voll landwirtschaftlichem Abfall hat Helene Andres (l.) aus dem Bach gefischt. Mit ihrer Mutter Marianne Winter-Andres lebt sie in Festenbach direkt an einem Bachdelta.

Auch Traktorreifen sind dabei

Anwohnerin sauer: Plastikmüll verstopft Bachwehr

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Festenbach - Berge von Plastikmüll hat eine Festenbacherin in den vergangenen beiden Wochen aus Festenbach, Dürnbach und Moosbach gezogen. Jetzt hat sie sich beim Landratsamt beschwert.

Wo Festenbach, Dürnbach und Moosbach sich vereinen, steht das historische Bauernhaus, in dem Marianne Winter-Andres (58) mit ihrer Tochter Helene Andres (32) lebt. In den vergangenen beiden Wochen hat die junge Frau Berge von Plastikmüll aus dem Bachdelta gezogen. Große Planen und Netze, mit denen Bauern ihre Heuballen umhüllen. Immer wieder landet landwirtschaftlicher Abfall im Bach. „Es waren auch schon Traktorreifen dabei“, erzählt Marianne Winter-Andres. Sie liebt diesen Fleck am Wasser, ebenso wie die Tochter. Aber dass Bauern offenbar über den Bach ihren Abfall entsorgen, das stinkt den beiden.

Helene Andres hat darum bei den Behörden Alarm geschlagen. Erst im Rathaus Gmund, wo man sie ans Landratsamt verwies. „Man hat mich da von einem zum anderen weitergereicht, und niemand hat sich gekümmert“, meint die 32-Jährige. Sie fühlt sich von den Behörden im Stich gelassen. Denn der Plastikmüll bleibt an einem alten Bach-Wehr gleich neben ihrem Garten hängen: „Wenn wir das nicht rausholen, kriegen wir doch eine Überschwemmung.“

Den Vorwurf, man kümmere sich nicht, weist Landratsamtssprecher Birger Nemitz allerdings zurück. Das Amt habe die Anzeige von Andres aufgenommen und ans Wasserwirtschaftsamt in Rosenheim weitergeleitet, meint er. Der Flussmeister werde sich die Situation ansehen und entscheiden, ob wegen der Verschmutzungen am Wehr Maßnahmen getroffen werden müssen, erklärt Nemitz. Zur Unterstützung von Andres übernehme das Landratsamt eventuelle Entsorgungskosten.

jm

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