Arbeiten im Maximilian in Gmund laufen auf Hochtouren
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Ein alter Kamin, altes Gebälk: Im Maximilian muss vieles erhalten bleiben, weil es der Denkmalschutz fordert. 
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Brauhaus Tegernsee hat sportlichen Zeitplan

Wirtshaus im Maximilian soll noch heuer eröffnen

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Für das Brauhaus Tegernsee steht fest: Ende des Jahres soll das neue Wirtshaus im Maximilian eröffnen. Ist das zu schaffen? Und wer wird neuer Pächter? 

Gmund– Die Sanierung des früheren Gasthofs Maximilian ist für das Brauhaus Tegernsee eine Mammutaufgabe. Seit Januar 2016 wird nun schon gewerkelt, was das Zeug hält. Macht der Bau überhaupt Fortschritte? Das fragen sich immer wieder Passanten angesichts kaum wahrnehmbarer Veränderungen. Das ist nur äußerlich so, denn im Inneren schreiten die Arbeiten zügig voran. Bauleiter Karl Hitzelberger, der ständig alles überwacht, koordiniert und organisiert, macht dieser Tage sogar einen recht entspannten Eindruck. „Bis auf eine Teil-Betondecke zum zweiten Stock sind alle Betondecken nun drin“, berichtet Hitzelberger und schnauft durch. Das bisher teils notdürftig gestützte Gebäude sei damit nun stabil.

Tatsächlich macht auch das Erdgeschoss einen relativ aufgeräumten Eindruck. Hier im künftigen Wirtshaus, wo die Gäste bei Tegernseer Bier und bayerischem Essen gemütlich beisammen sitzen sollen, schlägt künftig das neue Herz des alten Max. „Mitte August beginnt der Innenausbau mit Heizung-, Sanitär- und Elektrotechnik“, sagt Hitzelberger. Im Boden versteckt sich bereits modernste Lüftungstechnik, die künftig hier im Einsatz ist.

Feuchtigkeitssperre und Opferputz

Viel, ganz viel ist hier noch so alt wie der Bau selbst – also über 675 Jahre. Zuletzt war alles war marode, von oben bis unten. Der Kampf galt zum einen der Nässe: Dafür wurde im Erdgeschoss das Mauerwerk waagrecht durchtrennt. Dann wurden Plastikplatten durchgeschoben und die Mauern wieder verbunden. Horizontale Feuchtigkeitssperre heißt das im Fachjargon. Was einfach klingt, war natürlich ein riesiger Aufwand für die Bauarbeiter. Dann zeigt Hitzelberger eine Wand, auf der ein sogenannter Opferputz aufgebracht wurde. Dieser sehr poröse Reparaturmörtel soll Salze aus dem Mauerwerk ziehen. Anschließend wird er durch eine neue Verputzung ersetzt. „So können wir sehen, wie viel Feuchtigkeit noch drin ist“, erklärt der Bauleiter. Eine Technik, die in vielen alten Gebäuden und Kirchen zum Einsatz kommt.

Mit Borsalz gegen den Hausschwamm

Eine der schwierigsten Herausforderungen aber ist der Hausschwamm. „Er ist hinterfotzig und kann sich von jedem Eck im Haus das Wasser holen“, sagt der Bauleiter. Spezialisten sind dabei, diesem Pilz den Garaus zu machen – Hitzelberger erklärt, wie: „In das offensichtlich befallene Mauerwerk werden Patronen mit Borsalzlösung eingebracht. Wenn diese nass werden, lösen sich die Patronen auf, das Borsalz setzt sich frei und bekämpft so den Schwamm.“ An anderen Stellen wird eine großflächige Sperrschicht mit Borsalz aufgebracht. Wo man den Hausschwamm nur vermutet und nicht gleich sieht, wendet der Experte eine ganz simple Technik an: Er hält ein Feuerzeug vor die mutmaßlich befallene Stelle. „Ist die Stelle tatsächlich befallen, dann riecht das so, als ob du Schwammerl in der Pfanne anbrätst“, sagt Hitzelberger. An vielen Stellen muss das Mauerwerk behandelt und Holz ausgetauscht werden. 

Das Dachgebälk, das teilweise unter Denkmalschutz steht, soll Ende August erneuert werden. Besser gesagt: Die alten Balken werden neben neue gepackt und übernehmen deren Funktion. Das betrifft auch die Holzverbunddecke, die im Obergeschoß eine ebenfalls denkmalgeschützten Stuckdecke stützen soll. Überwacht werden die Arbeiten vom Landesamt für Denkmalpflege: Wir sind in ständigem Austausch und bekommen auch regelmäßige Kontrollbesuche“, sagt Hitzelberger.

In den nächsten Wochen gibt’s dann auch endlich außen neue Fortschritte zu sehen: Rundum wird das Gerüst geschlossen, um mit der Außengestaltung beginnen zu können. „Es gibt schon Entwürfe, die mit den Denkmalpflegern aber noch genau besprochen werden müssen“, sagt Hitzelberger. Wer die auf den Absperrplanen gedruckten, historischen Ansichten genauer betrachtet, bekommt schon einen Vorgeschmack: „Wir orientieren uns an der alten Fassade mit den Fensterläden und dem altem Putz“, kündigt der Bauleiter an.

Auch wenn noch immens viel Arbeit bevorsteht und die oberen Stockwerke noch ihre Zeit brauchen: Um die Weihnachtszeit soll das Wirtshaus eröffnen. An diesem sportlichen Zeitplan hält das Brauhaus fest. „Natürlich mit vielen schönen Details“, kündigt Hitzelberger an und verrät schon mal, dass eigens Stühle angefertigt werden, die sich an alten Bräustüberl-Stühlen orientieren. 

Gerüchte um die Pächter

Während der Zeitplan also steht, ist die Frage nach den zukünftigen Pächtern des Wirtshauses noch offen. In Schliersee halten sich hartnäckige Gerüchte, wonach Familie Gartenleiter, die bisherigen Wirtsleute vom Gasthof Terofal, an den Tegernsee wechseln könnten. Das Terofal wurde an den Immobilienunternehmer Alfons Aigner aus Landshut verkauft. Die Gartenleitners hatten signalisiert, dass sie als Pächter nicht mehr zur Verfügung stehen. Machen sie in Gmund einen Neuanfang? Martina und Alois Gartenleitner werden bereits als Pächter gehandelt, wollen aber zu dem Gerücht nicht Stellung nehmen. Auch Brauhaus-Geschäftsführer Christian Wagner will nichts verraten: „Es ist nichts unterschrieben“, lässt er schriftlich auf Nachfrage wissen.

Erstes Konzert mit Trovasur

Da schau her: Das Maximilian ist noch gar nicht fertig, da organisiert die Gemeinde Gmund schon die erste Veranstaltung darin: „Das Maximilian erwacht...“ lautet das Motto, wenn am Samstag, 23. September, um 20 Uhr die einheimische Band Trovasur auftritt. Die Bandmitglieder, die seit einiger Zeit auf wenigen ausgewählten Konzerten spielen und fester Bestandteil der Kulturlandschaft am Tegernsee sind, spielen keine Landler, sondern cubanische Sones, Boleros und Guajiras. 

Wie die in einem Rohbau klingen, können die Besucher bei dem Konzert im Maximilian erleben. Einlass ist ab 18.30 Uhr. Die Brauerei, die das Gelände entsprechend absichert, sorgt vor dem Konzert für eine Bewirtung. Karten für das Konzert im Rahmen der Reihe „Musik an besonderen Orten“ gibt’s im Vorverkauf zum Preis von 14 Euro bei allen Tourist-Infos am Tegernsee sowie unter www.muenchenticket.de.

gr

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